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TESTBERICHT: BenQ PV270 Teil 12


Der PV270 bietet umfangreiche PiP-/PbP-Funktionen, um mehrere Quellen gleichzeitig darzustellen. Im PiP-Modus können sogar mit der Funktion "GamutDuo" Videos gleichzeitig nebeneinander in unterschiedlichen Farbspektren wiedergegeben und verglichen werden. Auch Gamma und Farbtemperatur können unterschiedlich gewählt werden.

Das hört sich zwar zunächst toll an. Den realen Nutzen haben wir beim Ausprobieren aber nicht ganz verstanden. Spannend wäre schließlich, die Darstellung von ein und derselben Quelle in verschiedenen Farbräumen parallel zu sehen. Das ist aber nicht möglich und funktioniert nur, wenn zwei unterschiedliche Quellen angeschlossen sind. Ferner sind auch bei PbP-Darstellung die Fenster sehr klein. Das Bild wird schließlich horizontal und vertikal halbiert, so dass pro Quelle nur 1/4 der Display-Fläche genutzt wird.

Für die Darstellung von Filmen empfiehlt sich natürlich vorrangig der Rec.-709-Farbraum, also die HDTV-Norm, in der die meisten Filme gemastert sind. Der BenQ PV270 bietet aber für die Videobearbeitung ein DCI-P3-Preset an.

Um für Spielfilme einen stärker am Kino-Erlebnis orientieren Filmlook zu bekommen, kann man beim BenQ PV270 auch ohne weiteres den erweiterten Farbraum nutzen. Im nativen Farbraum erhält man aber stellenweise – v. a. in Rottönen – eine überzogen bunt wirkende Darstellung. Gut gefallen hat uns grundsätzlich das Adobe-RGB-Preset. Hier sind allerdings ab Werk die Hauttöne arg rötlich. Wir haben deshalb eine eigene Kalibrierung dafür angelegt, mit Adobe RGB als Farbraum und mit etwas Tuning der Farbtemperatur (auf ca. 6700 K).

In dieser Konfiguration kalibriert auf 140 cd/m2 haben wir ein HD-Video am PC betrachtet. Mit dieser Bändigung des nativen Farbraums zeigt der PV270 eine sehr gute Filmdarstellung mit gutem Kontrast. Auch mit aktivierter Gleichförmigkeitsschaltung ist der Im-Bild-Kontrast besser, als man aufgrund der Messwerte vermuten könnte.

Wir hatten gleichzeitig den EIZO CS2730 im Test. Stimmt man die Farbtemperatur der Geräte aufeinander ab, sieht man in der Videodarstellung zu Unterhaltungszwecken keinen Unterschied. Aufgrund des vorhandenen Schärfereglers ist die Darstellung des BenQ PV270 tendenziell noch einen Tick besser.

Da der PV270 speziell für die Videoverarbeitung und -wiedergabe gedacht ist, ist natürlich auch das 24p-Playback ein wichtiges Feature. BenQ verspricht durch Aktualisierungsraten von 48 Hz und 72 Hz ein echtes 24p-Playback ohne Mikroruckler.

Via DisplayPort zeigt der Grafikkarten-Treiber allerdings nur PC-Auflösungen an. Auch beim PC-Pendant zur 1080p-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) sind als Bildwiederholrate nur 60 Hz aktiv. Via HDMI sind in der nativen Auflösung ebenfalls nur 60 Hz möglich. Erst beim Herunterschalten auf die Full-HD-Auflösung kann man 24 Hz auswählen. Gänzlich flüssig und frei von Mikrorucklern schien uns aber auch dort die Darstellung unserer 24p-Testvideos nicht.


Bewertung
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996,93 €
++ sehr gut, + gut, +/- zufriedenstellend, - schlecht, -- sehr schlecht

Datenblatt

Diskussion im Forum


Fazit

Viele Allround-Monitore mit IPS-Panel sind mittlerweile so gut, dass sie mit einer Software-Kalibrierung zumindest Amateur-Ansprüche an die Farbgenauigkeit in der Bildverarbeitung bereits voll und ganz zufriedenstellen. Dennoch bleibt der Traum vom Monitor mit erweitertem Farbraum und Hardware-Kalibrierung. Solche Geräte waren bis vor Kurzem aber nur im Profisegment zu finden – mit Preisen deutlich im vierstelligen Bereich.

Daher verwundert es nicht, dass die Platzhirsche EIZO und NEC hier zunehmend Konkurrenz von Herstellern bekommen, die bislang nur bei Büro-, Gaming- und Allround-Monitoren von sich reden machten. Die spannendsten Geräte hat hier zweifellos BenQ am Start.

Im Test kann der BenQ PV270 zunächst mit einer ausgezeichneten Verarbeitung und spitzenmäßigen Werten bei der Farbgenauigkeit glänzen. Doch verleiten die vielen Doppelplus in der Bewertungstabelle zu diesem Thema schnell dazu, das Wesentliche zu übersehen. Daher ist das Kapitel "Subjektive Beurteilung" diesmal recht ausführlich und für jeden zu empfehlen, der sich für die Themen Bildverarbeitung und Hardware-Kalibrierung interessiert.

Aus unserer Sicht dürfte es der PV270 zum aktuellen Preis von knapp 1.000 EUR am Markt ziemlich schwer haben. Zum einen hat er mit dem BenQ SW2700PT starke Konkurrenz aus dem eigenen Haus zu einem deutlich günstigeren Preis. Zum anderen erhält man zum fast gleichen Preis bereits den EIZO CS2730. Zwar muss dann die Lichtblende ggfls. noch nachgekauft werden, dafür sind die fünf Jahre Herstellergarantie mit Vor-Ort-Austauschservice inklusive.

Sofern nicht die 96-prozentige Abdeckung von DCI-P3 wichtiger ist, als alles andere, fällt unsere Empfehlung so eindeutig wie selten zugunsten des EIZO aus. Gleichzeitig empfehlen wir aber, die Geräte von BenQ sehr genau im Auge zu behalten. Konkurrenz belebt das Geschäft und BenQ holt sehr schnell auf.

Gesamturteil: GUT


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