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TESTBERICHT: Eizo CG2420 Teil 5


Color Navigator 6

Hardware-Kalibration

Color Navigator wurde von Eizo konsequent zu einem mächtigen Kalibrationswerkzeug weiterentwickelt, ohne die Bedienbarkeit zu beeinträchtigen. Der Benutzer definiert zunächst ein Ziel und stößt dann die Kalibration an. Zwischen bereits kalibrierten Zielen kann später einfach per Mausklick gewechselt werden. Die flexible Farbraumemulation ist in diesen Ablauf voll eingebunden.

Wir beschreiben nachfolgend kurz den Ablauf für das Anlegen eines neuen Ziels mit manueller Eingabe der Daten. Alternativ können bereits vorhandene Ziele verändert sowie farbmetrische Zieldaten aus ICC-Profilen ausgelesen oder durch verschiedene Messungen ermittelt werden.

1. Farbumfang: In einer farbmanagementfähigen Umgebung wird man meist auf Basis des nativen Monitorfarbraums arbeiten wollen. Das maximiert die Flexibilität. Andernfalls können die farbmetrischen Daten der Primärfarben aber aus einem ICC-Profil extrahiert oder durch Vorgabe der xy-Normfarbwertanteile festgelegt werden.

2. Leuchtdichte und Weißpunkt: Der Benutzer kann zwischen verschiedenen Voreinstellungen in Kelvin (Referenz: Tageslichtstrahler, Lichtart D) und der individuellen Definition in xy-Normfarbwertanteilen wählen.

Leider ist die Leuchtdichte auf 200 cd/m² begrenzt (alternativ wird gleich das Maximum gewählt). Das reicht aber immer noch völlig aus, um beispielsweise die in ISO 3664 definierte "praktische Abmusterung" (ISO viewing condition P2) in Verbindung mit einer Proofsimulation umzusetzen. Der geforderten Beleuchtungsstärke von 500 Lux für die gedruckte Referenz entspricht eine Leuchtdichte von rund 160 cd/m².

3. Schwarzpegel: Der Schwarzpegel kann auf Wunsch definiert angehoben werden.

4. Tonwertkurve und Graubalance: Für die Kalibration stehen zunächst Gamma-Tonwertkurven (1.0 - 2.6) und die L*-Charakteristik zur Verfügung. Obwohl über das OSD inzwischen eine Auswahl der sRGB-Tonwertkurve möglich ist, verzichtet Color Navigator auf diese Option. Individuelle Tonwertkurven können aber durch die Vorgabe eines geeigneten ICC-Profils – alle weiteren Parameter lassen sich dennoch flexibel anpassen – oder das Laden einer Textdatei (CSV) mit entsprechenden Zuordnungen definiert werden.

Die Auswahlmöglichkeiten unter Priority steuern den Kalibrationsvorgang. Mit der Einstellung Contrast wird nur der Weißpunkt auf Basis konkreter Messwerte angepasst. Notwendige Korrekturen in den Mitteltönen werden vom Scaler berechnet. Standard optimiert Graubalance und Tonwertkurve, hebt den Schwarzpegel aber nicht an. Durch eine Entscheidung für Gray balance wird die maximal mögliche Neutralität erreicht. Das bedingt die Anhebung des Schwarzpegels, um Farbstiche auch in den absoluten Tiefen zu vermeiden.

5. Targetname und -typ: Abschließend wird ein Name für das Kalibrationsziel vergeben. ICC-Profile können als v2- oder v4-Typ gespeichert werden. CLUT-Profile werden nicht generiert (nur shaper/matrix). Angesichts der ausgezeichneten Linearität ist das verschmerzbar, zumal die Charakterisierung optional den tatsächlichen Schwarzwert des Monitors widerspiegelt.

6. Das Ziel wird nun mit einem der zur Verfügung stehenden Messgeräte kalibriert. Dem schließt sich die Profilierung an.

Profilvalidierung

Nach Abschluss von Kalibration und Profilierung kann eine Qualitätskontrolle durchgeführt werden. Im Zuge der Profilvalidierung lassen sich beliebige RGB-Testformen erstellen. Eizo offeriert auch zwei Voreinstellungen, von denen eine die in ISO 12646 definierten Anforderungen umsetzt. Die farbmetrischen Daten der angezeigten Farbfelder werden dann mit den Maßzahlen verglichen, die sich aus entsprechenden Transformationen auf Basis des Monitorprofils ergeben. Dieser Soll-Ist Vergleich zeigt, wie gut das Kalibrationsziel erreicht und wie präzise die aktuelle Charakteristik im Profil erfasst wurde.

Mit dem Eizo CG2420 – sowie auch allen anderen Monitoren der CG-Reihe – können an dieser Stelle aber auch CMYK-Ziele vermessen werden. Für die Anzeige der Farbfelder wird auf externe Software zurückgegriffen. Daher müssen Adobe Photoshop (ab CS1) oder Adobe Acrobat (ab Version 7) installiert sein. Die eigentliche Messung erfolgt, nach manuellen Voreinstellungen durch den Benutzer, vollautomatisch. Dabei wird stets auf eine Softproof-Anzeige mit Papierfarbensimulation zurückgegriffen. Die Messwerte können nach einer Weißpunkt-Adaption so direkt mit den Sollwerten verglichen werden.

CMYK-Validierung über Adobe Photoshop

Achtung: Sofern nicht mit D50 als Weißpunkt kalibriert wurde, muss ein Kontrollkästchen für die entsprechende Adaption nun explizit aktiviert werden.

Aktivierung des Kontrollkästchens, wenn nicht auf D50 kalibriert wurde

Farbraumemulation

Zur Konfiguration der Farbraumemulation wird der gewünschten Farbumfang über die xy-Normfarbwertanteile der Primärfarben festgelegt. Alternativ können die Daten aus einem ICC-Profil ausgelesen werden. Damit wird auch die vorgesehene Tonwertkurve übernommen. Die Einstellung Gamut Clipping erzwingt eine farbmetrische Transformation. Out-of-Gamut-Farben werden dann auf die Farbraumgrenze verschoben.

Um auch in farbmanagementfähigen Anwendungen – hier wird man in der Regel allerdings ohne monitorinterne Farbraumemulation kalibrieren – eine möglichst korrekte Darstellung zu garantieren, spiegelt das ICC-Profil nun die Emulationscharakteristik auch dann wieder, wenn der tatsächliche Monitorfarbraum kleiner ist.

Eine noch präzisere und komfortablere Variante setzt als notwendige aber nicht hinreichende Bedingung eine programmierbare 3D-LUT voraus, über die der Eizo CG2420 nicht verfügt. Die Farbraumtransformationen können in diesem Fall über ein CMM vorberechnet und danach in die 3D-LUT des Monitors geschrieben werden. Zu diesem Zweck wählt der Benutzer das gewünschte Emulationsziel in Form eines ICC-Profils aus und ordnet es einem Kalibrationsziel zu. Solange dessen Charakterisierungsinformationen stimmig sind, erfolgen die Umrechnungen sehr akkurat und mit spezifiziertem Rendering-Intent. Erst der CG247X wird diesen bewährten Ablauf wieder unterstützen. Das gilt auch für die die Möglichkeit, Transformationen in Drittanbieter-Software zu erzeugen und einzubinden. Diese Variante ist vor allem für professionelle Benutzer im Videobereich interessant. Der CG2420 wurde dagegen klar mit Fokus auf die grafische Industrie lanciert.

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