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TESTBERICHT: Philips 231P4QRYES Teil 5


Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden - in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 Display Pro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Bei der Abdeckung des sRGB-Farbraums erleben wir eine kleine Überraschung: der 231P4QRYES erreicht ein sehr gutes Ergebnis von 98,2 Prozent. Für ein Consumergerät ist dieser Wert hervorragend, die Fotoamateure wird es freuen.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset befindet sich der Monitor in der Farbeinstellung 6500K, der Gammaregler zeigt den Wert 2,2. Im OSD finden wir auch eine sRGB-Einstellung, diese haben wir dann für die Untersuchung der Farbwiedergabe verwendet.

Farbwiedergabe in des sRGB-Modus.

Wie so oft ist die Farbstimmung in der werksmäßigen sRGB-Einstellung mit gut 7100K recht kühl. Die Abweichungen bei den Primärfarben sind teils klein und teils groß, bei den Sekundärfarben durchgehend groß. Bei den Graustufen steigt die Farbtemperatur meist sogar auf 8000K an, somit sehen wir auch hier große deltaC-Werte. Die Gammakurve verläuft um rund 0,2 zu hoch mit einem steilen Anstieg bei den sehr hellen Werten.

Grafik- und Fotoamateure werden vor allem die sehr gute Farbraumabdeckung schätzen, die Blaulastigkeit und der nicht normgerechte Gammaverlauf müssen allerdings im vordefinierten sRGB-Modus hingenommen werden. Insbesondere die Graubalance mit einem durchschnittlichen Wert von 3,84 und einer Range von 5,54 disqualifizieren den Monitor in diesem voreingestellten Modus für die Bildbearbeitung.

Allen Änderungen einzelner Parameter widersetzt sich der sRGB-Modus hartnäckig, leider zählt dazu auch der voll aufgedrehte Helligkeitsregler. Stets will das OSD auf die Standardeinstellung 6500K zurückschalten, die sich schließlich als die ohnehin bessere Wahl entpuppt: mit auf 2,0 abgesenktem Gamma erfüllt sie die sRGB-Vorgaben besser als das eigentliche sRGB-Profil.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Der sRGB-Modus konnte nicht überzeugen und so überprüfen wir den Standard-Modus, sozusagen so wie das Gerät aus dem Karton kommt.

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung.

Die Ergebnisse machen schon auf den ersten Blick einen besseren Eindruck. Die Primär- und Sekundärfarben werden sichtbar optimiert dargestellt und auch die Graubalance erzielt mit einem durchschnittlichen DeltaC von 1,2 und einer Range von 1,8 gute Werte. Mit diesen Ergebnissen lässt sich mit dem Monitor auch ohne Kalibrierung gut im sRGB-Farbraum arbeiten. Zudem kann die Helligkeit, anders als im sRGB-Modus, problemlos reduziert werden.

Das Fazit lautet: alles so belassen wie Philips den Monitor im Auslieferungszustand anbietet und Hände weg vom sRGB-Modus.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Nach der Kalibrierung mit iColor und dem i1 Display Pro mit White-LED-Korrektur hält der 231P4QRYES die Vorgabewerte sehr gut ein. Alle Messgrößen liegen jetzt sehr nah an der sRGB-Spezifikation, selbst der typische Ausreißer bei Blau ist hier vergleichsweise klein. Umso bedauerlicher, dass die Philips-Ingenieure sich mit dem monitoreigenen sRGB-Profil so wenig Mühe gemacht haben.

Kombiniert mit der sehr guten Blickwinkelstabilität des IPS-Panels ist die Farbwiedergabe beeindruckend gut. Die Anschaffung eines Colorimeters lohnt sich zum Beispiel für den Hobbyfotografen mit Schwarz-Weiß-Ambitionen sehr.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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