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TESTBERICHT: BenQ SW2700PT Teil 8


Auf der dritten und vierten Seite werden dann die Kalibrierungsparameter für den Monitor eingestellt und der Profiltyp/die Profilversion definiert. Danach braucht man Geduld. Der Kalibrierungsvorgang läuft vollständig automatisch ab, dauert aber auch bei kleinem Messfeldsatz ca. 15 Minuten.

Das erstellte Farbprofil wird automatisch in die Farbverwaltung des Betriebssystems eingetragen. Anschließend hat man noch die Möglichkeit, das Kalibrierungsergebnis zu überprüfen. Zum Abspeichern der Kalibrierungsergebnisse sind zwei Speicherplätze bei den Bildmodi vorgesehen. Die Auswahl wird beim Kalibrierungsvorgang getroffen. Somit hätte man die Möglichkeit, das Gerät auf unterschiedliche Ziele zu kalibrieren und dann einfach per Knopfdruck hin und her zu schalten.

Leider hat das im Test überwiegend nicht funktioniert. Bei Auswahl von "Kalibrierung 2" wurde das Ergebnis regelmäßig falsch unter "Kalibrierung 1" abgespeichert. Ist es uns dennoch mal gelungen, die Kalibrierung auf Speicherplatz 2 zu legen, war der Menüpunkt "Kalibrierung 1" im OSD plötzlich nicht mehr verfügbar. Das wäre in gewisser Weise auch sinnvoll, da bei einem Umschalten gleichzeitig das erstellte Profil im Betriebssystem getauscht werden muss. Dann müsste aber das Umschalten per Software möglich sein. Eine derartige Option gibt es in Palette Master Element nicht.

Insgesamt hinterlassen die Software und die Lösung zur Hardware-Kalibrierung des SW2700PT daher leider keinen sonderlich ausgereiften Eindruck.

Profilvalidierung

Der BenQ SW2700PT zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergibt keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, und die Farbwerte sind sehr gut.

Auffällig ist lediglich der Verlauf der Gammakurve, die bei ca. 85 % Helligkeit plötzlich nach oben ausreißt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Durch die Kalibrierung lassen sich die Ergebnisse im Vergleich zum Werks-Preset noch einmal merklich verbessern. Die Farbabweichungen liegen jetzt alle bei deutlich unter einem Delta E von 1. Auch die Graustufen sind sehr gut. Auffällig ist auch hier lediglich der nicht normgerechte Anstieg der Gammakurve ab 85 % Helligkeit.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe-RGB (farbtransformiert)

Praktisch das gleiche Bild finden wir beim Vergleich mit dem Adobe-RGB-Farbraum. Lediglich die Grauwerte haben sich in der Range etwas verschlechtert und verhindern ein sehr gutes Gesamtergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

In sRGB und Adobe RGB treten aufgrund des großen Farbumfangs beim BenQ SW2700PT faktisch keine Out-of-Gamut-Farben auf. Einige gesättigte Tonwerte in ECI-RGB v2 können dagegen nur näherungsweise durch eine Abbildung auf die Farbraumgrenze dargestellt werden. Damit steigt auch die Gefahr von Tonwertabrissen in diesen Bereichen. Eine Abdeckung von 92 % dieses Farbraums ist dennoch bemerkenswert gut.

Farbraumemulationen

Farbraumemulationen dienen dazu, den Farbraum des Monitors auf einen gewünschten Zielfarbraum zu begrenzen. Das ist immer dann notwendig, wenn eine genaue Farbwiedergabe gefordert ist, aber die verwendeten Anwendungen bzw. Signalquellen kein Farbmanagement unterstützen. Das wären z. B. Office-Anwendungen, die meisten Internet-Browser oder externe Signalquellen wie BD-Player.

Mit den Werks-Presets für sRGB und Adobe RGB bringt der BenQ SW2700PT praktisch bereits zwei Farbraumemulationen mit. Eine weitere Verbesserung mittels Hardware-Kalibration ist nicht möglich, da die Software "Palette Master Element" hierzu schlicht die nötigen Auswahlmöglichkeiten vermissen lässt.

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2 Kommentare vorhanden


Ich hatte mir den Benq SW2700PT vor diesem Test über Amazon.de gekauft und auf ein kleines Wunder gehofft: Einen 27-Zoll Monitor mit erweitertem Farbraum (Wide Gamut > Adobe RGB) zur professionellen Bildbearbeitung, wow.
Leider wurde ich schwer enttäuscht. Der entscheidende Punkt, weshalb ich ihn wieder zurückschicken musste, war die in meinen Augen mangelhafte Bildhomogenität. Das abgebildete Beispiel hier im Test (Seite 4 > Ausleuchtung) trifft es ziemlich gut. Bei mir war es noch ungleichmäßiger. Was nützt der erweiterte Farbraum, wenn die Ausleuchtung ungleichmäßigt ist und verfälschte Farben darstellt? Die Antwort lautet: Nichts!
Ich würde jedem Hobby-Fotografen empfehlen, kauft euch einen guten sRGB-Monitor und von dem ersparten Geld ein gutes Objektiv für eure Kamera.
Den erweiterten Farbraum zu bewerben und dann dieses Ergebnis zu liefern finde ich frech von Benq.
So werde ich nun doch auf einen Eizo sparen müssen. Sehr, sehr schade.
Dieses Fazit habe ich schon seit geraumer Zeit befürchtet und war daher auch sehr auf den Prad-Test gespannt. Die (wahrscheinlich bezahlten) "Reviews" auf Youtube usw. sprachen nämlich alle dieselbe Sprache: Marketing und Werbung gelaber.
Daher freue ich mich umso mehr über diesen fundierten und fachlich relevanten Test. Großes Lob an Prad!

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