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TESTBERICHT: Philips 242G5DJEB Teil 8


120 Hz: wieder lange Anstiegszeiten, keine Überschwinger.

Bei 120 Hz erweist sich die fest vorgegebene Einstellung als erstaunlich langsam. Eine Overdrivewirkung ist nicht erkennbar, im Grunde entspricht das Ergebnis der unbeschleunigten 60 Hz-Einstellung dividiert durch zwei und bleibt damit weit hinter den Zeiten mit Overdrive zurück.

144 Hz: etwas schneller als bei 120 Hz.

Bei 144 Hz ist es dasselbe, nur noch einmal 10 Prozent schneller. Dennoch bleibt das Panel weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, die es uns bei 60 Hz mit maximalem Overdrive so mühelos bewiesen hat. Ein wenig mehr Gas hätten die Entwickler also schon geben können und auch sollen, denn im hier anvisierten Kreis engagierter Gamer zählt letztlich jede Millisekunde.

Als Allroundeinstellung erweist sich die Smart Response-Einstellung Schnell, Videofreunde können es auch mit der nächsthöheren Einstellung Schneller versuchen.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim 242G5DJEB messen wir eine schon recht lange Signalverzögerung von 16,9 Millisekunden, das kommt heute nur noch selten vor. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 2,9 Millisekunden (Smart Response Schnellstens) ausgesprochen kurz, dennoch sind 19,2 Millisekunden für die mittlere Gesamtlatenz bei 60 Hz nicht konkurrenzfähig.

Bei den höheren Bildfrequenzen bessert sich die Situation, denn die Signalverzögerung verkürzt sich im selben Maße wie sich die Bildfrequenz erhöht. Bei 120 Hz messen wir 8,9 Millisekunden, bei 144 Hz dann 6,7 Millisekunden. Leider bringt der fehlende Overdrive jetzt aber längere Zeiten für die halbe mittlere Bildwechselzeit mit sich. Das Ergebnis wirkt insgesamt wenig durchdacht.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des 242G5DJEB arbeitet mit White LED. Die Helligkeit wird mit dem verbreiteten PWM-Verfahren gesteuert.

Selbst bei voll aufgedrehtem Backlight werden Pausen eingelegt, die hier mit über 10 Prozent Pausenanteil (entspricht einer Tastrate von weniger als 90 Prozent) ungewöhnlich groß sind. Abgeregelt auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve) zeigt unser Chart die PWM-typische Rechteckschwingung, die Schaltfrequenz beträgt 240 Hz mit einer Tastrate von nur 39 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass besonders empfindliche Menschen vom Backlight-Flimmern beeinträchtigt werden, ist hoch.

LED-Backlight mit PWM-Steuerung.

Subjektive Beurteilung

Da der 242G5DJEB als "Gaming-Monitor" beworben wird, ist natürlich der subjektive Eindruck äußerst wichtig. Getestet wurde an den Spielen "Tomb Raider" und "Call of Duty Black Ops". Erwartungsgemäß stellt das Testgerät bei der Einstellung auf 144Hz die Inhalte klar und ruckelfrei dar.

Es wird viele Leser geben, die dies für Spinnerei halten, doch wenn man erst einmal auf dieser Bildwiederholungsfrequenz ausgiebig gespielt hat, weiß man diesen Vorteil zu schätzen. Ein besonderer Vorteil liegt hier besonders bei First Person Shooter, denn hier macht sich die 144Hz Technologie sehr positiv bemerkbar. Muss man bei 60Hz erst mal die Orientierung zurückgewinnen, kann man sich bei 144Hz wieder viel schneller um das Wesentliche kümmern. Ghosting oder Bewegungsartefakte konnte zu keiner Zeit wahrgenommen werden.

Philips hat sich unserer Meinung nach mit den anderen voreingestellten Spielmodi keinen großen Gefallen getan. Man merkt Sie im Grunde gar nicht, oder sie fallen negativ auf. Wie schon eingangs erwähnt, werden hier einzig die Farben und die Schärfe verstellt. Negativ wirkt sich die Schärfeeinstellung auf Schriften aus, da sie im Hintergrund hässliche Schatten wirft, aber sonst keinen fühlbaren Vorteil bringt.

Ein recht guter Ansatz ist die Funktion "SmartFrame", die jedoch schon andere Hersteller anbieten. Hier kann man einen Bildausschnitt aufhellen und somit sehr dunkle Passagen aufhellen und evtl. versteckte Gegner schneller ausfindig machen. Leider ist diese Funktion im laufenden Spiel fast nutzlos, da der Bildschirm ca. 2,5 Sekunden dunkel bleibt um diesen Modus ein bzw. auszuschalten. So viel Zeit hat man selbst mit einem 144Hz-Monitor nicht.

Sound

Lautsprecher werden am 242G5DJEB nicht geboten, jedoch ist es möglich Tonsignale von HDMI per 3,5 mm Klinke an Kopfhörern oder einem externen Lautsprechersystem weiterzuleiten. Bei dieser Art von Monitor fehlen Lautsprecher eigentlich auch gar nicht, da die Zielgruppe in der Regel zu leistungsfähigeren Audiosystemen greift und integrierte Lautsprecher an flachen Monitoren baubedingt meistens nicht über einen ordentlichen Klang verfügen.

DVD und Video

Die beiden HDMI-Eingänge des 242G5DJEB können auch für den direkten Anschluss von HD-Zuspielern wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen genutzt werden. Einer der beiden Eingänge ist als kombinierter HDMI/MHL-Eingang ausgewiesen und arbeitet auch mit entsprechend ausgerüsteten Smartphones und Tablets zusammen.

Eine Video-Einstellung im OSD gibt es nicht, die sRGB-Einstellung war mangels Helligkeitsregler auch keine Alternative. Wir haben daher die praktisch identische Werkseinstellung für unser Testvideo gewählt. Smart Response haben wir von Aus auf Schnell verändert.

Das Full-HD-Video vom PC und BluRay-Player konnte uns nicht überzeugen. Die Farben wirkten zunächst natürlich, auch die Hauttöne passten. Insgesamt aber war der Bildeindruck eher kraftlos und vielfach etwas milchig, diese unschöne Eigenschaft wird durch die lästige Blickwinkelabhängigkeit und den etwas schwachen Kontrast ganz allgemein noch verstärkt. In sehr dunklen Passagen kam noch ein lästiger Glüheffekt bei seitlicher Draufsicht dazu, den wir sonst hauptsächlich bei IPS-Bildschirmen beobachten können.

Die Overdrive-Einstellung Schnell erwies sich als völlig ausreichend, auch in schnell bewegten Szenen beobachteten wir weder Nachzieheffekte noch andere Artefakte wie Halos oder einen Korona-Effekt (helle Konturen bei bewegten Objekten).

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