Grafik Grafik Grafik Grafik
image
Grafik Grafik Grafik Grafik

TESTBERICHT: Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle Teil 4


Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Bildmodus "Aus", Gamma 2,2, Helligkeit 80 und Kontrast 80.

Graubalance in der Werkseinstellung

Die Graubalance ist "out of the box" gut gelungen. Mit einem durchschnittlichen Delta C von 1,12 und einer Range von 1,31 kann man bei einem unkalibrierten Gaming-Display absolut zufrieden sein. Auch die Gammakurve verläuft bei einem Mittel von Gamma 2,26 schon hier ordentlich. Einzig die Farbtemperatur ist mit 7100 Kelvin etwas zu kühl geraten.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung

Der Iiyama GB2760QSU verfügt nicht über einen dedizierten sRGB-Bildmodus. Daher haben wir die gleichen Einstellungen verwendet wie bei der Graubalancemessung. Bei den Grauwerten wird dementsprechend auch ein ähnliches Ergebnis erreicht. Die bunten Farben sind nicht so gut gelungen und zeigen mit einem Delta E94 von 3,67 deutliche Abweichungen, die keine befriedigende Wertung mehr zulässt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der Iiyama GB2760QSU aus Quato iColor Display heraus kalibriert (Bildmodus "Aus", Gamma 2,2) und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Validierung der Monitorkalibration

Der Iiyama GB2760QSU zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergibt keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die bunten Farben wurden so weit gerichtet, dass sie mit einem durchschnittlichen Delta E94 von 0,90 auf ein gutes Ergebnis gebracht wurden. Sogar die Graubalance erreicht mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,45 ein sehr gutes Ergebnis. Die Range erhöht sich auf 2,06 Delta C, was gerade noch ein gutes Gesamtergebnis zulässt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Monitor sRGB-kalibriert

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Nach der Kalibration erhalten wir ebenso wie bei der Profilvalidierung ein gutes Gesamtergebnis, und auch hier ist die Range mit einem Delta C von 2,06 sichtbar erhöht. Für ein Gaming-Display ist das Ergebnis ansprechend.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 1 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und ist unter "Menü ->Bildeinstellung -> Overdrive" zu finden. Hier gibt es die Stellungen "-2" bis "+2". Als Standardwert ist "0" voreingestellt.

60 Hz, Overdrive "-2"

Bei deaktiviertem Overdrive und 60 Hz zeigt das Display mit dem Schwarz-Weiß-Wechsel in 4,6 ms und dem schnellsten Grauwechsel in 1,5 ms die zwei schnellsten Zeiten, die wir bislang messen konnten. Die enorm guten Messzeiten können aber beim Durchschnittswert an 15 Messpunkten nicht gehalten werden und zeigen schon beim Rise-Wert eine Zeit von 14,7 ms. Danach fällt der Messbalken aus unserer Grafik heraus, die wir gewählt haben, weil sonst die schnellen ersten Zeiten dieser Messstrecke nicht darstellbar gewesen wären. Auch der CtC-Wert ist mit 18,6 ms nur von mittelmäßiger Performance.

Dementsprechend zeigt der Helligkeitsverlauf auch keine Auffälligkeiten.

Grauwechsel und Schwarz-Weiß-Wechsel passen Performance-technisch nicht mit den anderen Messzeiten zusammen

60 Hz, Overdrive "0"

Der Iiyama GB2760QSU ist in den Werkseinstellungen auf mittlerem Overdrive bei Stärke "0" voreingestellt. Bei 60 Hz werden so in der Gesamtheit auch schlüssigere Werte erzielt. Im Vergleich zu anderen Monitoren, die wir bis jetzt getestet haben, werden hier auch erstklassige Ergebnisse erreicht. Mit 4 ms für den schnellsten Grauwechsel kann sich das Panel zur Vormessung etwas steigern. Beim Schwarz-Weiß-Wechsel fällt es dafür im Gegensatz zu deaktiviertem Overdrive mit 1,9 ms etwas zurück. Das ist aber nicht ungewöhnlich und wurde besonders beim Schwarz-Weiß-Wechsel in früheren Tests öfter beobachtet. Ein richtiger Turbo setzt beim Durchschnittswert an 15 Messpunkten und beim CtC-Wert ein. Ersterer ist mit 5 ms fast dreimal so schnell, und der CtC-Wert gewinnt mit 3,2 ms satte 15,4 ms.

Leider bleibt der Helligkeitsverlauf nicht mehr neutral und zeigt einen Ausschlag.

Hervorragende Schaltzeiten schlagen sich in der Bildqualität nieder

60 Hz, Overdrive "+2"

Wird das Display auf maximalem Overdrive gesetzt, werden zwar erneut bessere Messzeiten erreicht, aber eine große Steigerung kann natürlich nicht mehr erzielt werden.

