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TESTBERICHT: LG Flatron W2363D Teil 7


Blickwinkel

Das Datenblatt gibt für den W2363D einen horizontalen Blickwinkel von 170 Grad und einen vertikalen von 160 Grad bei einem Kontrastverhältnis von mindestens 10:1 an. In der Realität werden diese Werte von TN-Panels aber nur erreicht, wenn man drastische Farbverfälschungen akzeptiert.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des LG W2363D.

Hier macht auch der LG W2363D keine Ausnahme. Den besten Bildeindruck erhält man noch, wenn man genau mittig vor dem Bildschirm sitzt und vertikal in einem Winkel von etwa 5 Grad von oben auf die Bildfläche sieht. Es fällt aber schwer, dies als "optimale Position" zu beschreiben: eigentlich gibt es keine Stelle, an der das Bild einigermaßen ausgewogen erscheint.

Das Foto zeigt den Bildschirm bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Das Resultat überzeugt nicht: die Farben verblassen stark, Weiß wird silbrig und Orange verfärbt sich zu Gelb. Bei vertikalen Blickwinkeln von oben hellt sich das Bild noch etwas schneller auf als von der Seite, bleibt aber farbstabiler. Von unten betrachtet wird das Display wie bei allen TN-Panels sehr schnell dunkel, Gelb wird zu Orange, Grün wird zu Violett und Blau dunkelt stark ab. Eine Negativdarstellung ist nicht zu beobachten. Insgesamt bewegt sich die Blickwinkelstabilität auf unbefriedigendem Niveau.

Für die Fotobearbeitung hat sich der W2363D damit disqualifiziert. Beim Filmspaß mit Freunden müssen seitlich sitzende Zuschauer auffällige Qualitätseinbußen hinnehmen.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben den LG W2363D vor und nach der Kalibration und Profilierung umfangreich vermessen und die Ergebnisse ausgewertet. Die Ergebnisse sind insbesondere für die Bildverarbeitung interessant. Für den Einsatz im Office, für den TV-Betrieb und für Spiele ist zumindest eine ausreichende Neutralität des Bildschirms wichtig. Die Messungen werden in einer eigenen Software ausgewertet, was eine exakte und detaillierte Aussage zum vorliegenden Testgerät ermöglicht.

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Zunächst haben wir ermittelt, wie gut der Monitor verschiedene Farbräume abdeckt. Als Referenz nutzen wir den Arbeitsfarbraum sRGB. Zusätzlich haben wir mit dem Profil ISOcoated V2 verglichen. Es basiert auf den FOGRA39-Charakterisierungsdaten und repräsentiert die Standard-Druckbedingungen für den Offset-Druck auf bestimmten Papiertypen. Die exakten Bedingungen können als PDF-Dokument angesehen werden. Mit AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 haben wir nicht verglichen, weil dieser Monitor nicht über einen erweiterten Farbraum verfügt.

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zum Funktionieren der sRGB-Kette ohne Farbmanagement sollten allerdings alle beteiligten Komponenten die Spezifikationen möglichst exakt erfüllen, oder selbständig geeignete Transformationen durchführen. Für einen modernen Tintenstrahldrucker, der meist einen deutlich größeren Farbraum abdecken kann, bedeutet dies, dass treiberseitige Umrechnungen vorgenommen werden müssen. Ein Bildschirm mit erweitertem Farbraum muss einen brauchbaren sRGB-Modus besitzen.

3D-Farbraumvergleich

Wie gut der LG W2363D diese beiden wichtigsten Farbräume abdeckt, zeigt die nachstehende dreidimensionale Analyse.

Erläuterung der 3D Ansichten: Das schwarze Netz stellt den jeweiligen Referenz-Farbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum. Die tatsächliche Schnittmenge beider Farbräume macht der bunte Würfel kenntlich. Der Monitorfarbraum kann den Referenzfarbraum dann nicht mehr vollständig darstellen, wenn das schwarze Netz aus dem Würfel herausragt. Falls der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Netz aus dem Würfel heraus.

Die Farbraumansicht wurde anhand des während der Profilierung erstellten ICC-Matrix-Profils mit dem Programm ICC3D generiert. Es berechnet für die Aufbereitung eine Vielzahl von Stützstellen aus den vorhandenen Parametern. Durch die Kalibration auf den für den jeweiligen Arbeitsfarbraum empfohlenen Weißpunkt, der aber keine zwingende Vorgabe darstellt, wird der Farbraum gegenüber der Werkseinstellung etwas eingeschränkt bzw. verändert (umso stärker, je weiter die Intensität der Farbkanäle reduziert werden musste).

Die Abweichungen zu den im UGRA-Test ermittelten Abdeckungen kommen dadurch zustande, dass die dort vermessenen Tonwerte im Hinblick auf ein maximales DeltaE (originäre Definition von 1976) von 5 ausgewertet werden. Eine hier ermittelte Abdeckung von 100 Prozent führt daher nicht zwangsläufig zu einer vollständigen Abdeckung des angegebenen Referenzfarbraumes.

ISOcoated V2 (FOGRA39): 92 % Abdeckung

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