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TESTBERICHT: Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle Teil 3


Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des Iiyama GB2760QSU

Mit einer maximalen Leuchtdichte von 433 cd/m² bei nativem Weißpunkt reiht sich der Iiyama GB2760QSU in die Spitzengruppe der hellsten Displays ein und übertrifft den genannten Wert im Datenblatt von 350 cd/m² mit 23 Prozent. Um auf D65 zu gelangen, sind allerdings einige Anpassungen notwendig, so dass schlussendlich noch 378 cd/m² übrig bleiben. Die hohe Leuchtdichte hat aber auch Nachteile, da sich das Display nicht weiter als 103 cd/m² herunterregeln lässt. Das ist etwas zu hell, wenn man in absoluter Dunkelheit arbeiten will.

Das Kontrastverhältnis kann den Angaben im Datenblatt von 1000:1 nicht ganz entsprechen. Mit einem durchschnittlichen Kontrastverhältnis von 863:1 zeigt der Iiyama GB2760QSU hier eine gute Leistung. Dabei verläuft das Verhältnis über den gesamten Helligkeitsbereich nahezu linear, mit dem höchsten Kontrastverhältnis von 886:1 bei 10 Prozent Helligkeit und dem niedrigsten Kontrastverhältnis von 851:1 bei 50 Prozent Helligkeit. Nach der Kalibrierung zeigt das Display ein Kontrastverhältnis von 850:1.

Bildhomogenität

Links Helligkeitsverteilung in Prozent, rechts Farbreinheit in Delta C des Iiyama GB2760QSU

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Die Helligkeitsabweichungen liegen mit maximal 11,34 Prozent eigentlich auf einem guten Level. Um dieses gute Ergebnis halten zu können, darf die durchschnittliche Helligkeitsabweichung aber nicht mehr als 5 Prozent betragen. Mit einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 6,68 Prozent wird dieses Ergebnis leider verpasst.

Ein Top-Ergebnis zeigt der Iiyama GB2760QSU hingegen bei der Farbreinheit. Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,63 und einem Maximum von 1,14 wird hier ein sehr gutes Ergebnis erreicht.

Coating

Das Coating des Iiyama-GB2760QSU zeigt eine stumpf-matte Oberfläche, die einfallendes Licht sehr gut schluckt und Spiegelungen daher keine Probleme bereiten. Der Iiyama GB2760QSU ist deswegen auch eine sehr gute Wahl in sonnendurchfluteten Räumen, da obendrein noch mit seiner sehr hohen möglichen Leuchtdichte entgegengewirkt werden kann.

Links das Coating des Iiyama GB2760QSU, rechts das Referenzbild

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des Iiyama GB2760QSU bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Hier werden die Schwächen der TN-Technologie offensichtlich. Bei horizontalem Blickwinkel färbt sich das Bild ab etwa 15 Grad gelblich ein. Von oben hellt das Bild stark auf und es tritt ein Kontrastverlust auf. Reines Weiß zeigt schon eine Farbverschiebung in ein Hellblau, sobald sich das Display unterhalb der Augenhöhe befindet. Wie bei allen TN-Displays zeigt der Blick von unten den typischen Negativeffekt. Hier kann von einem Bild nicht mehr die Rede sein.

Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

Das Anzeigemodus-Menü, zu erreichen über "Menü -> Bildeinstellung (das zweite Menü 'Bildeinstellung' als Punkt 6 von oben) -> Anzeigemodus" hält neben "Vollbild" noch "Seitenverhältnis", "1 zu 1" und verschiedene simulierte Bildschirmgrößen bereit. Andere Auflösungen als die native aktivieren die Wahlmöglichkeiten "Seitenverhältnis" und "1 zu 1". Bei "Seitenverhältnis" wird das Bild auf die komplette Panel-Höhe interpoliert und seitengerecht mit Balken rechts und links dargestellt. "1 zu 1" zeigt das Bild zentriert in der tatsächlich gewählten Auflösung. Zwar wird das Fenster schon bei der HD-Ready-Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten recht klein auf dem großen Display dargestellt, aber es greift tatsächlich keine Interpolation, und das Bild zeigt sich in einer perfekten Schärfe.

Das Anzeigemenü hält unter anderem simulierte Bildschirmgrößen bereit

Die simulierten Display-Größen beinhalten zusätzlich ein Seitenverhältnis. Bei 17 und 19 Zoll wird das Seitenverhältnis 5:4 angezeigt, während alle anderen ein Seitenverhältnis von 16:9 zeigen. Die Wahl dieser Optionen ergibt demnach nur Sinn, wenn die gewählte Auflösung auch diesem Seitenverhältnis entspricht.

