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TESTBERICHT: Lesertest 2 - LG 27BK750Y-B

Autor: Jirka Reimer
21.11.2017

Einleitung

Ich war auf der Suche nach einem neuen qualitativ hochwertigen Büromonitor. Nichts Ausgefallenes, eher was Übliches, aber mit gehobener Ausstattung. Also Full-HD-Auflösung, IPS-Panel mit gutem Farbspektrum und kräftigen Farben, höhenverstellbar und modern. Nachdem ein Kollege sich im April ein sündhaft teures ThinkPad mit 17,3 Zoll großem 4K-Monitor gekauft hat und sagte, dies sei zwar nett, aber in der Praxis gebe es bei der einen oder anderen Anwendung Probleme mit zu kleiner Schrift – selbst mit Office würde es mitunter Probleme geben –, habe ich mir gedacht, solche Umstände, denen Early Adopter fast naturgemäß ausgesetzt sind, musst du dir ja jetzt nicht antun und hast du ja schon bei deiner Netzwerktechnik mehr als genug. Wenn es da ein neues Feature gibt, gibt es zumindest in den Betaversionen, die ich vielfach teste, auch neue Bugs. Ich bin also durchaus technikaffin, aber die Kernkompetenzen liegen in der Netzwerktechnik, hier insbesondere beim deutschen Hersteller LANCOM Systems. Trotzdem habe ich gedacht, als ich etwas Zeit hatte und ein wenig nach aktuellen LG-Monitoren googelte und auf das Angebot stieß, einen LG 27BK750Y-B Monitor zu testen: da kannst du dich ja bewerben. Gesagt, getan; kurze Zeit später kam dann schon die Zusage, noch ein paar Tage später der Monitor, und dann ging es los.

Erstes Aufstellen des neuen Monitors neben einem älteren LG-Modell

Während ich bei Fernsehern eher ein Freund von Samsung bin, hatte ich mich vor gut vier Jahren mal für einen LG Monitor entschieden, war insgesamt recht angetan und habe seitdem auch anderen einen LG als Monitor empfohlen. Nun steht er hier also, der 27BK750Y-B, auf dem Bild hier neben einem älteren LG. Beide sind 27-Zoll-Monitore mit Full HD. Ich empfinde 27 Zoll als angenehme Größe für einen Büromonitor. Wer mitunter zehn Stunden am Tag vor einem Display sitzt, der weiß, dass es einfach entspannter ist, wenn man einen großen Monitor hat. Man steht das zwar auch mal am Notebook durch, aber wenn man die Wahl hat, sind 27 Zoll besser. Erst recht, wenn man auch mal zu zweit am PC sitzt, da wird es mit einem 24-Zöller ganz schnell eng. Und an einen Curved-Monitor habe ich mich jetzt auch nicht rangetraut.

Optik und Mechanik

Nach meinen bisherigen LG-Monitoren, die man als grundsolide im klassischen Business-Design bezeichnen könnte, mit böser Zunge aber auch als klobig, kommt der 27BK750Y-B eher schlank und modern daher. Oben und an den beiden Seiten fehlt der klassische Rahmen. Wenn der Monitor ausgeschaltet ist, sieht man eigentlich nur das Panel umgeben von einem zwei Millimeter dünnen Rahmen (eingeschaltet sieht man einen insgesamt 6,5 mm breiten Rahmen). Nur unten fällt dieser mit 20 (bzw. 24) Millimeter deutlich sichtbar aus. Zum Vergleich: Beim alten Monitor liegen die Werte noch bei 22 bzw. 27 Millimetern. Von der Seite betrachtet ist das Testmodell ebenso schlanker geworden, es startet mit einer Tiefe von 15 Millimetern, die sich leicht gebogen auf 18 Millimeter etwas weg vom Rand erhöhen. Der Ältere startet mit 25 Millimetern.

Der gesamte Zusammenbau des LG 27BK750Y-B gestaltet sich so einfach wie noch nie. Man benötigt schlicht keine Hilfsmittel mehr. Alles geht zügig von der Hand und bedarf keiner Anleitung. An der Schraube, mit der der Standfuß unten festgeschraubt wird, befindet sich ein einklappbarer Bügel, der den Griff zu Geldstücken oder einem großen Schraubendreher erübrigt. Anschließend braucht man den Standfuß nur noch in den Monitor einzuhängen und klack – alles ist verbunden. Einfacher geht es wirklich nicht. Wenn man den Bildschirm in die höchste Stellung geschoben hat, kann man mit ein wenig Übung die Demontage und Montage sogar im Stand ohne Probleme vornehmen. Damit eignet sich der Monitor ideal für wechselnde Arbeitsplätze oder gar Messen.

