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TESTBERICHT: BenQ PV270 Teil 8


Neben den entsprechenden Hardware-Voraussetzungen im Monitor selbst ist dazu auch eine herstellerspezifische Software nötig. Die Software, die mit den Colorimetern mitgeliefert wird, ist dazu i. d. R. nicht in der Lage.

BenQ hat hier keine Eigenentwicklung am Start, sondern setzt auf eine Kooperation mit der Firma X-Rite. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine für BenQ gebrandete und auf den Namen "Palette Master" getaufte Version der X-Rite-Software i1Profiler – erweitert um die Möglichkeiten der Hardware-Kalibrierung.

Palette Master: Einstieg

Während beim BenQ SW2700PT nur die sehr eingeschränkte Version "Palette Master Element" verwendet werden kann, kommt beim PV270 die Version "Palette Master" zum Einsatz. Zum Testzeitpunkt lag sie uns in der Version 1.3.4 vor.

Das zugehörige Handbuch richtet sich von der Aufmachung her eher an Privatkunden als an Professionals. Dabei beschränkt es sich andererseits überwiegend auf innerhalb der Software ohnehin selbsterklärende Klickvorgänge bei der Kalibrierung. Das gerade für Neulinge notwendige Basiswissen und wann welche Optionen sinnvoll sind, wird nicht vermittelt.

Das Kalibrationsziel kann im erweiterten Modus nach einem Klick auf Profilieren angepasst werden. In einer Farbmanagement-fähigen Umgebung wird man in der Regel den nativen Bildschirmfarbraum nutzen. Das maximiert die Flexibilität. Alternativ können die farbmetrischen Daten der Primärfarben durch Voreinstellungen oder Eingabe ihrer XY-Normfarbwertanteile definiert werden. Anschließend muss der Benutzer nur noch Weißpunkt, Leuchtdichte und Tonwertkurve (Gammagradationen sowie die im OSD fehlende sRGB-Charakteristik) festlegen.

PM: Workflow Hardware-Kalibrierung (Screenshot PM)

Nach den Zielvorgaben werden wichtige Profilparameter spezifiziert. "Color Calibration Solution" kann Matrix- und LUT-Profile in den Versionen v2 und v4 erzeugen. Für die Anpassung der Messwerte nach D50 – das Bezugsweiß des PCS – sind unterschiedliche Adaptionsmechanismen verfügbar.

PM: Workflow Hardware-Kalibrierung (Screenshot PM)

Die Kalibrationsdauer ist abhängig von der gewählten RGB-Testform und der verwendeten Sonde. Aber selbst mit kleinem Messfeldsatz sollte man rund 15 Minuten für Kalibration und anschließende Profilierung einplanen. Das erstellte Profil wird automatisch in der Windows Farbverwaltung eingetragen.

Man kann den Vorgang praktisch beliebig oft für unterschiedliche Kalibrierungsziele wiederholen. Im OSD gibt es immerhin zwei Speicherplätze. Hier ist aber in jeder Hinsicht Vorsicht geboten. Zum einen scheint die Auswahl in der Software nichts zu bewirken. Man muss vorher via OSD den richtigen Speicherplatz auswählen. Wechselt man ferner später im OSD die Kalibrierung, muss man auch in der Windows-Farbverwaltung auf das geänderte Profil umschalten. Ansonsten arbeiten Farbmanagement-fähige Anwendungen mit einem falschen Profil.

PM: Kalibrierung laden und Finetuning (Screenshot PM)

Die angelegten Kalibrierungen lassen sich aber auch über PM laden. Allerdings ist auch hier Geduld gefragt. Das Laden einer anderen Kalibrierung dauert ca. 3 ½ Minuten – Start der Software nicht mitgerechnet. Zumindest wird dann von der Software auch in der Farbverwaltung automatisch das Profil getauscht.

Zum Vergleich: Beim "ColorNavigator" von EIZO erfolgt das Umschalten inklusive automatischen Profilwechsels in der Farbverwaltung praktisch verzögerungsfrei über ein Icon in der Taskleiste. Da macht dann auch der schnelle Wechsel zwischen unterschiedlichen Farbraum-Emulationen wirklich Spaß.

PM: Qualitätskontrolle CMYK-Proof-Simulation in "Palette Master" (Screenshot PM)

Nach Abschluss von Kalibration und Profilierung kann eine Qualitätskontrolle durchgeführt werden. "Palette Master" geht dabei über eine einfache Profilvalidierung hinaus und legt den Fokus auf eine Überprüfung der Präzision von Proof-Simulationen. Zu diesem Zweck stehen verschiedene CMYK-Testformen zur Verfügung, denen unterschiedliche Druckbedingungen zugeordnet werden können. Die geräteunabhängigen Sollwerte werden dann durch eine absolut farbmetrische Transformation ermittelt.

Für die nachfolgenden Messungen wurde der BenQ PV270 aus "Palette Master" heraus kalibriert (Color-Gamut: "native", Tonwertkurve: "Standard", Gamma: 2,2, Farbtemperatur: 6500K (D65), Leuchtdichte: 140 cd/m2, Kontrastverhältnis: "nativ", GLF: "ein") und profiliert.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

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