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REPORTAGE

Hardware- und Softwarekalibration von Monitoren für Einsteiger

Von Simon Blohm
25.07.2008, 09:09 Uhr

Nicht nur für professionelle Nutzer, die beispielsweise in einer Werbeagentur oder in der elektronischen Bildverarbeitung (EBV) auf eine natürliche – oder besser „neutrale“ Farbwiedergabe angewiesen sind, spielt die Kalibrierung des verwendeten Monitors eine entscheidende Rolle.

Auch ambitionierte PC-Anwender im Amateurbereich wollen ihre Grafiken oder Spiele möglichst farbgetreu dargestellt bekommen. Häufig schaffen sich Amateur-Fotografen hochwertige digitale Spiegelreflexkameras an und sind dann von den aufgenommenen Bildern enttäuscht, wenn sie diese am Monitor betrachten.

Ursache ist dafür nicht selten ein unzureichend kalibrierter Bildschirm. Grund genug also, sich mit dem Prozess der Kalibrierung intensiver zu befassen. Der Begriff „Kalibrierung“ stammt aus der Messtechnik und bezeichnet das Einmessen eines Geräts mit Hilfe definierter Sollwerte.

Hinsichtlich der Kalibrierung eines Displays wird diese Definition noch ausgeweitet und meint das Festlegen bestimmter Eigenschaften, die Einfluss auf Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe des Monitors haben.

Der direkte Weg: Einstellungen im Gerät

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hardware- und Softwarekalibrierung. In beiden Fällen kommt ein Messgerät (Kolorimeter) zum Einsatz, mit dem sich die aktuellen Farbwerte des zu kalibrierenden Displays ermitteln lassen. Bei der Softwarekalibrierung wird zusätzlich eine Farbmanagement-Software wie zum Beispiel iColor von Quato benötigt.

Das Produkt Silver Haze Pro von Quato bietet das Kolorimeter X-Rite DTP94 und die Software iColor Display. Sie erhalten das Produkt unter anderem bei TFTshop.net für 199,00 Euro. (Foto: Quato)

Das manuelle Einstellen von Helligkeit und Kontrast sind einfache Beispiele für eine Software basierte Kalibrierung, was fast jeder TFT-Monitor ermöglicht. Es wird versucht die in der Kalibrierungssoftware vorgegeben Zielwerte, durch Veränderung der Werte Kontrast, Gamma, RGB und Helligkeit im OSD des Monitors, so genau wie möglich zu treffen.

Teure Grafikerdisplays lassen zudem die Festlegung aller weiteren Parameter zu: Hier können Graubalance, Gammawert und Schwarzpunkt im Gerät selbst, also in der Hardware festgelegt werden.

Im Gegensatz zu gewöhnlichen TFT-Monitoren bieten sie auch eine präzisere Einstellung des Weißpunkts über die Farbkanäle an. Anstelle von 50, 100 oder 256 einstellbaren Stufen pro Farbkanal lassen Grafikerdisplays mit 10, 12 oder 14-Bit-LUT bis zu 16.384 Abstufungen zu.

Auf dem linken Bild die Color Graphic Serie von Eizo und rechts die SpectraView Serie von NEC. Beide Serien sind hardwarekalibrierbar, allerdings nicht mit jedem Kolorimeter und jeder Software. (Fotos: Eizo und NEC)

Dem Nutzer wird damit ein hohes Maß an Präzision geboten, weil im Gegensatz zur Softwarekalibration keine Einstellungen über die Grafikkarte und eine Farbmanagement-Software vorgenommen werden müssen. Der Farbraum des Monitors bei der Hardwarekalibrierung kann vollständig genutzt werden.

Der indirekte Weg – wenn die Software eingreifen muss

Im Gegensatz dazu setzt eine Softwarekalibrierung dort an, wo keine Hardwarekalibrierung möglich ist oder der Hardwarekalibrierung Grenzen gesetzt sind. Das ist bei fast allen herkömmlichen Geräten der Fall, die meist nur Einstellmöglichkeiten für Helligkeit, Kontrast und die Farben Rot, Grün und Blau zulassen.

Alle anderen Einstellungen wie der Gammawert, die Graubalance und der Schwarzwert müssen dann über die Farbmanagement-Software verändert werden. Diese erstellt ein Farbprofil, das direkt die Farbausgabe der Grafikkarte modifiziert.

Weil dabei in der Regel Farbabstufungen wegfallen, sind Verluste in der Farbdarstellung unvermeidbar; besonders in Verläufen können dann Stufen und Abrisse sichtbar werden, das sogenannte Banding.

Je näher sich der Monitor über die am Gerät vorhandenen Einstellungen an die Zielvorgaben „heran kalibrieren“ lässt, desto weniger muss die Software ins Geschehen eingreifen und umso gleichmäßiger werden feine Verläufe dargestellt.

Bei der reinen Hardwarekalibrierung hingegen bleibt das Signal der Grafikkarte unbeeinflusst; alle Kalibrierungsparameter werden direkt im Monitor gesteuert und abgelegt, so dass unerwünschtes Banding nicht auftritt und das komplette Spektrum an Farben erhalten bleibt.

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