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TESTBERICHT: LG HF80JS Teil 5


Subjektive Beurteilung

Mit einem sRGB-Foto ist natürlich per se keine Darstellung von Farben möglich, die über den sRGB-Farbraum hinausgehen. Umgekehrt lässt sich das Fehlen von Farben aber mit den richtigen Kamera-Einstellungen zumindest tendenziell schon darstellen. Unten zeigen wir daher zunächst das für die Projektion verwendete Originalfoto und dann die Aufnahmen von der Darstellung des Projektors.

Farbdarstellung: Originalfoto

Farbdarstellung: Links Modus "Standard", rechts Modus "Kino"

Im Vergleich zum Originalfoto ist gut zu erkennen, dass die Farben etwas blasser ausfallen und die Gelbtöne in Richtung Ocker verschoben sind. Die etwas kühlere Abstimmung hat uns in der Praxis weder im Modus "Kino" noch im Modus "Standard" gestört. Das Auge gewöhnt sich sehr schnell an unterschiedliche Farbtemperaturen, und somit ist das auch ein Stück weit Geschmackssache. Normpuristen mögen das natürlich anders sehen.

Im Standardmodus wirkt die Schärfe-Einstellung auf 25 doch ziemlich überzogen, während sie im Modus "Kino" ab Werk relativ soft eingestellt ist. Die beiden Vergleichsbilder oben geben diesen Bildeindruck gut wieder. Wir empfehlen, es mit einem Wert zwischen 15 und 20 zu versuchen und ruhig auch im Kinomodus den dynamischen Kontrast dazuzuschalten. Der Modus "Lebendig" taugt vor allem für den Einsatz am Tage und Sportübertragungen.

Großes Kino mit guter Licht- und Kontrastleistung

Kontrast und Lichtleistung sind ordentlich. Kennern mag zwar der mäßige Schwarzwert und die manchmal etwas verloren gehende Detailzeichnung in überwiegend dunklen Szenen auffallen, Einsteiger werden aber vom LG HF80JS sicherlich schon allein aufgrund der Bildgröße und des DLP-typisch guten Im-Bild-Kontrastes uneingeschränkt begeistert sein.

Grünsättigung kommt etwas blass, bleibt aber stets natürlich.

 

Schwarzwert und Detailzeichnung in dunklen Szenen könnten besser sein

Sehr gut gefallen hat uns die 24-Hz-Wiedergabe von Blu-rays via BD-Player und PC. Für die direkte Wiedergabe von Spielfilmen in Blu-ray-Qualität über das Netzwerk scheint die Hardware des LG HF80JS aber – trotz Gigabit-LAN-Anbindung – zu schwachbrüstig ausgelegt zu sein. Entweder wollten die Filme gar nicht erst starten oder es kam alle zehn Sekunden zu längeren Pufferungspausen. Die Wiedergabe normaler Videos und TV-Aufzeichnungen über Netzwerk oder USB-Stick gelang dagegen einwandfrei.

Besonders gut geeignet ist der LG HF80JS auch für die Verwendung von Streaming-Diensten. Wir haben hier überwiegend die Netflix-App, aber auch Amazon Prime getestet.

Spielfilme, aber auch viele Netflix-Serien werden in 24 Hz produziert. Leider ist es kaum möglich, herauszubekommen, in welcher Qualität und mit welcher Bildwiederholrate die Filme gestreamt werden und was die jeweilige Wiedergabe-Anwendung dann damit macht. Das ist beim LG HF80JS zwar nicht anders, allerdings war die Wiedergabe generell ausgesprochen gut und Kino-like. Wir vermuten daher, dass der LG HF80JS hier tatsächlich in der Lage ist, das Eingangsmaterial richtig zu erkennen und dann die optimale Wiedergabefrequenz selbst zu wählen.

Wer Streaming-Dienste bisher nur über den Browser genutzt hat, wird sich zudem über die Wiedergabe mit Mehrkanalton freuen. Dazu reicht es aber nicht, einfach nur "optisch" als Audio-Ausgang zu wählen. Der muss zusätzlich in den erweiterten Einstellungen richtig konfiguriert werden – am besten dann, wenn gleichzeitig im Hintergrund ein entsprechender Film gestreamt wird.

Streaming-Filme auch mit Mehrkanalton

Ein genereller Nachteil der DLP-Technik ist der sogenannte Regenbogen-Effekt, der auch beim LG HF80JS schon deutlich wahrnehmbar ist. Besser können das nur Drei-Chip-DLPs, die aber auch erheblicher teurer sind.

3D-Wiedergabe

Der 3D-Hype scheint sich generell nicht so durchgesetzt zu haben, wie sich die Hersteller und Produzenten das gewünscht haben. Im Gegensatz zum PF1500 verzichtet der Andante daher komplett auf die Möglichkeit der 3D-Wiedergabe.

