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TESTBERICHT: ViewSonic VX2739wm Teil 6


Links: Gemessene Helligkeitsverteilung, rechts: Homogenität eines weißen Testbilds.

Lediglich die inneren drei unserer 15 Messfelder können als gleichmäßig bezeichnet werden, zu allen Randbereichen hin lässt vor allem die Leuchtdichte nach. Die mittlere Leuchtdichte liegt rund 9 Prozent unter dem Bezugswert in der Bildmitte, in allen Randbereichen muss man rundum mit etwa 12 Prozent weniger Helligkeit rechnen. Die mittlere Homogenität erreicht passable 1,3 deltaC, die deutlicheren Farbabweichungen treten im oberen Drittel auf.

Bei der subjektiven Beurteilung des Weißbildes wird erkennbar, dass die linke Seite des Panels ein wenig dunkler als die Mitte erscheint mit einem Gelbstich in Richtung der Ecken. Dieses Ergebnis ist für ein TN-Panel durchschnittlich.

Blickwinkel

Das Datenblatt gibt für den VX2739wm einen Blickwinkel von 170 Grad horizontal und 160 Grad vertikal bei einem Kontrastverhältnis von mindestens 5:1 an. Dies deutet bereits auf einen engen Blickwinkelbereich hin, üblicherweise wird bei diesen Winkelangaben ein Mindestkontrast von 10:1 angegeben.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des ViewSonic VX2739wm.

Die Untersuchung zeigt, dass die Farbdarstellung schon bei kleineren Blickwinkeln tatsächlich sehr stark nachlässt. Den besten Bildeindruck erhält man noch, wenn man genau mittig vor dem Bildschirm sitzt und vertikal ganz leicht von unten auf die Bildfläche sieht. Es fällt aber schwer, dies als "optimale Position" zu beschreiben: eigentlich gibt es keine Stelle, an der das Bild einigermaßen ausgewogen erscheint.

Das Foto zeigt den Bildschirm bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Das Resultat überzeugt nicht: die Farben verblassen stark, Weiß wird silbrig und Orange verfärbt sich zu Gelb. Bei vertikalen Blickwinkeln von oben hellt sich das Bild noch etwas schneller auf als von der Seite, bleibt aber farbstabiler. Von unten betrachtet wird das Display wie bei allen TN-Panels sehr schnell dunkel, Gelb wird zu Orange, Grün wird zu Violett und Blau dunkelt stark ab. Eine Negativdarstellung ist nicht zu beobachten. Insgesamt bewegt sich die Blickwinkelstabilität auf unbefriedigendem Niveau.

Für die Fotobearbeitung hat sich der VX2739wm damit disqualifiziert. Auch der Filmspaß ist getrübt: seitlich sitzende Zuschauer müssen auffällige Qualitätseinbußen hinnehmen, die über das bei kleineren TN-Displays schon übliche Maß noch deutlich hinausgehen.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben den VX2739wm vor und nach der Kalibration und Profilierung umfangreich vermessen und die Ergebnisse ausgewertet. Die Ergebnisse sind insbesondere für die Bildverarbeitung interessant. Für den Einsatz im Office, für den TV-Betrieb und für Spiele ist zumindest eine ausreichende Neutralität des Bildschirms wichtig. Die Messungen werden in einer eigenen Software ausgewertet, was eine exakte und detaillierte Aussage zum vorliegenden Testgerät ermöglicht.

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Zunächst haben wir ermittelt, wie gut der Monitor verschiedene Farbräume abdeckt. Als Referenz nutzen wir den Arbeitsfarbraum sRGB. Zusätzlich haben wir mit dem Profil ISOcoated V2 verglichen. Es basiert auf den FOGRA39-Charakterisierungsdaten und repräsentiert die Standard-Druckbedingungen für den Offset-Druck auf bestimmten Papiertypen. Die exakten Bedingungen können als PDF-Dokument angesehen werden. Mit AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 haben wir nicht verglichen, weil dieser Monitor nicht über einen erweiterten Farbraum verfügt.

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zum Funktionieren der sRGB-Kette ohne Farbmanagement sollten allerdings alle beteiligten Komponenten die Spezifikationen möglichst exakt erfüllen, oder selbständig geeignete Transformationen durchführen. Für einen modernen Tintenstrahldrucker, der meist einen deutlich größeren Farbraum abdecken kann, bedeutet dies, dass treiberseitige Umrechnungen vorgenommen werden müssen. Ein Bildschirm mit erweitertem Farbraum muss einen brauchbaren sRGB-Modus besitzen.

3D-Farbraumvergleich

Wie gut der ViewSonic VX2739wm diese beiden wichtigsten Farbräume abdeckt, zeigt die nachstehende dreidimensionale Analyse.

Erläuterung der 3D Ansichten: Das schwarze Netz stellt den jeweiligen Referenz-Farbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum. Die tatsächliche Schnittmenge beider Farbräume macht der bunte Würfel kenntlich. Der Monitorfarbraum kann den Referenzfarbraum dann nicht mehr vollständig darstellen, wenn das schwarze Netz aus dem Würfel herausragt. Falls der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Netz aus dem Würfel heraus.

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