Möglichkeiten existieren also genug, um flexibel auf verschiedene Auflösungen zu reagieren. Wir testen die Interpolation des Iiyama GB2760QSU bei Vollbild anhand eines fein aufgelösten Gitters. Dieses erscheint bei der nativen Auflösung natürlich maximal detailreich. Bei der nächst kleineren Auflösung von 1920 x 1080 Pixel sind auch die feinen Striche im linken unteren Kästchen noch allesamt zu sehen, wirken aber nicht mehr so fein, da bereits weitere graue Pixel hinzugefügt werden mussten, um den Platzgewinn zu kompensieren. Das Gleiche ist bei dem Kreuz mittig der Testgrafik zu beobachten, das dadurch nun leicht unscharf wirkt. Die Qualität der Interpolation ist aber ordentlich. Unter "Bildeinstellung -> Schärfe" kann die Schärfe von 1 bis 5 angepasst werden. "1" steht für scharf und "5" für weich. In den Werkseinstellungen ist die Stärke 3 vorgegeben. Hier konnten wir allerdings auch bei Stärke 1 keine Besserung feststellen. Im Gegensatz wirkt Stärke 5 dagegen sehr matschig.

Testgrafik: Links nativ (Vollbild), rechts 1920 x 1080 (Vollbild)

Bei der Textwiedergabe sind die Unterschiede marginaler. Sicherlich wirken die Ränder bei nativer Auflösung klarer und schärfer. Doch auch bei fettem Text in 7 Punkt bleibt Schrift sehr gut lesbar und läuft nur minimal zu. Auch hier bringt eine Schärfung über die Einstellungsebene keine sichtbare Veränderung.

Textwiedergabe: Links nativ (Vollbild), rechts 1920 x 1080 (Vollbild)

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrophotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Der Iiyama GB2760QSU deckt vor der Kalibrierung 86 Prozent und nach der Kalibrierung 92 Prozent sRGB ab. Das ist eine befriedigende bzw. gute Leistung.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

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10 Kommentare vorhanden


Hallo @Oliver Jachmann
wäre für mich interessant, jedoch wirkt die Gesamtlatenz wegen der Signalverzögerungszeit von "11,2" ms etwas hoch.
Ist dies für schnelle Spiele als kritisch einzustufen? Der Monitor wird als Gaming-Monitor beworben.
Die anderen schnellen Monitore die hier getestet wurden, z.B. AOC AG241QX, Asus PG258Q oder Asus PG248Q, weisen Signalverzögerungen von 1,2 - 3,7 ms auf. Selbst der hier getestete AOC AG271QG, mit IPS-Panel und g2g Reaktionszeit von 4 ms, hat eine deutlich geringere Signalverzägerungszeit von 2 ms.
Kann dies ein Messfehler beim Iiyama GB2760QSU-B1 sein?
MfG
Hallo paskff,

wir schließen Messfehler mittlerweile aus, da wir jetzt mit zweierlei Messmethoden arbeiten. Zunächst mit der von uns entwickelten Messmethode und zusätzlich mit dem "Leo Bodnar Lag Tester" Hier liegen beide Testergebnisse nicht weit auseinander, so dass man von einer Gesamtlatenz zwischen 10,8 und 11,2 Millisekunden ausgehen kann. Ich persönlich habe nichts von einer merkbaren Latenz gespürt. Ich muss allerdings auch erwähnen, dass ich kein professioneller E-Sportler bin. Bei 11 Millisekunden wird dies meiner Meinung nach auch nur solchen Menschen auffallen, wenn überhaupt. Solltest Du also nicht zu dieser Spezies gehören, kannst Du problemlos auf diesen Monitor zurückgreifen. Ich hoffe, dass ich ein wenig behilflich sein konnte.

Viele Grüße
Oliver
Danke für die rasche Antwort.
Bin natürlich kein E-Sportler und somit sind 5 ms oder 10 ms für mich nicht bemerkbar oder relevant.
Hätte dennoch noch eine Frage:
Wie ich sehe beinflusst der Video Ausgang die Signalverzögerungszeit in keinster Weise; die Schaltzeiten über den DP-Ausgang sind ziemlich ähnlich http://www.prad.de/images/monitore/iiyama_gb2760qsu-b1/144Hz_schaltzeiten_overdrive_+2.jpg
Sehe ich das so korrekt?
laut Messergebnisse nur in geringer Weise. Allerdings sind an HDMI auch nur 60Hz möglich. Die bessere Wahl ist hier entweder DVI oder DP aufgrund der höheren möglichen Aktualisierungsrate, was sich enorm positiv auf das Spielerlebnis niederschlägt!

