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TESTBERICHT: LG HF80JS Teil 4


Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an neun Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung mit leichten Schwächen

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei sehr guten 92 %. Nennenswerte Abweichungen sind nur im oberen Bilddrittel zu messen. Wahrnehmbar ist der Helligkeitsabfall subjektiv kaum (ca. 2 cm bei einer Fläche von 2,26 m2) und im Filmbetrieb völlig unauffällig. Für das bloße Auge ist das Weißbild ebenfalls sehr gleichmäßig. Auch bei der Homogenität (Farbneutralität) finden wir bei unserem Testgerät keine nennenswerten Schwächen.

Weißbild: Links normal, rechts mit reduzierter Belichtungszeit

Unten links ist das schwarze Testbild zu sehen, wie man es auch mit freiem Auge sieht. Das Foto unten rechts zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Links Schwarzbild mit normaler Belichtung, rechts Schwarzbild mit verlängerter Belichtung

Das schwarze Testbild wirkt nicht wirklich schwarz, sondern eher dunkelgrau. Zudem ist es nicht gleichmäßig. In der Bildmitte ist die Helligkeit größer und in Form einer rötlichen Wolke auch mit freiem Auge zu erkennen.

Graustufen und Farbverläufe

Der Grauverlauf ist ziemlich gleichmäßig. Farbschimmer sind nicht auszumachen. Die Differenzierung gelingt dem LG HF80JS allerdings bei den hellsten Tonwerten deutlich besser als bei den dunkelsten. Die hellsten Stufen sind vollständig unterscheidbar, bei den dunkelsten Tonwerten ist ab dem Wert 6 ein Unterschied zu Schwarz nicht mehr auszumachen. Düstere Szenen werden subjektiv dennoch ausreichend differenziert dargestellt.

Tadellose Graustufen im Modus "Standard"

Abgesehen vom Schwarzwert können die Graustufen in allen drei Testgrafiken überzeugen. Sie sind farbneutral und zeigen auch an den Rändern keine Farbschimmer.

Lediglich die dunkelsten Tonwerte könnten noch besser sein

Ein eher selten auftretendes Problem bringt der Moiré-Test zutage. Normalerweise müssten auch diese Grafiken als gleichmäßig graue Flächen erscheinen, sehen aber mit freiem Auge etwa so aus, wie in den unten stehenden Abbildungen ersichtlich. Möglicherweise ist der Effekt über Einstellungen im Projektor-Menü auch zu beheben. In der Praxis – also bei Film- und Fotovorführungen – haben wir dadurch aber keine Probleme feststellen können.

Probleme bei der Darstellung der Moiré-Testbilder

Farbwiedergabe

Die Farbdarstellung des LG HF80JS wirkt ab Werk kühl, und den Farben fehlt insgesamt – vor allem im Vergleich zum LG PF1500 - etwas der "Punch". Im Modus "Kino" wird das Bild wärmer, aber ohne die Farbdarstellung an sich zu verbessern. Die Farbdifferenzierung ist in den drei Primärfarben (Testbild unten) relativ gut, zeigt aber auch gewisse Schwächen vor allem bei Blau.

Das ist bereits ein Indiz, dass es keine gute Idee ist, die durch die mangelnde Farbraum-Abdeckung bedingte Schwäche bei der Darstellung von stark gesättigten Farbbereichen durch ein Hochziehen des Sättigungsreglers verbessern zu wollen. Das führt zwangsläufig dazu, dass in diesen Bereichen die Differenzierung noch weiter verloren geht.

Die Streifen zeigen die drei Grundfarben in gleichmäßigen Helligkeitsabstufungen von Schwarz nach Weiß. Vor allem bei Blau und Grün geht in der Bildmitte die Differenzierung kurzzeitig verloren.

Die subjektive Wahrnehmung wird durch unsere Farbraummessungen bestätigt. Da vermutlich blaues Laserlicht verwendet wird, ist der LG HF80JS hier stark und geht etwas über die HDTV-Norm hinaus. Schwach ist er dagegen bei der Rotdarstellung und kann insgesamt den sRGB- bzw. Rec.-709-Farbraum (schwarzes Dreieck) nicht vollständig darstellen.

Die Farbtemperatur liegt im Modus "Standard" bei 8800 K und im Modus "Kino" bei 7200 K – in beiden Fällen also kühler als die 6500 K der HDTV-Norm. Dafür bleibt sie jeweils über alle Helligkeitsbereiche konstant, und die Graubalance ist mit einem Delta E von 0,55 bzw. 0,42 (Modus "Standard"/"Kino") ausgesprochen neutral.

Für die Farbraumgrafiken haben wir anstelle der D65-Norm die jeweils gemessene Farbtemperatur als Referenz verwendet. Am auffälligsten ist die Schwäche bei Gelb, die sich auch mit der subjektiven Wahrnehmung deckt. Die Messpunkte landen eher bei einem Ocker- als bei einem klaren Gelbton.

Farbraum Modus "Cinema normal"

Der Anstieg der Helligkeit ist in beiden Modi perfekt mit nahezu deckungsgleichen Primärfarben. Der Gammaverlauf kommt nur im Kinomodus an die Norm heran, liegt aber in beiden Modi zumindest im Durchschnitt nahe am Soll von 2,2.

Helligkeitsanstieg: Links Modus "Standard", rechts Modus "Kino"

Gammaverlauf: Links Modus "Standard", rechts Modus "Kino"

Verlauf der Farbtemperatur: Links Modus "Standard", rechts Modus "Kino"

RGB-Niveau: Links Modus "Standard", rechts Modus "Kino"

Der LG HF80JS bietet äußerst umfangreiche Möglichkeiten zur Bildeinstellung und Kalibrierung. Die Farbtemperatur lässt sich sogar an 20 unterschiedlichen Punkten justieren. Auch wenn die wenigsten Interessenten des Gerätes tatsächlich eine Kalibrierung durchführen dürften, haben wir hier ein wenig experimentiert und konnten bereits mit der Zwei-Punkt-Anpassung das Gerät exakt auf die D65 der HDTV-Norm einregeln – allerdings auf Kosten eines merklichen Kontrastverlustes.

Soweit auf die Schnelle ersichtlich, lässt sich die Rotschwäche auch nicht durch bloße Regler-Einstellungen ausbügeln. Daher ist der LG HF80JS auch als "Color Plus Edition" im Fachhandel erhältlich, bei der ein Farbfilter beigelegt ist. Der Abbildung zufolge handelt es sich offensichtlich um einen Rotfilter. Filter schlucken aber immer Licht und kosten daher auch Kontrast. Da der Preis aktuell identisch ist, sollte man dennoch auf jeden Fall zu dieser Variante greifen und es einfach ausprobieren.

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