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TESTBERICHT: Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle Teil 5


144 Hz, Overdrive "0"

Auch bei mittlerer Pixelbeschleunigung kann sich der Iiyama GB2760QSU unter den anderen Gaming-Displays behaupten und landet bei sämtlichen Zeiten auf den vorderen Plätzen. Für den schnellsten Grauwechsel wird eine Topzeit von 3,5 ms erreicht. Der Schwarz-Weiß-Wechsel benötigt flotte 1,4 ms, und der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte zeigt eine Messzeit von nur 4 ms. Der enorm wichtige CtC-Wert führt mit 2,4 ms sogar das Feld aller bisherigen Gaming-Displays bei mittlerem Overdrive an.

Der Helligkeitsverlauf macht sich zwar bemerkbar, doch wird sich aus Erfahrung noch nicht sehr stark im Bild niederschlagen.

Die bestmögliche Kombination von Performance und Bildqualität

144 Hz, Overdrive "+2"

Der größte Performance-Schritt wurde bereits im Bereich von deaktiviertem zu mittlerem Overdrive gemacht. Bei maximalem Overdrive treten wenn überhaupt nur noch marginale Verbesserungen der Schaltzeiten ein. Grauwechsel und Schwarz-Weiß-Wechsel sind davon nicht betroffen und werden mit 3,5 und 1,4 ms exakt gleich gemessen. Der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte verbessert sich um 1 ms auf 3 ms, und der CtC-Wert gewinnt 0,4 ms zur Messung bei mittlerem Overdrive.

Das Herausquetschen der letzten bisschen Performance wurde allerdings über eine bedeutend schlechtere Bildqualität erkauft und sprengt unsere Grafik erneut.

Wir empfehlen, das Display in den Werkseinstellungen bei mittlerem Overdrive zu belassen, denn hier werden sehr schnelle Schaltzeiten mit einer sehr annehmbaren Bildqualität erreicht.

Marginaler Geschwindigkeitsschub steht erneut in keinem Verhältnis zur Bildqualität

Netzdiagramme

Netzdiagramm 60 Hz (links) und 144 Hz (rechts), Overdrive "-2"

Netzdiagramm 60 Hz (links) und 144 Hz (rechts), Overdrive "0"

Netzdiagramm 60 Hz (links) und 144 Hz (rechts), Overdrive "+2"

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit einer Verzögerung von 11,2 ms und einer mittleren Bildwechselzeit von 1,5 ms wird eine Gesamtlatenz von 12,7 ms erreicht. Damit eignet sich das Display auch für schnelle Shooter.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Inputlag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, dem Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem "Leo Bodnar Lag Tester" nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig ud sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet und führt zu keiner Überanstrengung der Augen.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

 

Subjektive Beurteilung

Auch wenn sämtliche Testmonitore einen umfangreichen Parcours mit hochempfindlichen Messgeräten durchlaufen, können sie nicht das Bild in der Gesamtheit beurteilen, wie es das menschliche Auge wahrnimmt. Aus diesem Grund haben wir uns einige Zeit hingesetzt und Filmsequenzen geschaut, kleinere zusätzliche Tests durchgeführt und etwas gespielt, um die Performance unter realen Bedingungen zu testen. Da es sich bei dem Iiyama GB2760QSU um ein Gaming-Display handelt, haben wir den Schwerpunkt auf Gaming gesetzt und das Spiel "Project CARS" als Testtitel ausgewählt. Es eignet sich sehr gut dafür, da der Monitor starken Schwankungen der Aktualisierungsraten ausgesetzt ist. Zusätzlich zeigt es starke Kontraste, wodurch eine mögliche Koronabildung sofort sichtbar wird.

60-Hz-Spielbetrieb

Da Spielekonsolen weder mehr als 60 Hz zeigen noch etwas mit FreeSync anfangen können, testen wir das Display zunächst bei dieser Aktualisierungsrate. Sicherlich zeigt es bei solch einer Bildfrequenz nicht das saubere flüssige Bild, wie es diejenigen gewohnt sind, die am Computer schon einmal 144 Hz erlebt haben. Trotzdem zeigt es durch die gute Reaktionszeit ein nicht so verwischtes Bild, wie es schon bei einigen anderen Monitoren zu sehen war. Der Overdrive sollte aber in den Werkseinstellungen auf Stufe "0" belassen werden, da starke Bildfehler bei den höheren Stufen produziert werden. Hier zeigen sich leichte Bewegungsartefakte, die aber nicht so stark wiegen wie die heftige Korona an kontrastreichen Kanten.