Der Grauwechsel bleibt mit 4 ms gleich der Vormessung. Der Schwarz-Weiß-Wechsel erreicht mit 1,6 ms jetzt das nahezu gleiche Niveau wie bei deaktiviertem Overdrive. Mit 3,7 ms verbessert sich die Zeit zur Messung bei mittlerem Overdrive um 1,3 ms, und auch der CtC-Wert kann sich auf 2,2 ms verbessern.

Schaut man sich nun aber den Helligkeitsverlauf an, so wird klar, dass der Zeitgewinn in keinem Verhältnis zu den Überschwingern steht, die komplett unsere Grafik sprengen. Aus Erfahrung können wir so schon sagen, dass das Bild nicht mehr schön anzusehen sein wird.

Minimaler Geschwindigkeitsgewinn steht in keinem Verhältnis zu den auftretenden Bildfehlern

144 Hz, Overdrive "-2"

Bei maximaler Aktualisierungsrate und deaktiviertem Overdrive zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei 60 Hz. Bloß, dass das Display bei unseren 15 Messpunkten und beim CtC-Wert nicht mehr so abfällt.

Hier zeigt der Iiyama GB2760QSU gegenüber seinen Mitstreitern aus vergangenen Tests eine sehr ordentliche Performance. Der schnellste Grauwechsel wird in einer Zeit von 5 ms erreicht und der Schwarz-Weiß-Wechsel mit schnellen 2 ms gemessen. Der Durchschnittswert an 15 Messpunkten zeigt solide 11,2 ms, und auch der CtC-Wert bietet mit 8,8 ms hier eine ordentliche Performance.

Auch hier zeigt der Helligkeitsverlauf wie bei 60 Hz keine Unregelmäßigkeiten.

Bei 144 Hz passt das Verhältnis innerhalb der Schaltzeiten im Gegensatz zum 60-Hz-Betrieb

 << < 1 2 3 4 5 6 > >>

10 Kommentare vorhanden


Hallo @Oliver Jachmann
wäre für mich interessant, jedoch wirkt die Gesamtlatenz wegen der Signalverzögerungszeit von "11,2" ms etwas hoch.
Ist dies für schnelle Spiele als kritisch einzustufen? Der Monitor wird als Gaming-Monitor beworben.
Die anderen schnellen Monitore die hier getestet wurden, z.B. AOC AG241QX, Asus PG258Q oder Asus PG248Q, weisen Signalverzögerungen von 1,2 - 3,7 ms auf. Selbst der hier getestete AOC AG271QG, mit IPS-Panel und g2g Reaktionszeit von 4 ms, hat eine deutlich geringere Signalverzägerungszeit von 2 ms.
Kann dies ein Messfehler beim Iiyama GB2760QSU-B1 sein?
MfG
Hallo paskff,

wir schließen Messfehler mittlerweile aus, da wir jetzt mit zweierlei Messmethoden arbeiten. Zunächst mit der von uns entwickelten Messmethode und zusätzlich mit dem "Leo Bodnar Lag Tester" Hier liegen beide Testergebnisse nicht weit auseinander, so dass man von einer Gesamtlatenz zwischen 10,8 und 11,2 Millisekunden ausgehen kann. Ich persönlich habe nichts von einer merkbaren Latenz gespürt. Ich muss allerdings auch erwähnen, dass ich kein professioneller E-Sportler bin. Bei 11 Millisekunden wird dies meiner Meinung nach auch nur solchen Menschen auffallen, wenn überhaupt. Solltest Du also nicht zu dieser Spezies gehören, kannst Du problemlos auf diesen Monitor zurückgreifen. Ich hoffe, dass ich ein wenig behilflich sein konnte.

Viele Grüße
Oliver
Danke für die rasche Antwort.
Bin natürlich kein E-Sportler und somit sind 5 ms oder 10 ms für mich nicht bemerkbar oder relevant.
Hätte dennoch noch eine Frage:
Wie ich sehe beinflusst der Video Ausgang die Signalverzögerungszeit in keinster Weise; die Schaltzeiten über den DP-Ausgang sind ziemlich ähnlich http://www.prad.de/images/monitore/iiyama_gb2760qsu-b1/144Hz_schaltzeiten_overdrive_+2.jpg
Sehe ich das so korrekt?
laut Messergebnisse nur in geringer Weise. Allerdings sind an HDMI auch nur 60Hz möglich. Die bessere Wahl ist hier entweder DVI oder DP aufgrund der höheren möglichen Aktualisierungsrate, was sich enorm positiv auf das Spielerlebnis niederschlägt!

Viele Grüße
Oliver
Sehr geehrtes PRAD-Team,

der Test des "Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle"
ist ja durchweg positiv ausgefallen,
scheinbar kann man mit der Wahl dieses Monitors
nichts falsch machen.

