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REPORTAGE: Inputlag Teil 20


Anhand einiger kleiner MPEG4 Videos (H264) (abspielbar zum Beispiel über Power DVD) sind die zeitlichen Verschiebungen der Grafikkarten des Typs c) gut zu erkennen. Die Bildqualität ist leider nicht besonders hoch, da mit einer einfachen Digitalkamera das Bild des Oszilloskops abgefilmt wurde, aber es reicht um die Verschiebungen zu erkennen.

ATI HD4850, im "Fast Acquisition"-Modus aufgenommen. Getriggert auf das digitale Signal, wandert der V-Sync-Puls des analogen Signals.

Links: NVidia 8600GT Getriggert auf den analogen V-Sync-Impuls wandert das digitale Signal.

Rechts: NVidia 8800GTS512 Getriggert auf den analogen V-Sync-Impuls wandert das digitale Signal in die entgegengesetzte Richtung, wie im Beispiel der 8600GT.

Schlussfolgerungen

Bisher wurde für die Foto-Methode stets als Voraussetzung angenommen, dass die Signalausgabe der beiden Ausgänge einer Grafikkarte in jedem Fall perfekt synchron arbeiten würden, wie der hier definierte "Typ a)", oder zumindest hinreichend synchron, so dass es zu keinen Beeinträchtigungen einer Messung käme, wenn man einen CRT mit einem TFT vergleicht.

Wie bereits bei der Betrachtung der einzelnen Screenshots zu Beginn dieses Artikels vermutet und nun hinreichend bewiesen, findet der Bildaufbau jedoch nicht synchron statt und somit ist diese Annahme grundlegend falsch. Das Ergebnis dieser falschen Annahme sind auch ungenaue Messwerte, die sich je nach Grafikkarte unterschiedlich äußern.

Bei Grafikkarten des Typs b) ist die Einschaltzeit, oder besser formuliert: Die damit festgelegte zeitliche Differenz zwischen den Ausgangssignalen, entscheidend.

Die Ergebnisse der alten Foto-Methode können allein hierdurch um bis zu 16,6 ms, der Zeit für ein komplettes Bild, variieren. Vollkommen unabhängig von der verwendeten Software. Selbst eine Mittelung über unendlich viele erstelle Fotos würde hier keinen Unterschied machen, da dies ein fester systematischer Fehler ist, der sich solange nicht ändert, bis der Monitor erneut angeschlossen wird.

Aber auch dann kann es durchaus sein, dass man mehrfach hintereinander an ähnlichen Positionen landet und vier oder fünf Vergleichsmessungen zumindest annähernd den gleichen Wert produzieren. Im Rahmen dieses Tests war es bei einigen ATI-Karten der Fall, dass Werte bei zeitlichen Differenzen von 6 ms und 8 ms zunächst gehäuft anzutreffen waren, nur damit bei weiteren Versuchen dieses spezielle Verhalten nicht bestätigt werden konnte. Vorschnelle Urteile, wie sie bisher getroffen wurden, um die Foto-Methode zu untermauern, sind also hinfällig.

Grafikkarten des Typs c) weisen keine feste zeitliche Abhängigkeit auf. Allerdings hängt es von dem Zusammenspiel der Serienbildgeschwindigkeit und der Frequenzdifferenz zwischen den Ausgängen der Grafikkarte ab, was für Werte man erhält. Bildet man hier den Mittelwert über unendlich viele Bilder, die zufällige Positionen der Verschiebung erfassen, so wird man rund 8 ms über dem tatsächlichen Wert liegen, da alle Werte zwischen 0 und 16,6 ms gleichverteilt auftreten.

Ist die Serienbildfunktion der Kamera schnell und erwischt man für seine gesamten Aufnahmen nur den Bereich "großer" Verschiebungen, dann kann der daraus ermittelte Wert für den Input Lag natürlich auch weiter nach oben abweichen, ebenso am unteren Ende der Skala. Allerdings ist es immer so, dass die ermittelten Werte über dem tatsächlichen Input Lag des Monitors liegen werden.

Für eine exakte Bestimmung des Input Lags auf einzelne Millisekunden ist die Foto-Methode, so wie sie bisher verwendet wurde, also bereits durch die Limitierungen der Hardware ungeeignet.

Theoretisch sind die Grafikkartenhersteller sehr wohl in der Lage diese Abweichungen abzuschaffen, da sie, wie in den vorhergehenden Tests zu sehen war, konstante und identische Frameraten über beide Anschlüsse ausgeben können. Ebenso sind deckungsgleiche Ausgabezeitpunkt möglich. Das wird jedoch wohl kaum eintreten, wenn man bedenkt, dass dies eines der angepriesenen Features der viel teureren Profi-Karten ist.

NVidia preist es bei seinen Quatro-Karten als Framelock (siehe: NVidia – Framelock) bzw. bei einer externen Taktquelle als Genlock (siehe: NVidia – Genlock) an und lässt es sich, dem beworbenen Einsatzgebiet angemessen, kräftig bezahlen.

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