Die Rückseite sieht sehr aufgeräumt und vorzeigbar aus. So nach dem Motto: Ein schöner Rücken kann auch entzücken. Keine Schrauben und keine Schraubenlöcher sind sichtbar. Alles ganz plan. Die Schrauben für eine Wandmontagehalterung oder Schwenkarme nach dem VESA-Standard (100 x 100 mm) sind mit Montage des Standfußes hinter der Montageplatte versteckt. Auch die bei den alten Monitoren übliche seitliche Ausbuchtung für die USB-Ports entfällt – die USB-Ports wurden nach unten neben die anderen Anschlüsse gelegt. Kurzum: In Situationen, in denen der Bildschirm von hinten zu sehen ist, punktet er mit einem schlichten, modernen Design.

Rückseite eines alten LG-Monitors (links) mit Schrauben, Löchern und einer Ausbuchtung für die USB-Ports und dazu im Vergleich die aufgeräumte Oberfläche des neuen Gerätes (rechts)

Die Mechanik des Standfußes ist sehr solide, nichts wackelt oder schwingt großartig nach, alles macht einen sehr hochwertigen und stabilen Eindruck. Höheneinstellung mit 15 cm Hub, Neigungseinstellung und Pivot-Funktion – alles geht einfach und ohne Mangel, wenn vorher die Kabel ordentlich verlegt wurden, sodass genügend Kabelreserven für die sich durch die Pivot-Funktion doch recht stark ändernde Lage der Anschlüsse vorhanden sind. Wer die Pivot-Funktion nicht nutzt, kommt mit etwas weniger Kabelreserve aus, bei genauerer Betrachtung kann man dann auf die obere Kabelhalterung sogar verzichten. Die beiden Kabelhalterungen sitzen – auch wieder ohne eine Schraube reindrehen zu müssen – auf Anhieb perfekt, der obere Kabelhalter könnte aber kleiner ausfallen, selbst mit noch einem dicken DisplayPort- und einem zusätzlichen DVI-Kabel ist noch weit mehr Platz als für fünf USB-Kabel.

Die Pivot-Stellung ist sowohl im als auch entgegen dem Uhrzeigersinn zu erreichen, was in dem Moment Sinn ergibt, wenn zwei Monitore in Pivot-Stellung nebeneinanderstehen sollen. Dann würden die Unterseiten an den Außenseiten landen. Ich weiß nicht, wie oft die Pivot-Stellung wirklich in der Praxis zum Einsatz kommt, bei mir gibt es keinen Anwendungsfall, der diese erfordert. Wichtiger ist da schon die Drehung des Monitors. Diese geht jetzt wesentlich eleganter als beim alten Gerät, es dreht sich nicht mehr der gesamte Fuß auf einem Drehteller, sondern nur noch ein kreisförmiger Ausschnitt innerhalb des Fußes. Der Vorteil ist, dass der Fuß keine Gegenstände, die um ihn herum abgelegt wurden, mehr verschiebt. Preis der neuen Lösung sind nur noch 45 Grad Verstellbarkeit in jede Richtung. Mehr war vermutlich aus Gründen der Standsicherheit nicht drin. In der Praxis führt das vermutlich nur bei Anwendungen wie dem Verkauf von Ersatzteilen an einem Tresen zu Einschränkungen, wo ein freundlicher Verkäufer gerne mal den Monitor 90 Grad in Richtung Käufer dreht, damit dieser in der Explosionszeichnung sein benötigtes Teil wirklich zweifelsfrei identifizieren kann.

Standfüße im Vergleich: Rechts der neue, sehr stabile Standfuß, der etwas schräg steht

Wer schon mal seinen Monitor von Staub befreien musste, weiß, dass die Ecken des Panels durchaus Problempunkte darstellen können, wenn man einen gewissen Grad an Perfektion für die Reinigung anstrebt. Da die Ecken in der Form nicht mehr da sind, gibt es auch das Problem nicht mehr.

Die Entspiegelung ist hervorragend. Ich habe den Monitor an verschiedenen Stellen getestet, auch an Arbeitsplätzen direkt neben dem Fenster. Nirgends gab es störende Reflexionen.

Geräuschentwicklung

Störende Geräusche im Betrieb oder Standby konnte ich keine feststellen. Der LG 27BK750Y-B arbeitet in allen Betriebsmodi geräuschlos. Es gibt auch bei unterschiedlichem Stromverbrauch kein Fiepen des Netzteils. Auch gibt es kein Ausdehnungsknacken nach 20-minütiger Betriebszeit, wie ich es von manchen Displays kenne.

