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TESTBERICHT: Iiyama ProLite B2206WS-B1 Teil 4


Bedienung

Hinsichtlich der Bildschirmausrichtung gibt es keine störenden Hindernisse. Der Monitor steht trotz des instabilen Eindrucks, den er macht, stets sicher auf seinem großzügig dimensionierten Standfuß. Die perfekte Ausrichtung ist nicht ganz passend zu den Anschlägen im Gelenk, welches für die Pivotfunktion verantwortlich ist, aber dies ist leicht korrigierbar. Einmal ausgerichtet, hält der Iiyama B2206WS sicher jede eingestellte Position. Die einzelnen Scharniere geben hierbei nicht übermäßig nach und sich durchaus angenehm zu verstellen.

Wie bereits im Abschnitt "Mechanik" angeführt, überzeugen die Tasten nicht. Ihre Ausrichtung nach unten ist nicht das Problem, sondern schlechte Haptik und fehlende Präzision in der Bedienung. Die Tasten wackeln, haben einen sehr straffen Druckpunkt und lösen den erwünschten Klick manchmal nicht und dann wieder doppelt aus. In Kombination mit einem OSD, welches beim Wechsel der Menüpunkte mindestens eine Sekunde braucht, ergibt das ein nichtzufriedenstellendes Ergebnis.

Die Beschriftung der Tasten ist im Kunststoff eingeprägt. Nach kurzer Gewöhnung orientiert man sich jedoch eher anhand der LED in der Mitte zwischen den Tasten, da die Beschriftungen bei schwacher Beleuchtung nicht mehr klar unterscheidbar sind.

Die Power-LED selbst ist recht weit von der aktiven Displayfläche entfernt und zudem nach unten ausgerichtet. Im Betrieb schimmert so der Standfuß in einem fahlen bläulichen Licht. Im Stand-By ist die LED schwach Orange erleuchtet. Wird der Monitor über den Taster abgeschaltet, so erlischt die LED komplett.

Da der An-Aus-Knopf unmittelbar neben den Tasten für das OSD liegt und sich haptisch nicht unmittelbar zu erkennen gibt, kann es vorkommen, dass man im OSD während des Einstellens ungewollt den Monitor abschaltet. Es gäbe elegantere Lösungen, andererseits sollte man als normaler Benutzer wohl kaum ununterbrochen im OSD Einstellungen vornehmen müssen, weshalb dies nicht als Mangel angesehen wird.

Tasten von links nach rechts

Source: Wählt aus, welcher Eingang aktiviert sein soll, DVI oder D-Sub.

Auto / zurück: Bei analoger Bildzuspielung kann hier das Bild justiert werden. Im OSD werden mit diesem Knopf aktivierte Einstellungen, Menüs und das OSD an sich verlassen.

ECO / "-": Ohne OSD wird der ECO-Modus durchgewechselt. Im OSD springt man nach unten bzw. verringert eine aktivierte Einstellung, zum Beispiel die Helligkeit.

Volume / "+": Ruft das Fenster zur Justierung der Lautstärke auf. Bei geöffnetem OSD werden ausgewählte Einstellungen erhöht oder im OSD nach oben navigiert.

Menu / Select: Öffnet das OSD und seine Untermenüs. Wählt Optionen aus, damit diese daraufhin verstellt werden können.

An/Aus: Schaltet den Monitor ein oder aus.

OSD

Das OSD ist identisch zu dem des Iiyama ProLite B2409HDS-1, der bereits getestet wurde. Die dort zu findende Beschreibung ist ausführlich und stellt alle Menüpunkte vor. Da außerdem das Handbuch jeden Menüpunkt samt jeglichen Einstellungsmöglichkeiten erklärt, reicht es wohl zur Auffrischung, nur ein ausgesuchtes Foto des OSDs zu präsentieren.

Das OSD ist übersichtlich und recht intuitiv zu bedienen, wobei die Tasten das größte Hindernis darstellen, wenn sie Eingaben nicht oder eben doppelt annehmen.

Die bunten Icons auf der linken Seite markieren die Menüpunkte, der große rechte Bereich für die Einstellungen ist schlicht und übersichtlich gehalten.

Ein Wechsel zwischen den einzelnen Menüpunkten dauert leider ca. eine ganze Sekunde. Das dargestellte Informationsmenü braucht sogar noch etwas länger zur Darstellung.

Die auswählbaren Farbmodi können nicht überzeugen und die fünf unterschiedlichen Presets, hier "Picture Mode" genannt, mit den Bezeichnungen Text, Internet, Movie und Sport bewirken im Vergleich zum Preset Standard lediglich eine Anpassung der Helligkeit. Auch der ECO-Modus, der über eine Taste auch ohne Umweg des OSDs aktiviert wird, legt nur die Helligkeit in drei fest vorgegebenen Schritten fest.

Da die Helligkeit auch manuell frei gewählt werden kann, ist der Nutzen dieser dreifachen Belegung nicht ersichtlich. Vermutlich wurde "ECO" nur hinzugefügt, da es gerade im Trend liegt.

Selbst in dunklen Umgebungen sind die deutlich hervorstehenden Tasten, deren Lage zusätzlich durch die LED markiert wird, nicht schwer zu finden. Die Zuordnung zu den Funktionen ist aufgrund der nicht so gut lesbaren Beschriftung jedoch schon schwieriger und bedarf ein wenig Übung.

Software

Dem Monitor liegt keine Software bei. Die Herstellerseite bietet einen passenden Treiber sowie Software für die Pivotierung an. Letzteres bringt jeder Grafikkartentreiber von Haus aus heute mit.

Bildqualität

Das TN-Panel des 22-Zoll-Sprösslings von Iiyama ist mit 2 ms (grau-zu-grau) bzw. 5 ms für einen kompletten schwarz-weiß-schwarz-Wechsel erstaunlich flott, bedenkt man, dass es sich hier um ein Gerät handelt, welches offiziell in der Business-Klasse angesiedelt ist und nicht primär für anspruchsvolle Gamer entwickelt wurde.

Der Kontrastregler steht am Werk auf 70, was die ideale Einstellung für diesen Monitor darstellt. Erhöht man den Wert, fallen sofort die hellsten Farbabstufungen zusammen und werden durch den jeweiligen Maximalwert ersetzt, bei einem Graukeil also durch Weiß. Erhöht man die Einstellung auf das Maximum von 100, so fallen annähernd 30 Prozent aller Abstufungen weg, so dass ein Drittel des Monitors keinen Farbverlauf mehr zeigt, sondern eine rein weiße Fläche. Warum ein Monitorhersteller eine solche Option überhaupt einbaut, ist nicht ersichtlich, denn nutzbar ist das Bild dann eher nicht.

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