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TESTBERICHT: BenQ MS612ST Teil 9


Latenzzeit

Während kurze Schaltzeiten für den schnellen Bildaufbau nötig sind, bestimmt die Latenzzeit (Verzögerung) das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe des Spielers und der Reaktion im Bild zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special "Untersuchung des Input Lag Testverfahrens"). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Bei den langsameren LCD- und LCoS-Projektoren addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück). Bei den schnellen DLP-Chips entfällt dieser Anteil.

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des Projektors ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (rot) und dem Aufleuchten des Pixels (grüne Kurve).

Das Bild wird um fast 1 Frame verzögert.

Als Home Entertainer wendet sich der MS612ST auch an die Zielgruppe der Computerspieler. Die Untersuchung zeigt eine Verzögerungszeit von 14,7 Millisekunden (~ 1 Frame). Für Hobbyspieler ist das noch unproblematisch.

DVD und Video

Der MS612ST kann über seinen HDMI-Eingang mit digitalen Zuspielern (DVD, BluRay) verbunden werden, oder auch mit Spielekonsolen wie Playstation 3 oder XboX 360. Kopiergeschützte Inhalte kann der Projektor aufgrund der HDCP-Unterstützung problemlos wiedergeben

Am PC sollte er nur in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoprogramme können abweichende Bildformate automatisch skalieren und mit schwarzen Randstreifen auffüllen.

Szene aus "Brügge sehen und sterben".

Hinsichtlich der Farbstimmung bietet auch der MS612ST mehrere Presets an, die eine bestimmte Bildcharakteristik betonen sollen. Nach der Analyse im Kapitel "Farbwiedergabe" haben wir uns für die Einstellung "sRGB" entschieden und einige DVDs am PC betrachtet. Das Bild wirkt (im Rahmen der SVGA-Auflösung) scharf mit natürlichen und kräftigen Farben. Auch Hauttöne sind stimmig, wenn auch etwas blass. Der Schwarzwert ist nur befriedigend, in den Tiefen ist das Bild nur schwach durchgezeichnet. Der Kontrast könnte besser sein, wirkt aber subjektiv besser als es die Messwerte vermuten lassen. Schlieren oder Bewegungsunschärfen sind auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht zu beobachten.

HD-Formate muss der MS612ST aufgrund seiner SVGA-Auflösung immer herunterrechnen. Die Bildqualität ist dabei nur befriedigend. Sofern das HD-Material vom PC wiedergegeben wird, überlässt man die Skalierung auf die native Projektorauflösung mit etwas besserem Ergebnis dem PC.

3D Video

Der MS612ST kennzeichnet in seiner Timingtabelle zahlreiche Auflösungen an allen Eingängen als 3D-Timings. Mit 120 Hz arbeiten aber nur 640 x 480, 800 x 600 und 1024 x 768 am VGA- und HDMI-Eingang. Neben der bei DLP-Projektoren üblichen DLP Link-Technik unterstützt der Projektor auch das nVidia 3D Vision Verfahren, das bei PC-Monitoren verwendet wird.

Beide Techniken zeigen nicht 60, sondern 120 Bilder pro Sekunde, die abwechselnd für das linke und das rechte Auge gedacht sind. Für die korrekte Zuordnung der Bilder sorgt eine Shutterbrille, die je ein Auge im rechten Moment abdeckt, während das andere Auge freie Sicht auf die Bildquelle hat. Jedes Auge sieht also nur die Hälfte der Bilder, in den Zwischenzeiten bleibt es dunkel. Weitere technische Maßnahmen schlucken weiteres Licht, so dass schließlich an jedem Auge nur noch etwa 10 Prozent des ausgesandten Lichtes ankommen. Selbst ein sehr heller Projektor wird im 3D-Betrieb durch die Brille betrachtet ziemlich dunkel erscheinen.

BenQ Shutterbrille für 3D DLP Link (Foto: BenQ).

Der Projektor unterstützt HDMI 1.3, somit sind nur Computer als 3D-Zuspieler geeignet. Erst mit HDMI 1.4 könnten auch BluRays von aktuellen BD-Playern dreidimensional wiedergegeben werden.

Ein kurzer Test mit der DLP Link Brille zeigt, dass die 3D-Projektion einwandfrei arbeitet und eine gute 3D Wiedergabe mit geringen Ghosting-Effekten erreicht wird. Erwartungsgemäß wirkt das Bild durch die Brille erheblich dunkler als im 2D-Betrieb. Der sRGB- oder Kino-Modus macht wegen der schwächeren Lichtausbeute keinen rechten Spaß.

Besonders wichtig scheint die 3D Wiedergabe für BenQ aber nicht zu sein, denn im Handbuch wird dieses Kapitel einfach ausgelassen.

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