Soll der Monitor allerdings tatsächlich mal Töne über die integrierten Lautsprecher von sich geben, hört man ebenfalls so gut wie nichts, jedenfalls nichts Brauchbares. Normal würde ich das gar nicht weiter ausprobieren, aber im Rahmen dieses Tests dachte ich: "Ach, schau doch mal, wofür man das gebrauchen/empfehlen könnte." Die integrierten Lautsprecher sind noch schlechter, als man annimmt. Ich kenne kein Smartphone und kein Notebook, was einen schlechteren Klang abgibt, als diese irgendwo in der Rückseite liegenden Lautsprecher. Das ist sicherlich kein Kriterium für einen Monitor, und doch kann es, z. B. aus Platzgründen, erforderlich sein, auch mal keine zusätzlichen Lautsprecher aufzustellen. Ein Monitor, der dann wenigstens die Soundqualität eines Notebooks bietet, wäre vertretbar, aber diese Lautsprecher eignen sich allenfalls für Signaltöne des Betriebssystems. Zum Musikhören oder für Webinare bedarf es definitiv zusätzlicher Lautsprecher, ansonsten muss man echt Abstriche machen.

Anschlüsse

Kurz gesagt bietet der Monitor das gesamte Spektrum, nur der alte analoge VGA-Anschluss (D-Sub) steht nicht mehr zur Verfügung. Das stört normalerweise niemanden. Nur wenn mal jemand mit einem älteren PC daherkommt und Hilfe benötigt, sollte man noch einen Monitor mit VGA-Anschluss griffbereit haben. Davon abgesehen stehen alle gängigen Anschlüsse zur Verfügung, also DVI-D, HDMI und DisplayPort. Beim DisplayPort gibt es genau genommen sogar zwei Anschlüsse, einer für eingehend (in) und einer für ausgehend (out). Am Ausgang lässt sich der nächste Monitor per DisplayPort-Multistream-Transport-Funktionalität anschließen.

Daneben steht eine Audiobuchse zur Verfügung, die man im Normalfall nur bei Nutzung von DVI-D benötigt, weil nur DVI-D nicht in der Lage ist, neben den Bildschirmdaten auch Audiodaten zu übertragen. Des Weiteren ist ein Kopfhöreranschluss vorhanden.

Der Lieferumfang der beiliegenden Kabel ist etwas verwunderlich. DisplayPort- und HDMI-Kabel sind vorhanden, nicht aber ein DVI-D-Kabel, obwohl die Buchse bei Desktop-PCs immer noch gängig ist. Da die meisten Desktop-PCs jedoch auch einen HDMI- oder DisplayPort-Anschluss haben, benötigt man tatsächlich nur noch selten ein DVI-D-Kabel. Warum dann aber noch ein Audiokabel beigelegt wird, was man dann ja eigentlich auch nicht mehr benötigt, ist ein wenig komisch. Und an eine extra Soundkarte wird wohl niemand den Monitor anschließen wollen, weil die Audio-Ausgabe des Monitors, wie schon geschrieben, nur als Notlösung zu empfehlen ist.

Schließt man das DisplayPort-Kabel am LG 27BK750Y-B an und verlegt es wie vorgeschrieben mit gerade ausreichender Reserve für alle Höhen- und Pivot-Einstellungen, verbleiben knapp 1,10 m Kabellänge ab Standfußsockel (Gesamtlänge: 1,80 m). Bei einem auf dem Fußboden stehenden PC kann das schon knapp werden, wenn die Kabel geordnete Wege gehen sollen. Das HDMI-Kabel hat eine Kabellänge von 1,77 m, das Audiokabel eine von 1,86 m.

Die Stromversorgung erfolgt über einen Kaltgerätestecker, da der Monitor ein innen liegendes Netzteil hat. An sonstigen Anschlüssen sind vier USB-3.0-Typ-A-Buchsen (out) sowie eine Typ-B-Buchse (in) vorhanden. Durch den integrierten USB-3.0-Hub sind die Buchsen wirklich praktisch einsetzbar. Auch kann die Buchse 1 als Ladeanschluss für ein Smartphone oder Tablet genutzt werden. Das ist durchaus nützlich, wenn man den Kabelsalat auf dem Schreibtisch in Grenzen halten will. Die Buchse kann man, vermutlich aus Energiespargründen, im Menü (unter "Allgemein -> Schnellladen") ein- und ausschalten. Im Betrieb oder im Energiesparmodus (in den der Monitor kommt, wenn kein Signal mehr anliegt/der PC den Monitorausgang abschaltet) ist die Buchse dann mit Strom versorgt, nur beim Übergang vom Energiespar- in den normalen Betriebsmodus wird die Stromzufuhr ganz kurz unterbrochen – das Handy meldet sich dann so, als wenn man frisch das Ladekabel eingesteckt hätte. Nur wenn der Bildschirm wirklich aus ist, hat die Buchse keine Spannung mehr.

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