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TESTBERICHT: ViewSonic VP2365wb Teil 7


Blickwinkel

Das Datenblatt gibt für den VP2365WB einen horizontalen und vertikalen Blickwinkel von 178 Grad bei einem Kontrastverhältnis von mindestens 10:1 an. In der Realität könnte man bei solch extremen Winkeln auf einem TN-Panel nichts mehr erkennen. Aber auch bei VA-Panels müsste man sichtbare Farbverfälschungen akzeptieren. Wie schneidet dann also ein E-IPS-Panel ab?

Der VP2365WB aus verschiedenen Blickwinkeln.

Das Foto zeigt den VP2365WB bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 70 Grad und vertikalen von + 60 und - 45 Grad. Das Resultat ist wirklich beeindruckend gut: die Farben verblassen oder verdunkeln kaum wahrnehmbar, auch Farbverschiebungen sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Dieses hervorragende Verhalten ist konstant bis hin zu schon extremen Blickwinkeln. Nur die dunklen Bildbereiche dunkeln zuletzt doch ein wenig zu stark ab und zeigen zudem eine ganz leichte Tendenz ins Violette. Bei ausgedehnten dunklen Bildbereichen kann auch der zuvor beschriebene Gelbschimmer auftreten. Auch Orange verschiebt sich ein wenig hin zu Gelb.

Trotz dieser kleinen Mängel bei extremen Blickwinkeln kann der Monitor beim Blickwinkel voll überzeugen, die Herstellerangabe von 178 Grad ist nicht übertrieben. Damit ist dieser Monitor auch im Hochformatmodus uneingeschränkt nutzbar. Auch gehört der VP2365WB zu den wenigen LCD-Monitoren, die von einer ganzen Gruppe von Zuschauern gleichzeitig betrachtet werden können, ohne den Außenstehenden einen jämmerlichen Bildeindruck zuzumuten, wie es bei TN-Panels meist der Fall ist. Für Präsentationen im Büro, aber auch für den Film- und Fotospaß in privater Runde oder als PC-TV ist dieser Bildschirm hervorragend geeignet. Auch für die Fotobearbeitung im Amateurbereich ist damit (vorbehaltlich der Kalibrierung) eine der wichtigsten Voraussetzungen gegeben.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben den ViewSonic VP2365WB vor und nach der Kalibration und Profilierung umfangreich vermessen und die Ergebnisse ausgewertet. Die Ergebnisse sind insbesondere für die Bildverarbeitung interessant. Für den Einsatz im Office, für den TV-Betrieb und für Spiele ist zumindest eine ausreichende Neutralität des Bildschirms wichtig. Die Messungen werden in einer eigenen Software ausgewertet, was eine exakte und detaillierte Aussage zum vorliegenden Testgerät ermöglicht.

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Zunächst haben wir ermittelt, wie gut der Monitor verschiedene Farbräume abdeckt. Als Referenz nutzen wir den Arbeitsfarbraum sRGB. Zusätzlich haben wir mit dem Profil ISOcoated V2 verglichen. Es basiert auf den FOGRA39-Charakterisierungsdaten und repräsentiert die Standard-Druckbedingungen für den Offset-Druck auf bestimmten Papiertypen. Die exakten Bedingungen können als PDF-Dokument angesehen werden. Mit AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 haben wir nicht verglichen, weil dieser Monitor nicht über einen erweiterten Farbraum verfügt.

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zum Funktionieren der sRGB-Kette ohne Farbmanagement sollten allerdings alle beteiligten Komponenten die Spezifikationen möglichst exakt erfüllen, oder selbständig geeignete Transformationen durchführen. Für einen modernen Tintenstrahldrucker, der meist einen deutlich größeren Farbraum abdecken kann, bedeutet dies, dass treiberseitige Umrechnungen vorgenommen werden müssen. Ein Bildschirm mit erweitertem Farbraum muss einen brauchbaren sRGB-Modus besitzen.

3D-Farbraumvergleich

Wie gut der ViewSonic VP2365WB diese beiden wichtigsten Farbräume abdeckt, zeigt die nachstehende dreidimensionale Analyse.

Erläuterung der 3D Ansichten: Das schwarze Netz stellt den jeweiligen Referenz-Farbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum. Die tatsächliche Schnittmenge beider Farbräume macht der bunte Würfel kenntlich. Der Monitorfarbraum kann den Referenzfarbraum dann nicht mehr vollständig darstellen, wenn das schwarze Netz aus dem Würfel herausragt. Falls der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Netz aus dem Würfel heraus.

Die Farbraumansicht wurde anhand des während der Profilierung erstellten ICC-Matrix-Profils mit dem Programm ICC3D generiert. Es berechnet für die Aufbereitung eine Vielzahl von Stützstellen aus den vorhandenen Parametern. Durch die Kalibration auf den für den jeweiligen Arbeitsfarbraum empfohlenen Weißpunkt, der aber keine zwingende Vorgabe darstellt, wird der Farbraum gegenüber der Werkseinstellung etwas eingeschränkt bzw. verändert (umso stärker, je weiter die Intensität der Farbkanäle reduziert werden musste).

Die Abweichungen zu den im UGRA-Test ermittelten Abdeckungen kommen dadurch zustande, dass die dort vermessenen Tonwerte im Hinblick auf ein maximales DeltaE (originäre Definition von 1976) von 5 ausgewertet werden. Eine hier ermittelte Abdeckung von 100 Prozent führt daher nicht zwangsläufig zu einer vollständigen Abdeckung des angegebenen Referenzfarbraumes.

ISOcoated V2 (FOGRA39): 92 % Abdeckung

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