Starke Koronabildung bei höchster Overdrive-Stufe ("+2")

Zwar gibt es auch schon bei Stufe "0" leichte Bildfehler, die sich aber nicht störend auf das Spiel auswirken. Bei den genannten Bedingungen macht der Iiyama GB2760QSU auch an Spielekonsolen eine gute Figur.

144-Hz-Spielbetrieb

Hier erlebt man die sehr gute Performance des Displays mit einer sehr guten Performance. Das Bild fühlt sich durch die Flüssigkeit des Ablaufs und die Klarheit sehr real an. Auch FreeSync macht seine Arbeit sehr gut und eliminiert Tearing zuverlässig im Bereich von 40 bis 144 Hz. Dabei fällt es nicht ins Gewicht, ob die Grafikkarte 80 oder 144 fps liefert, wobei letzteres durch das WQHD-Panel mit 2560 x 1440 Pixel sowieso schwer zu erreichen sein wird. Wer eine schwächere Grafikkarte besitzt, kann auch die Auflösung auf HD-Niveau absenken, um höhere Bildfrequenzen zu erreichen. Der Qualitätsverlust ist hier noch nicht hoch. Auch hier sollte der Overdrive auf "0" belassen werden, da maximaler Overdrive eine starke Korona um kontrastreiche, schnell bewegte Objektkanten legt.

FreeSync

AMDs FreeSync hat uns in der Vergangenheit nicht immer überzeugt. Bei einigen Spielen trat trotzdem Tearing auf, obwohl die Option aktiviert war. Bei diesem Monitor ist das erfreulicherweise anders und kann selbst bei "Titanfall" im Trainingsmodus überzeugen. Wichtig ist allerdings, dass grundsätzlich in den Monitoreinstellungen 144 Hz aktiviert ist, um die komplette Range von 40-144 Hz nutzen zu können.

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10 Kommentare vorhanden


Hallo @Oliver Jachmann
wäre für mich interessant, jedoch wirkt die Gesamtlatenz wegen der Signalverzögerungszeit von "11,2" ms etwas hoch.
Ist dies für schnelle Spiele als kritisch einzustufen? Der Monitor wird als Gaming-Monitor beworben.
Die anderen schnellen Monitore die hier getestet wurden, z.B. AOC AG241QX, Asus PG258Q oder Asus PG248Q, weisen Signalverzögerungen von 1,2 - 3,7 ms auf. Selbst der hier getestete AOC AG271QG, mit IPS-Panel und g2g Reaktionszeit von 4 ms, hat eine deutlich geringere Signalverzägerungszeit von 2 ms.
Kann dies ein Messfehler beim Iiyama GB2760QSU-B1 sein?
MfG
Hallo paskff,

wir schließen Messfehler mittlerweile aus, da wir jetzt mit zweierlei Messmethoden arbeiten. Zunächst mit der von uns entwickelten Messmethode und zusätzlich mit dem "Leo Bodnar Lag Tester" Hier liegen beide Testergebnisse nicht weit auseinander, so dass man von einer Gesamtlatenz zwischen 10,8 und 11,2 Millisekunden ausgehen kann. Ich persönlich habe nichts von einer merkbaren Latenz gespürt. Ich muss allerdings auch erwähnen, dass ich kein professioneller E-Sportler bin. Bei 11 Millisekunden wird dies meiner Meinung nach auch nur solchen Menschen auffallen, wenn überhaupt. Solltest Du also nicht zu dieser Spezies gehören, kannst Du problemlos auf diesen Monitor zurückgreifen. Ich hoffe, dass ich ein wenig behilflich sein konnte.

Viele Grüße
Oliver
Danke für die rasche Antwort.
Bin natürlich kein E-Sportler und somit sind 5 ms oder 10 ms für mich nicht bemerkbar oder relevant.
Hätte dennoch noch eine Frage:
Wie ich sehe beinflusst der Video Ausgang die Signalverzögerungszeit in keinster Weise; die Schaltzeiten über den DP-Ausgang sind ziemlich ähnlich http://www.prad.de/images/monitore/iiyama_gb2760qsu-b1/144Hz_schaltzeiten_overdrive_+2.jpg
Sehe ich das so korrekt?
laut Messergebnisse nur in geringer Weise. Allerdings sind an HDMI auch nur 60Hz möglich. Die bessere Wahl ist hier entweder DVI oder DP aufgrund der höheren möglichen Aktualisierungsrate, was sich enorm positiv auf das Spielerlebnis niederschlägt!