Was mich dann aber bei all der akribischen Prüfung
des Monitors stutzig macht, es wird in keiner Zeile darauf hingwiesen, dass Iyama diesen Monitor
anderst bewirbt als er in Wirklichkeit ist.

In eurem Artikel steht:
"... wurde auf ein rahmenloses Design zurückgegriffen. Das heißt, dass das Panel oben und an den Seiten von einem nur 1 mm schmalen Kunststoffrahmen eingefasst wurde."

Dass hier aber zusätzlich an den Seiten und dem oberen Rand nochmals, ein nicht zur Darstellung nutzbarer Rand von ca. 5-6mm kommt, wird nicht erwähnt?!?

Auf der Produktseite wirbt Iyama mit der Darstellung, das Bild des Monitors würde
bis an den 1mm schmalen Rand hinaus laufen.
Im direkten Bildvergleich mit anderen Monitoren ein klarer, optischer Vorteil.

Technisch ist das aktuell nicht möglich, dennoch
suggerieren die Produktbilder dies.

Somit ist das irreführende Werbung und nicht zulässig.

Wieso kein Wort darüber im Testbericht??
Bei den Produktbildern setzen die Grafiker einfach Bilder ein. Ungut aber leider üblich, ich denke aber auch auf der Iiyama Webseite wird nirgendwo behauptet, dass das Bild bis an den Rand geht. Obwohl wir das nicht im Text erwähnt haben, da es eben normal ist, kann man es auf dem 1. Bild unter Optik und Mechanik ganz klar erkennen. Noch besser wenn man es vergrößert.
eine irreführende geschäftliche Handlung ist auch dann gegeben, wenn Informationen bewusst weggelassen werden.
Da iiyama vermutlich nicht ausversehen das Bild des Monitors bis an den schmalen Rand mappen lässt,
kann man davon ausgehen, dass man sich damit bewusst vor den Mitbewerbern positionieren möchte.

Kaufentscheidend kann dies allemal sein.

Als "üblich" würde ich diese Geschäftspraktik daher absolut nicht sehen, obgleich es in der Vergangenheit auch schon andere Anbieter getan haben.

Vor Jahren gab es dies auch schon bei der LG Flatron Reihe.
Hier bei Prad wurde auch eins dieser Modelle getestet, seinerzeit wurde aber gezielt auf diesen
schwarzen Rahmen hingewiesen im Test.

http://www.prad.de/new/monitore/test/2012/test-lg-ips277l-bn.html

Tut mir leid, aber auf so eine Irreführung muss hingewiesen werden und eigentlich auch negativ in die Gesamtwertung einfließen.

Wie sonst soll der Verbraucher sich ein neutrales Bild von einem Produkt machen?
Keine Frage, ist nicht gut. Aber bei LG war das damals deshalb etwas kritischer, weil sie diese bearbeiten Bilder auch für den Karton des Displays verwendet haben. Wie gesagt auf den Pressebildern und auf den Webseiten ist das tatsächlich üblich, denn hier werden von Grafikern speziell erstellte Motive verwendet. Ich denke auch nicht, dass hier eine offensichtliche Täuschung herbeigeführt werden soll. Der Grafiker hat keine Ahnung, die Leute die die Webseite erstellen auch nicht, hier ist der Hersteller gefordert. Uns hat das deshalb wohl auch etwas abstumpfen lassen.
Nach deiner Therorie müsste es also auch den Fall geben, dass ein unwissender Grafiker ein viel kleineres Bild einsetzt als der Monitor tatsächlich darstellen könnte.

Somit würde das Gegenteil eintreten und man würde durch vermeintliche Unwissenheit im eigenen Haus, das eigene Produkt negativer bewerben.
Diese Situation schon gehabt?

Bei Iiyama ist die Täuschung btw identisch wie bei LG.
Hättet ihr nämlich die Rückseite des Kartons zum Testbericht verwendet, so hättet ihr die manipulierte Grafik auch auf dem Karton gesehen!

Die Irreführung zieht sich somit von der Iiyama Internetseite, über den Onlineshop von dem der Monitor bestellt wird, bis zur Lieferung nach Hause.
Erst wenn der Monitor angeschlossen wird merkt
man den Beschiss...
ist der direct-drive-modus für den inputlag besser oder overdrive auf "0" ??

Anzeigen
© 2002 - 2017 PRAD ProAdviser GmbH & Co. KG | Alle Rechte vorbehalten! | Impressum | Datenschutzerklärung
Ausgewiesene Warenzeichen und Markennamen gehören ihren jeweiligen Eigentümern.
PRAD übernimmt keine Haftung für den Inhalt verlinkter externer Internetseiten!
Hinweis: Unsere Internetseite wird mit aktiviertem Adblocker teilweise nicht korrekt angezeigt!