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TESTBERICHT: Eizo CG303W Teil 6


Ungewöhnlich ist der Umstand, dass der Eizo CG303W optional Signale mit 10bit pro Kanal verarbeitet, obwohl nur zwei DVI-D-Eingänge zur Verfügung stehen. Über den DualLink-DVI-Eingang kann bei Unterstützung durch Grafikkarte, Betriebssystem, Treiber und Anwendung entsprechend zugespielt werden. Allerdings zwingen Bandbreitenbeschränkungen zur Bescheidenheit: In nativer Auflösung sinkt die unterstützte Bildwiederholfrequenz auf 30Hz. Für die EBV ist das aber völlig ausreichend. Aufgrund der Hold-Type Charakteristik eines LCDs kann ein Flimmern vermieden werden. Nur die Maussteuerung läuft Gefahr, etwas träge zu werden.

Wer weiter in 60Hz zuspielen möchte, muss auf maximal 1.680 x 1.050 Pixel ausweichen. Eine bildschirmfüllende Darstellung ist in diesem Fall nicht möglich, da bei einem 10bit Signal der Scaler des CG303W umgangen wird. Wir müssen uns in diesem Fall auf die Angaben des Handbuchs verlassen: Mangels geeigneter Grafikkarte konnten wir die Zuspielung mit 10bit pro Kanal nicht testen. Die Ausgabe in 10bit via DualLink-DVI dürfte auch den größten Stolperstein darstellen.

Das Panel selbst wird, unabhängig von der Zuspielung, mit 8bit pro Kanal angesteuert. Eine FRC-Dithering-Stufe bereitet das durch die Elektronik transformierte Signal auf. Tonwertverluste durch simples Beschneiden der auszugebenden Werte werden vermieden. Das Dithering implementiert Eizo dabei selbst im eigenen ASIC. Im Ergebnis ist das gelungen: Nur ein minimales Grieseln in dunklen Tonwerten weist auf die temporale Komponente hin. Störend ist das, wie auch in anderen guten Umsetzungen, nicht. Spatiale Dithering-Muster bleiben aus.

Testbild um Grauverläufe zu überprüfen.

Banding in Farb- und Grauverläufen konnten wir weder in der Werkseinstellung noch mit davon abweichenden Parametern feststellen. Das gilt auch für die Ergebnisse der Hardwarekalibrierung, egal ob mit und ohne Farbraumemulation. Dies änderte sich auch nach der Softwarekalibrierung mit verschiedenen Kalibrationszielen nur unwesentlich: Der Eizo CG303W verhält sich sehr neutral, die Werkskalibration wurde sorgfältig durchgeführt. Leichtes Banding kann in diesem Zusammenhang nur bei einer Zielgradation von sRGB oder L* ausgemacht werden. Eine entsprechende OSD-Einstellung fehlt, womit über die Grafikkarten-LUT korrigiert werden muss. Da jedoch auch für eine Softwarekalibrierung eine Messsonde eingesetzt werden muss, verliert sie durch den mitgelieferten Color Navigator zur Hardwarekalibrierung ohnehin ihren Sinn.

Tonwerte sind in der Werkseinstellung (Gamma 2.2) ab der zweiten Stufe sichtbar (die Testbilder werden ohne Farbmanagement angezeigt). Am anderen Ende des Helligkeitsspektrums sind die zwei letzten Tonwerte nicht mehr differenzierbar. Der fixe sRGB-Modus erreicht keine sRGB-Gradation: Die Darstellung bleibt in Bezug auf die Helligkeitsverteilung identisch. Das ändert sich erst im Rahmen der Farbraumemulation.

Die Differenzierung heller und dunkler Graustufen wurde mittels entsprechender Testbilder überprüft.

Die Ausleuchtung kann überzeugen: Störende Lichthöfe oder Wolkenbildung bleiben trotz der vergleichsweise großen Panelfläche aus. Nur mit langer Belichtungszeit werden ein paar Unregelmäßigkeiten sichtbar. Sie verschwimmen allerdings mit dem blickwinkelbedingten "Aufscheinen" dunkler Tonwerte.

Ausleuchtung des Monitors bei kurzer Belichtungszeit (links) und langer Belichtungszeit (rechts).

Der Schwarzpunkt liegt in der Werkseinstellung (abweichend: RGB-Gain-Regler jeweils auf 100, um den nativen Weißpunkt zu erreichen) bei 0,20 cd/m². Die gleichzeitig erreichte Helligkeit von etwa 136 cd/m² führt zu einem völlig ausreichenden aber nicht sehr guten Kontrastverhältnis. Das ist allerdings auch nicht das Optimierungsziel für das Einsatzgebiet des Eizo CG303W. Bei einer Helligkeitseinstellung von 0 Prozent ermitteln wir einen Schwarzpunkt von noch 0,14 cd/m².

Die nun auf gut 92 cd/m² abgesunkene Helligkeit zeigt, dass die Regelung vollständig über die Hintergrundbeleuchtung erfolgt - der Weißpegel bleibt unverändert. Der Eizo CG303W liegt damit etwa auf dem Niveau des NEC PA271W mit höchster ColorComp-Einstellung. Die kleineren Modelle CG243W und CG245W erreichen mit ihrem H-IPS Panel eine noch geringere Maximalhelligkeit bei vergleichbaren Kontrastwerten.

Eizo gibt für den CG303W eine Maximalhelligkeit von 260 cd/m² an. Mit nativem Weißpunkt messen wir mit knapp 240 cd/m² einen etwas geringeren Wert. D65 als Weißpunkt führen zu einer Absenkung auf gut 193 cd/m². Bei D50 bleiben noch etwa 174 cd/m² übrig. Ohne den "DUE" (Digital Uniformity Equalizer, Eizos Kompensationsschaltung zur Verbesserung der Bildhomogenität) würden die Werte, und damit auch das Kontrastverhältnis, noch etwas höher liegen. Der "DUE" führt, vergleichbar mit ColorComp von NEC, zu einer Absenkung des Weißpegels.

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