Viele Grüße
Oliver
Sehr geehrtes PRAD-Team,

der Test des "Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle"
ist ja durchweg positiv ausgefallen,
scheinbar kann man mit der Wahl dieses Monitors
nichts falsch machen.

Was mich dann aber bei all der akribischen Prüfung
des Monitors stutzig macht, es wird in keiner Zeile darauf hingwiesen, dass Iyama diesen Monitor
anderst bewirbt als er in Wirklichkeit ist.

In eurem Artikel steht:
"... wurde auf ein rahmenloses Design zurückgegriffen. Das heißt, dass das Panel oben und an den Seiten von einem nur 1 mm schmalen Kunststoffrahmen eingefasst wurde."

Dass hier aber zusätzlich an den Seiten und dem oberen Rand nochmals, ein nicht zur Darstellung nutzbarer Rand von ca. 5-6mm kommt, wird nicht erwähnt?!?

Auf der Produktseite wirbt Iyama mit der Darstellung, das Bild des Monitors würde
bis an den 1mm schmalen Rand hinaus laufen.
Im direkten Bildvergleich mit anderen Monitoren ein klarer, optischer Vorteil.

Technisch ist das aktuell nicht möglich, dennoch
suggerieren die Produktbilder dies.

Somit ist das irreführende Werbung und nicht zulässig.

Wieso kein Wort darüber im Testbericht??
Bei den Produktbildern setzen die Grafiker einfach Bilder ein. Ungut aber leider üblich, ich denke aber auch auf der Iiyama Webseite wird nirgendwo behauptet, dass das Bild bis an den Rand geht. Obwohl wir das nicht im Text erwähnt haben, da es eben normal ist, kann man es auf dem 1. Bild unter Optik und Mechanik ganz klar erkennen. Noch besser wenn man es vergrößert.
eine irreführende geschäftliche Handlung ist auch dann gegeben, wenn Informationen bewusst weggelassen werden.
Da iiyama vermutlich nicht ausversehen das Bild des Monitors bis an den schmalen Rand mappen lässt,
kann man davon ausgehen, dass man sich damit bewusst vor den Mitbewerbern positionieren möchte.

Kaufentscheidend kann dies allemal sein.

Als "üblich" würde ich diese Geschäftspraktik daher absolut nicht sehen, obgleich es in der Vergangenheit auch schon andere Anbieter getan haben.

Vor Jahren gab es dies auch schon bei der LG Flatron Reihe.
Hier bei Prad wurde auch eins dieser Modelle getestet, seinerzeit wurde aber gezielt auf diesen
schwarzen Rahmen hingewiesen im Test.

http://www.prad.de/new/monitore/test/2012/test-lg-ips277l-bn.html

Tut mir leid, aber auf so eine Irreführung muss hingewiesen werden und eigentlich auch negativ in die Gesamtwertung einfließen.

Wie sonst soll der Verbraucher sich ein neutrales Bild von einem Produkt machen?
Keine Frage, ist nicht gut. Aber bei LG war das damals deshalb etwas kritischer, weil sie diese bearbeiten Bilder auch für den Karton des Displays verwendet haben. Wie gesagt auf den Pressebildern und auf den Webseiten ist das tatsächlich üblich, denn hier werden von Grafikern speziell erstellte Motive verwendet. Ich denke auch nicht, dass hier eine offensichtliche Täuschung herbeigeführt werden soll. Der Grafiker hat keine Ahnung, die Leute die die Webseite erstellen auch nicht, hier ist der Hersteller gefordert. Uns hat das deshalb wohl auch etwas abstumpfen lassen.
Nach deiner Therorie müsste es also auch den Fall geben, dass ein unwissender Grafiker ein viel kleineres Bild einsetzt als der Monitor tatsächlich darstellen könnte.

Somit würde das Gegenteil eintreten und man würde durch vermeintliche Unwissenheit im eigenen Haus, das eigene Produkt negativer bewerben.
Diese Situation schon gehabt?

Bei Iiyama ist die Täuschung btw identisch wie bei LG.
Hättet ihr nämlich die Rückseite des Kartons zum Testbericht verwendet, so hättet ihr die manipulierte Grafik auch auf dem Karton gesehen!

Die Irreführung zieht sich somit von der Iiyama Internetseite, über den Onlineshop von dem der Monitor bestellt wird, bis zur Lieferung nach Hause.
Erst wenn der Monitor angeschlossen wird merkt
man den Beschiss...
ist der direct-drive-modus für den inputlag besser oder overdrive auf "0" ??

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