Viele Grüße
Oliver
Sehr geehrtes PRAD-Team,

der Test des "Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle"
ist ja durchweg positiv ausgefallen,
scheinbar kann man mit der Wahl dieses Monitors
nichts falsch machen.

Was mich dann aber bei all der akribischen Prüfung
des Monitors stutzig macht, es wird in keiner Zeile darauf hingwiesen, dass Iyama diesen Monitor
anderst bewirbt als er in Wirklichkeit ist.

In eurem Artikel steht:
"... wurde auf ein rahmenloses Design zurückgegriffen. Das heißt, dass das Panel oben und an den Seiten von einem nur 1 mm schmalen Kunststoffrahmen eingefasst wurde."

Dass hier aber zusätzlich an den Seiten und dem oberen Rand nochmals, ein nicht zur Darstellung nutzbarer Rand von ca. 5-6mm kommt, wird nicht erwähnt?!?

Auf der Produktseite wirbt Iyama mit der Darstellung, das Bild des Monitors würde
bis an den 1mm schmalen Rand hinaus laufen.
Im direkten Bildvergleich mit anderen Monitoren ein klarer, optischer Vorteil.

Technisch ist das aktuell nicht möglich, dennoch
suggerieren die Produktbilder dies.

Somit ist das irreführende Werbung und nicht zulässig.

Wieso kein Wort darüber im Testbericht??
Bei den Produktbildern setzen die Grafiker einfach Bilder ein. Ungut aber leider üblich, ich denke aber auch auf der Iiyama Webseite wird nirgendwo behauptet, dass das Bild bis an den Rand geht. Obwohl wir das nicht im Text erwähnt haben, da es eben normal ist, kann man es auf dem 1. Bild unter Optik und Mechanik ganz klar erkennen. Noch besser wenn man es vergrößert.
eine irreführende geschäftliche Handlung ist auch dann gegeben, wenn Informationen bewusst weggelassen werden.
Da iiyama vermutlich nicht ausversehen das Bild des Monitors bis an den schmalen Rand mappen lässt,
kann man davon ausgehen, dass man sich damit bewusst vor den Mitbewerbern positionieren möchte.

Kaufentscheidend kann dies allemal sein.

Als "üblich" würde ich diese Geschäftspraktik daher absolut nicht sehen, obgleich es in der Vergangenheit auch schon andere Anbieter getan haben.

Vor Jahren gab es dies auch schon bei der LG Flatron Reihe.
Hier bei Prad wurde auch eins dieser Modelle getestet, seinerzeit wurde aber gezielt auf diesen
schwarzen Rahmen hingewiesen im Test.

http://www.prad.de/new/monitore/test/2012/test-lg-ips277l-bn.html

Tut mir leid, aber auf so eine Irreführung muss hingewiesen werden und eigentlich auch negativ in die Gesamtwertung einfließen.

Wie sonst soll der Verbraucher sich ein neutrales Bild von einem Produkt machen?
Keine Frage, ist nicht gut. Aber bei LG war das damals deshalb etwas kritischer, weil sie diese bearbeiten Bilder auch für den Karton des Displays verwendet haben. Wie gesagt auf den Pressebildern und auf den Webseiten ist das tatsächlich üblich, denn hier werden von Grafikern speziell erstellte Motive verwendet. Ich denke auch nicht, dass hier eine offensichtliche Täuschung herbeigeführt werden soll. Der Grafiker hat keine Ahnung, die Leute die die Webseite erstellen auch nicht, hier ist der Hersteller gefordert. Uns hat das deshalb wohl auch etwas abstumpfen lassen.
Nach deiner Therorie müsste es also auch den Fall geben, dass ein unwissender Grafiker ein viel kleineres Bild einsetzt als der Monitor tatsächlich darstellen könnte.

Somit würde das Gegenteil eintreten und man würde durch vermeintliche Unwissenheit im eigenen Haus, das eigene Produkt negativer bewerben.
Diese Situation schon gehabt?

Bei Iiyama ist die Täuschung btw identisch wie bei LG.
Hättet ihr nämlich die Rückseite des Kartons zum Testbericht verwendet, so hättet ihr die manipulierte Grafik auch auf dem Karton gesehen!

Die Irreführung zieht sich somit von der Iiyama Internetseite, über den Onlineshop von dem der Monitor bestellt wird, bis zur Lieferung nach Hause.
Erst wenn der Monitor angeschlossen wird merkt
man den Beschiss...
ist der direct-drive-modus für den inputlag besser oder overdrive auf "0" ??

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