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TESTBERICHT: Acer GD245HQbid Teil 15


Leistungshungrige Spiele zwingen oft zum Herunterregeln der Auflösung. Gewöhnlich regelt man dann nur eine Auflösungsstufe herunter, um nicht zu viele Details zu verlieren. Je näher die Ist-Auflösung an der nativen Auflösung liegt, desto kritischer wird es für die Interpolation, da die Pixel nicht mehr z.B. durch Verdoppelung angezeigt werden können. Hier schlägt sich der GD245HQbid sehr gut. Die nächste Auflösung 1.680 x 1.050 wird sauber dargestellt.

Interpoliertes Spiel bei 1.680 x 1.050.

Bildschärfe

Über eine Funktion oder Einstellung zur Veränderung des Schärfegrades verfügt der ACER GD245HQbid nicht.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Overdrive-Verhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem aufwendigen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den GD245HQbid haben wir in nativer Auflösung bei 60 und 120 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Mit der Reset-Funktion im OSD wurde der Monitor zunächst auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, dann wurde die Helligkeit auf 100 Prozent eingestellt. Das adaptive Kontrastmanagement blieb ausgeschaltet. Für andere Auflösungen, Bildfrequenzen oder Anschlüsse könnten sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die dabei gemessenen Schaltzeiten, in denen die relative Pixelhelligkeit jeweils von 10 auf 90 Prozent angestiegen bzw. abgefallen ist, werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Die Schaltzeiten sind typisch für ein aktuelles TN-Panel.

Erläuterung der Darstellung: Die Schaltzeiten ermitteln wir in zwei Messreihen, die sich an beiden Normen orientieren. Die erste Messreihe beschreibt die Zeit für einen Schwarz-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild abrupt von Schwarz (RGB 0) zu Grau umschaltet (Anstiegszeit, Rise Time) und wieder zurück (Abfallzeit, Fall Time). Der Grauwert variiert dabei von 30 % (RGB 77) bis 100 % (RGB 255 = Weiß), der 100 %-Wert entspricht also dem alten Normwert schwarz-zu-weiß. Diese Reihe trifft am ehesten auf Bildmaterial mit starken Kontrasten zu.

Die zweite Messreihe beschreibt die Zeit für einen Grau-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild zwischen zwei Grauwerten umgeschaltet wird. Die beiden Grauwerte liegen jeweils nur um 30 Prozent auseinander (100 %: RGB 178 zu 255, 90 %: RGB 153 zu 230, 80 %: RGB 128 zu 205, usw.). Diese Reihe trifft eher auf Bildmaterial mit geringeren Kontrasten zu. Die so ermittelten Stichproben berücksichtigen nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld und liegen deshalb oft erheblich über den Herstellerangaben.

Das Datenblatt des Acer GD245HQbid gibt als Reaktionszeit 2 Millisekunden an, ohne dies näher zu spezifizieren. Bei unseren Messungen erreichen wir diesen Wert nicht: die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 6,9 Millisekunden.

Die Untersuchung bei 60 Hz Bildfrequenz zeigt ein typisches Verhalten für ein mittelschnelles TN-Panel. Die Anstiegszeiten liegen nahezu konstant bei etwa 5 Millisekunden, die Abfallzeiten bei rund 1 Millisekunde. Bei den Grau-zu-Grau-Wechseln verlängern sich die Abfallzeiten auf fast 7 Millisekunden bei 100 Prozent.

Links: Schaltzeiten schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.

Im 120 Hz Betrieb ändern sich die gemessenen Bildaufbauzeiten nicht. Dementsprechend reicht die Zeitspanne in den meisten Fällen so gerade noch aus, um innerhalb eines Frames die Endhelligkeit zu erreichen. Bei den langsameren Bildwechseln mit hellen Grauwerten über 70 Prozent wird die Zeit knapp und die Signalspitzen werden zunehmend abgeschnitten. Die gemittelten Helligkeiten eines Bildwechsels mit den Zielwerten 100-zu-70 % dürften tatsächlich eher bei 90-zu-80 % liegen. Der daraus resultierende Kontrastverlust verstärkt noch die ohnehin sehr hohen Verluste durch die Shutterbrille im 3D-Betrieb.

Bildaufbau bei 120 Hz, links: schwarz zu weiß; rechts: grau 70% zu grau 100 %.

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