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TESTBERICHT: Sanyo PDG-DWL2500 Teil 9


Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Projektors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Projektoren oder Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special "Untersuchung des Input Lag Testverfahrens"). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit) messen. Bei LCD-Chips muss der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen, deshalb addieren wir in diesem Fall noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu. DLP-Chips hingegen reagieren in weniger als 0,1 Millisekunden auf das Steuersignal.

Erläuterung der Darstellung: Die rote Kurve zeigt die Helligkeit eines Pixels über der Zeit, während der Bildschirm mit einer definierten Folge von Bildern mit abnehmender Helligkeit angesteuert wird. Die grüne Linie zeigt das dazugehörige Steuersignal, wie man es z.B. auf einem verzögerungsfreien Röhrenmonitor sehen würde. Die Verzögerungszeit ergibt sich, indem man die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal und dem Aufleuchten des Pixels ausmisst. Verzögerungen von mehr als einem Frame werden durch die unterschiedlich hohen Signale erkennbar.

Das Bild wird um einen Frame verzögert dargestellt.

Die Untersuchung zeigt, dass dieser Projektor eine Verzögerungszeit von 1 Frame aufweist. Dies ist für viele Spieler noch akzeptabel.

DVD und Video

Der PDG-DWL2500 kann über HDMI mit einem digitalen Mediaplayer verbunden werden. Multimediafunktionen wie eine Bild-in-Bild-Funktion fehlen. Spielekonsolen wie die Playstation 3 oder XboX 360 können direkt an den HDMI-Eingang angeschlossen werden. Kopiergeschützte Inhalte kann der Projektor aufgrund der HDCP-Unterstützung problemlos wiedergeben.

Am PC sollte er nur in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoplayer wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player wählen dann automatisch das richtige Bildformat und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Videowiedergabe. Abweichende Bildformate werden automatisch skaliert und mit schwarzen Randstreifen aufgefüllt.

Szene aus "Inglorious Basterds".

Der PDG-DWL2500 bietet mehrere Presets an, die eine bestimmte Bildcharakteristik betonen sollen. Nach der Analyse im Kapitel "Bildqualität" haben wir uns für die Einstellung Natürlich entschieden, mit um 2 Punkte abgesenktem Kontrast. Eine Kalibrierung kann dies natürlich nicht ersetzen. Allerdings ist die Projektion von Videos auch nicht das bevorzugte Einsatzgebiet dieses Projektors.

Wir haben die DVD mit dem PDG-DWL2500 am PC betrachtet. Das scharf wirkende Bild bietet natürlich wirkende und kräftige Farben, auch Hauttöne werden gut dargestellt. Der Schwarzwert ist angesichts der großen Bildhelligkeit gut, dennoch wirkt das Bild in den unteren und mittleren Helligkeitsstufen etwas kontrastschwach. Schlieren oder Bewegungsunschärfen sind auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht zu beobachten.

3D Video

Der PDG-DWL2500 kann in der Auflösung 720p Bildfrequenzen von 50, 60, 100, 110 und 120 Hz verarbeiten und ist daher prinzipiell für 3D-Anwendungen geeignet. Dabei zeigt der Monitor nicht 60, sondern 100 bis 120 Bilder pro Sekunde, die abwechselnd für das linke und das rechte Auge gedacht sind. Für die korrekte Zuordnung der Bilder sorgt eine Shutterbrille, die je ein Auge im rechten Moment abdeckt, während das andere Auge freie Sicht auf die Bildquelle hat.

Jedes Auge sieht also nur die Hälfte der Bilder, in den Zwischenzeiten bleibt es dunkel. Weitere technische Maßnahmen schlucken weiteres Licht. Berechnungen zeigen, dass im Betrieb mit einer Shutterbrille nur etwa 10 Prozent des ausgesandten Lichtes schließlich am Auge ankommen. Selbst ein sehr heller Projektor wird im 3D-Betrieb durch die Brille betrachtet ziemlich dunkel erscheinen.

Der Projektor arbeitet mit DLP Link und IR-Brillen.

Der PDG-DWL2500 beherrscht nur das Frame-Sequential-Verfahren, Frame Packing oder Side-by-Side wie beim neuen HDMI 1.4 werden nicht unterstützt. Derzeit sind also nur Computer als 3D-Zuspieler geeignet, Blu-Rays von aktuellen BD-Playern können nicht dreidimensional wiedergegeben werden. Bei den 3D-Brillen versteht der Projektor das DLP Link-Format und das IR-Emitter-Format, letztere werden über den Anschluss 3D SYNCOUT vom Projektor gesteuert. Bei anderen Brillentechniken wird keine Unterstützung garantiert.

Leider stand uns im Testzeitraum keine kompatible 3D-Brille zur Verfügung, ein praktischer Test der 3D-Fähigkeiten war daher nicht möglich.

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