Sound

Hinsichtlich Sound wird der LG HF80JS durch zwei eingebaute Stereo-Lautsprecher mit je 3 Watt Ausgangsleistung komplettiert. LG holt aus dem kleinen Resonanzraum das Optimum heraus, und ihr Klang ist besser als bei vielen Smart-TVs. Dass das riesige Bild eines Beamers bei Spielfilmen erst mit einer entsprechenden Mehrkanal-Sound-Anlage so richtig zur Geltung kommt, dürfte jedem klar sein. Insbesondere für den mobilen Einsatz sind die eingebauten Lautsprecher aber eine willkommene und brauchbare Beigabe.

Die Audio-Ausgabe erfolgt beim LG HF80JS entweder über den optischen S/PDIF-Ausgang oder drahtlos via Bluetooth. Auf Knopfdruck lassen sich Bluetooth-fähige Kopfhörer, Lautsprecher, Verstärker etc. ansprechen. Genial ist das vor allem dann, wenn die Signalzuspielung bereits kabellos via USB-Stick oder WLAN erfolgt. Dann kann auch die Tonausgabe auf potente Lautsprecher wieder komplett kabellos erfolgen.


Bewertung
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1.778,99 €
++ sehr gut, + gut, +/- zufriedenstellend, - schlecht, -- sehr schlecht

Datenblatt

Diskussion in unserem Forum


Fazit

Es ist leicht, den LG HF80JS (Andante) auf den Punkt zu bringen: Das Gerät ist schlicht und ergreifend ein nur gut 2 kg schwerer Smart-TV mit einer flexiblen Display-Diagonalen von 55 bis 120 Zoll, das man spielend leicht von einem Raum in den anderen tragen oder zu Freunden mitnehmen kann.

Lichtleistung und Bildqualität sind ordentlich und der integrierte Funktionsumfang hervorragend. Besonders begeistern konnte der LG HF80JS uns mit seiner guten Anbindung vom Streaming-Diensten. Da kommt sehr schnell der Wunsch auf, das Gerät dauerhaft als Ersatz für den TV zu nutzen. Im Gegensatz zur Leichtigkeit beim häufigen Standortwechsel ist hier die Flexibilität bei einer Fest-Installation aber eingeschränkt.

Im Vergleich zum LG PF1500 (Largo) wächst die Lichtleistung etwa um den Faktor 1,5. Allerdings ist auch der Preis mit ca. 1.800 EUR mehr als stattlich. Mit umfassender Konnektivität können beide Geräte aufwarten. Der LG HF80JS ist jedoch dank WebOS 3.0 flexibler und brilliert mit der Anbindung zahlreicher Streaming-Dienste. Der Aufpreis von 200 EUR im Vergleich zu der Variante HF80JG ohne Smart-Funktionen ist dagegen wirklich happig, zumal bei der Reaktionsfreudigkeit der Umsetzung Wünsche offen bleiben. Dafür bekommt man auch einen ausgezeichneten BD-Player, die diese Smart-Funktionen ebenfalls integriert hat. Amazons Fire TV kostet zwischen 40 und 90 EUR und bietet nicht nur dank der Sprachsteuerung einfach mehr.

Auch wagt sich der Andante beim Preis bereits gefährlich nahe an ausgewachsene Heimkino-Projektoren heran, darunter den Sony VPL-HW40ES. Der ist aktuell bereits für 1.899 EUR erhältlich, spielt aber bei Lichtleistung und Bildqualität in einer ganz anderen Liga. Sobald man natürlich zugunsten des LG die wegfallenden Lampenwechsel in das Kalkül miteinbezieht, wird der Abstand wieder größer.

Daher dürften die drei Varianten des LG HF80JS allen Einsteigergeräten in der Preisklasse unter 1.800 EUR das Leben ziemlich schwer machen. Der größte Konkurrent des LG HF80JS kommt aber in Form des LG PF1500 aus dem eigenen Haus. Dessen Lichtleistung reicht für das Wohnzimmerkino bereits vollkommen, die Farben sind besser, und er ist in der von uns getesteten Variante (PF 1500G) schon für 765 EUR erhältlich.

Pro und Contra

Plus Ansprechendes, pflegeleichtes Design
Plus Transportabel und insgesamt sehr vielseitig einsetzbar
Plus Gute Bedienbarkeit und Fernbedienung
Plus Top bei Funktionsumfang und Verbindungsmöglichkeiten
Plus Ordentliche Bildqualität bei geringem Betriebsgeräusch
Plus Geringer Energieverbrauch und wartungsfrei
Plus Preis-Leistungs-Verhältnis kann aktuell noch nicht vollkommen überzeugen
Plus OSD bzw. WebOS-Apps manchmal etwas reaktionsträge
Plus Ggfls. DLP-bedingter Regenbogen-Effekt
Plus Keine 3D-Wiedergabe

Gesamturteil: GUT



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