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TESTBERICHT: Eizo CG243W Teil 8


Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Auch TN-Panels erreichen ähnliche Blickwinkel auf dem Papier, dies aber bei einem Restkontrast von 5:1. Damit sind die Werte nicht vergleichbar.

Wichtiger als die Blickwinkelangabe unter Einbeziehung des Restkontrastes, ist daher die tatsächliche, subjektive Blickwinkelstabilität ohne sichtbare Farbverfälschungen, Negativeffekte oder Veränderung anderer Bildparameter.

Blickwinkel der Eizo CG243W.

Panels mit H-IPS Panel haben bereits in vergangenen Tests sehr gute Resultate in Bezug auf den Blickwinkel erzielt. Der Eizo CG243W bildet hier keine Ausnahme. Die Blickwinkelstabilität kann insgesamt überzeugen, die Darstellung verliert hauptsächlich nur an Kontrast. Stabil bleibt auch die wahrgenommene Gradation, es kommt, anders als bei Displays mit VA-Panel, nicht zu einem "Gammashift" (ein optisches Absinken des Gammawerts zu den Rändern hin).

Jede Medaille hat nun aber zwei Seiten und so zeigt auch das verwendete H-IPS Panel ohne A-TW Polarisator eine Schwäche in der Betrachtung aus dem Winkel. Hier kommt es zu Aufhellungen, die dunkle Tonwerte betreffen und ab einem bestimmten Winkel auftreten. Das ist auch der Grund, warum der Schwarzwert des Eizo CG243W bei gleicher Helligkeit subjektiv manchmal sogar etwas schlechter als beim CG222W, der ein S-PVA Panel verbaut, wirkt. Die Messwerte sprechen dagegen eine andere Sprache. Abhängig ist dieser Eindruck vom Abstand zum Bildschirm. Ein sehr niedrigerer Sichtabstand führt bereits bei frontaler Betrachtung zu leichten Aufhellungen.

Das H-IPS Panel zeigt ohne den A-TW Polarisator Aufhellungen aus dem Winkel.

Diese Aufhellungen werden inzwischen im Internet ähnlich kontrovers diskutiert, wie Color- und Gamma-Shift bei S-PVA Panels. Eine eindeutige Empfehlung können wir hier nicht aussprechen. Während für bestimmte Nutzer Gamma- bzw. Colorshift eines VA-Panels das Ausschlusskriterium bilden, gilt dies umgekehrt für die Aufhellungen, denen ein H-IPS Panel ohne A-TW Polarisator als Blickwinkeleffekt unterliegt.

Die Diskussion ist am Ende aber akademischer Natur. Der entsprechende Polarisator wird nicht mehr vertrieben und aktuell dominieren diese beiden Paneltypen, d.h. S-PVA von Samsung und H-IPS von LG, den Markt.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den Eizo CG243W bezüglich seiner Farbechtheit überprüft und getestet, wie gut sich der TFT-Monitor kalibrieren lässt. Die Ergebnisse sind hauptsächlich für die Grafik- und Fotobearbeitung interessant. Für den Office-Betrieb und Spiele sind sie größtenteils vernachlässigbar, da bei diesen Anwendungen der subjektive Eindruck überwiegt.

Zunächst haben wir den maximalen Farbraum des TFTs ermittelt und einerseits mit dem Druckfarbraum Isocoated und andererseits mit den Farbräumen sRGB, AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 verglichen.

Farbraumvergleich

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zudem geht Windows von sRGB aus, wenn zu einem Gerät oder einer Grafikdatei kein Farbprofil vorliegt. Zum Funktionieren dieser "sRGB-Kette" ohne Farbmanagement müssen allerdings alle beteiligten Komponenten die Spezifikationen erfüllen (und dürfen Sie, in Bezug auf den Farbraum, auch keinesfalls "übererfüllen").

Viele Farbdrucker arbeiten auf Normalpapier mit dem sRGB-Profil. Auch deshalb ist der sRGB-Farbraum im Gegensatz zum ISOcoated-Druckfarbraum für "Normalanwender" von Bedeutung.

Interessant ist der Vergleich zum ISOcoated-Farbraum des Offsetdrucks, da dieser in der Regel dem Mindesten entspricht, was aktuelle Tintenstrahldrucker bewältigen können. Viele moderne Tintenstrahldrucker und Druckverfahren decken darüber hinaus einen noch größeren Bereich ab.

Isocoated: 98 % Abdeckung

Dreidimensionaler Vergleich des Monitor-Farbraums (schwarze Linie) mit dem Referenzfarbraum "Isocoated" des Offset-Drucks (weiße Linie).

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