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TESTBERICHT: Asus PB27UQ Teil 4


Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist unter dem Menüpunkt "Trace Free" vorhanden. Gewählt werden kann in 20er-Schritten zwischen 0 und 100. Voreingestellt ist der Wert 60.

60 Hz, Overdrive "0"

Keine Überschwinger bei ausgeschaltetem Overdrive

Bei deaktiviertem Overdrive betragen der Schwarz-Weiß- und Grauwechsel 11,2 ms. Der Durchschnittswert an 15 Messpunkten beträgt sogar 18,4 ms. Insgesamt sind dies etwas langsamere Wechsel als beim Vorgängermodell. Der Helligkeitsverlauf zeigt sich erwartungsgemäß ohne Überschwinger.

60 Hz, Overdrive "60"

Leichte Überschwinger und bessere Reaktionszeiten

Bei dem voreingestellten Wert 60 verbessern sich die Reaktionszeiten leicht, außer beim Schwarz-Weiß-Wechsel, wo sich Zeiten verlangsamt haben. Es sind nur leichte Überschwinger erkennbar, die in der Praxis nicht sichtbar waren und daher keine Bildverschlechterungen bedeuten.

60 Hz, Overdrive "100"

Deutliche Überschwinger und schnellere Schaltzeiten

Doppelkonturen waren auf der höchsten Overdrive-Stufe kaum erkennbar, daher kann dieser Modus auch in der Praxis eingesetzt werden. Die Schaltzeiten sind erwartungsgemäß besser als in den beiden vorherigen Einstellungen und liegen auf einem fast identischen Niveau mit dem Vorgängermodell. Bei diesem konnte allerdings eine geringere Latenz gemessen werden. In der Praxis dürften diesen Unterschied aber nur absolute Profigamer merken können, die nicht die Zielgruppe des Gerätes darstellen.

Netzdiagramme

In diesem Netzdiagramm sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall befinden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

60 Hz "Trace Free" 0 (links) und 60 (rechts)

60 Hz "Trace Free" 100

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die Zeit der Signalverzögerung beträgt 12 ms, so dass auch bei höchster Overdrive-Einstellung eine Gesamtlatenz von 16,7 ms ermittelt wird. Hardcore-Gamer dürften sich daran stören, für Gelegenheitsspieler ist er dagegen unkritisch.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn diese Werte tatsächlich genannt werden, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chromasubsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem "Leo Bodnar LAG Tester" nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für ermüdungsfreies Arbeiten geeignet.

Adaptive-Sync und GamePlus

Der GamePlus-Modus war auch schon beim Vorgängermodell vorhanden. Anzeigt werden können ein mittiges Fadenkreuz für Shooter, die dieses nicht besitzen, sowie ein Timer für Strategiespiele, bei denen Aktionen zu bestimmten Zeiten ausgeführt oder erwartet werden. Beide Features können für die jeweiligen Zielgruppen einen Mehrwert darstellen und dürften daher auch in der Praxis angewandt werden.

Neu ist dagegen die Adaptive-Sync Technologie. Dies ist eine FreeSync Funktion, die auf den DisplayPort beschränkt ist. Diese funktioniert nur bei Grafikkarten von AMD und wurde bei uns direkt automatisch erkannt. Die Technologie verhindert das Zerreißen der Bilder und sorgt für ein flüssigeres Spielerlebnis. Die "Dynamic Refresh-Rate" liegt beim ASUS PB27UQ bei 40 bis 60 Hz.

Subjektive Beurteilung

Dank der sehr guten Darstellung der Full-HD-Auflösung können auch Gelegenheitsspieler ohne potente Grafikkarte an dem Monitor spielen. Dieser Spielgruppe werden einige Zusatz-Features geboten, und die etwas längere Latenzzeit liegt in einem nicht spürbaren Bereich. Leichte Schlieren müssen allerdings geduldet werden, was bei allen Geräten der Fall ist, die nicht mindestens 120 Hz anzeigen können. Genau diese beiden Punkte werden Hardcore-Gamer stören, so dass das Gerät für diese Gruppe nur empfohlen werden kann, wenn gleichzeitig auch andere Parameter wie zum Beispiel eine sRGB-Farbraumabdeckung von 100 % verfügbar sein müssen. Ansonsten dürfte der Griff zu einem reinen Gaming-Gerät die bessere Wahl sein.

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