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TESTBERICHT: HP Pavilion 22xi Teil 6


Reaktionsverhalten

Den 22xi haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt finden wir eine Reaktionszeit von 7 Millisekunden (GtG). Die Overdrive-Option heißt im deutschen OSD umständlich "Aktualisierung beschleunigen", da verwenden wir lieber den englischen Begriff Video Overdrive. Mehrere Stufen gibt es nicht, nur ein und aus. Nach dem Reset ist der Overdrive ausgeschaltet.

In dieser Einstellung messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (rise + fall) mit 14,0 Millisekunden, der schnellste Grauwechsel benötigt 11,3 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt lange 20,5 Millisekunden.

Overdrive aus: längere Schaltzeiten, neutraler Verlauf ohne nennenswerte Überschwinger.

Der Helligkeitsverlauf im rechten Chart zeigt den Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent. Eine leichte Beschleunigung ist durchaus vorhanden, wie man an den leichten Ausschlägen des Kurvenverlaufs über die Maximal- und Minimallinie hinaus erkennen kann.

Diese sind aber so schwach, dass man kaum von Überschwingern reden möchte. Diese neutrale Charakteristik bringt allerdings ziemlich lange Anstiegszeiten (rise) bei den dunkleren Bildwechseln mit sich, was der sauberen Durchzeichnung schnell bewegter dunkler Szenen in Spielen und auch Videos nicht gut tut.

Overdrive ein: kürzere Schaltzeiten, starke Überschwinger.

Genau dieses Problems nimmt sich der aktivierte Video Overdrive an. Um den Preis leichter Überschwinger geht die durchschnittliche Schaltzeit um fast 40 Prozent zurück, was zum allergrößten Teil auf die jetzt viel schnelleren dunkleren Bildwechsel zurück geht.

Die Gefahr von Bildartefakten nimmt insgesamt aber nur wenig zu, denn der Overdrive geht auch hier keinesfalls brachial zu Werke. Für Gamer bedeutet dies allerdings auch, dass die Schaltzeiten noch längst nicht so kurz sind wie bei schnellen TN-Panels.

Die Wahl der passenden Overdrive-Einstellung ist nicht schwer: einschalten, fertig.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit nur 0,8 Millisekunden ist die Signalverzögerung des 22xi kaum noch zu unterbieten.

Die halbe mittlere Bildwechselzeit von 6,4 Millisekunden (Overdrive ein) ist auch recht kurz, daher kann der 22xi mit seiner mittleren Gesamtlatenz von nur 7,2 Millisekunden selbst sehr engagierte Spieler zufrieden stellen.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des 22xi arbeitet mit White LED. Die Helligkeit wird mit dem verbreiteten PWM-Verfahren geregelt.

Selbst bei voll aufgedrehtem Backlight werden schon ganz kurze Pausen eingelegt, mit nur 2 Prozent Pausenanteil (entspricht einer Tastrate von 98 Prozent) sind die aber nicht wahrnehmbar.

Abgeregelt auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve) ist die PWM-typische Rechteckschwingung im Chart deutlich zu sehen, die Schaltfrequenz beträgt 265 Hz mit einer Tastrate von 52 Prozent. Das Backlight-Flimmern sollte daher nur für besonders empfindliche Menschen wahrnehmbar sein.

LED-Backlight mit PWM-Steuerung.

Subjektive Beurteilung

Durch die guten Messergebnisse ist der Monitor für Gelegenheitsspieler uneingeschränkt zu empfehlen. Da der Monitor keinen 120 Hz Modus besitzt, sind aber leichte Schlieren erkennbar. Hardcoregamer greifen dagegen wie gewohnt am besten zu Geräten mit TN-Panel und mindestens 120 Hz.

Wer aus anderen Gründen dagegen ein IPS-Panel benötigt, bekommt mit dem HP Pavilion 22xi einen Monitor mit einem der besten Latenzenwerte die wir bei dieser Panelart bisher ermitteln konnten.

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