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TESTBERICHT: BenQ PD2710QC Teil 3


Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Links das Coating des BenQ PD2710QC, rechts das Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der PD2710QC besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Horizontale und vertikale Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ PD2710QC bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Auch bei extremeren Blickwinkeln bleiben die Farben dank des IPS-Panels sehr stabil. Wahrnehmbar sind vor allem die verminderte Helligkeit und eine etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Der Kontrasteindruck selbst leidet kaum. Insgesamt ein sehr gutes Ergebnis.

Interpolation

Unsere Testsignale werden gut verarbeitet. Eine Skalierung durch die Grafikkarte verbessert die Darstellung nicht. Der Schärferegler steht ab Werk auf 5. Wir sahen keinen Grund, hier etwas zu ändern.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der BenQ PD2710QC laut Handbuch die Optionen "Vollbild" (ggfls. verzerrt), "Seitenverhältnis" (unverzerrt) und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an. Unverständlicherweise war zumindest am DisplayPort die Option 1:1 im OSD weder auswählbar noch überhaupt sichtbar.

Testgrafik: Links nativ, rechts 1920 x 1080 (Vollbild)

Textwiedergabe: Links nativ, rechts 1920 x 1080 (Vollbild)

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Aufgrund des ganzzahligen Teilers hat die Interpolation bei der HD-Auflösung 720p recht leichtes Spiel. Wir haben deshalb hier für die Abbildungen die in der Praxis wichtigere und für den WQHD-Monitor schwierigere Full-HD-Auflösung verwendet.

Wie üblich wird die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrophotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 96 % 99 %
Adobe RGB - 75 %
ECI-RGB v2 - 67 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 90
Kontrast: 50
Gamma: Stufe 3
Farbtemperatur: normal
RGB: k.A.
Color-Gamut: k.A.
DUE Priority: k.A.
Schärfe: 5
Reaktionszeit: hoch

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Standard"

Die Messungen zur Graubalance in der Werkseinstellung bestätigen unseren subjektiven Bildeindruck. Der Weißpunkt ist zwar mit 6700 K geringfügig kühler als die sRGB-Norm, die Farbneutralität der Graustufen aber erstklassig.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"

Der BenQ PD2710QC bietet in den Bildeinstellungen auch einen dedizierten sRGB-Modus an. Der Farbtemperatur liegt zwar mit 6800 K auch hier etwas oberhalb der sRGB-Norm von 6500 K, dafür sind Graustufen und Farbwerte ausgezeichnet. Auch der Gammaverlauf ist sehr gut an die Norm angepasst. Das durchschnittliche Delta C liegt bei nur 0,21, die Range bei 0,92. Die durchschnittlichen Farbabweichungen sind mit einem Delta E94 ebenfalls sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Benutzer
Helligkeit: 33
Kontrast: 50
Gamma eingestellt: Stufe 3
Gamma gemessen: 2,2
Farbtemperatur: benutzerdefiniert
RGB: 100/94/94
Color-Gamut: k.A.
DUE Priority: k.A.
Schärfe: 5
Reaktionszeit: hoch

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