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TESTBERICHT: ViewSonic VP2768 Teil 6


Ein Handbuch scheint nicht zum Lieferumfang zu gehören, wäre aber gerade für Neueinsteiger eigentlich unabdingbar, um die verschiedenen Einstellmöglichkeiten und den generellen Ablauf zu verstehen. Wer allerdings durch unsere Testberichte mit den grundlegenden Begriffen vertraut ist, sollte mit einer einfachen Kalibration auf den nativen Farbraum keine Probleme haben.

Während die Virenprüfung der ViewSonic-CD unauffällig verlief, schlug bei der Installation Norton Auto Protect Alarm und unterband die vollständige Installation kurzerhand wegen des Versuchs, einen Trojaner zu installieren. Dabei wurde kein bestimmter Trojaner erkannt, sondern ein ähnliches Verhalten der Installationsroutine bemängelt. Da auch namhafte Hersteller regelmäßig durch Auslieferung tatsächlich verseuchter CDs und ganzer Notebooks in die Schlagzeilen kommen, kann man so etwas auch nicht einfach schnell mit "Wird schon nur ein Fehlalarm sein!" abtun.

Da wir auf einem anderen Rechner mit Kaspersky AntiVirus keine Warnung erhielten, haben wir die Software trotzdem installiert. Ein mulmiges Gefühl blieb dennoch zurück.

Update: Wie uns ViewSonic mittelte, hat man das Problem wegen des Alarms der Antivirensoftware gelöst. Neu produzierte Geräte werden nur noch mit CDs ausgeliefert, die eine korrigierte Softwareversion Colorbration 1.2.0 beinhalten, welche auch als Download verfügbar ist. Die Versionsnummer ist zwar identisch mit der, die wir in diesem Test verwendet haben, allerdings wird als Release Date 21.07.2017 angegeben.

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus "Colorbration" heraus kalibriert (RGB-Primärfarben: "Native", Weißpunkt: D65, Leuchtdichte: 140 cd/m², Gamma: 2,2, Tonwertkurve: sRGB) und profiliert.

Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt. Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Einstieg und Workflow-Optionen (Screenshot Colorbration)

Die Startseite dient primär der Erkennung von Monitor und Colorimeter und der Wahl des Workflows (Profilieren oder Qualitätsüberprüfung). Wir haben hier den Modus "Erweitert" gewählt, um die maximal vorhandenen Einstellmöglichkeiten zu sehen.

Auf der zweiten Seite wird unter "RGB-Primärfarben" der Farbraum ausgewählt, auf den kalibriert werden soll. Da der ViewSonic VP2768 keinen erweiterten Farbraum beherrscht, scheint diese Option nicht so wichtig. Normalerweise würden wir hier "nativ" wählen. Allerdings empfiehlt sich in dieser Software-Variante stattdessen die Option "Benutzerdefiniertes xy" mit der Checkbox "Standardwerte", da nur dann weitere Einstellmöglichkeiten verfügbar werden. Jetzt kann man auch den Weißpunkt und die Tonwertekurve bestimmen (siehe Abbildung 3). Mit diesen Einstellungen haben wir auch ein merklich besseres Ergebnis erzielt, als mit den Standardvorgaben.

Monitor- und Profil-Optionen (Screenshot Colorbration)

Die Profil-Optionen kann man ruhig auf Standardeinstellungen belassen. In den letzten beiden Schritten werden die Anzahl der Messfelder und der im Monitor für die Kalibrierung zu verwendende Speicherplatz ausgewählt und schließlich die Kalibrierung gestartet.

Anzahl Messfelder und Wahl des Speicherplatzes (Screenshot Colorbration)

Danach braucht man Geduld. Der Kalibrierungsvorgang läuft vollständig automatisch ab, dauert aber auch bei kleinem Messfeldsatz ca. 15 Minuten. Das erstellte Farbprofil wird automatisch in die Farbverwaltung des Betriebssystems eingetragen. Anschließend hat man noch die Möglichkeit, das Kalibrierungsergebnis zu überprüfen. Zum Abspeichern der Kalibrierungsergebnisse sind drei Speicherplätze bei den Bildmodi vorgesehen. Die Auswahl wird beim Kalibrierungsvorgang getroffen. Somit hat man die Möglichkeit, das Gerät auf unterschiedliche Ziele zu kalibrieren und dann einfach per Knopfdruck hin und her zu schalten.

Allerdings muss man dann auch den Profilwechsel in der Farbverwaltung manuell entsprechend nachziehen. Ansonsten bekommt man in Farbmanagement-fähigen Anwendungen eine falsche Darstellung. Eine Funktion, die diesen Wechsel automatisch übernimmt – wie beim Color Navigator von EIZO –, bietet ViewSonic noch nicht an.

Auf der letzten Seite vor dem Start der Messung kann man auch noch die Option "Gleichförmigkeitskorrektur" aktivieren. Es wäre sicher interessant gewesen zu sehen, ob sich damit die Schwächen des ViewSonic VP2768 bei der Homogenität ausgleichen lassen. Mit aktivierter Option kam die Software aber zu keinem Ende mehr und wir haben unsere beiden Versuche dann jeweils nach über einer Stunde abgebrochen.

Insgesamt besitzt die Lösung von ViewSonic bei Weitem nicht den gleichen Funktionsumfang und die gleiche Stabilität wie beispielsweise der Color Navigator von EIZO. Dagegen ähnelt sie der Lösung von BenQ. Kein Wunder: Beide Hersteller setzen auf eine Kooperation mit den Farbmanagement-Experten von X-Rite.

Profilvalidierung

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Im Vergleich zur Software-Kalibration zeigt sich bereits bei der Profilvalidierung überraschenderweise eine Verschlechterung – insbesondere bei der Graubalance. In Standardeinstellungen der Hardware-Kalibration ist das Ergebnis bei der Graubalance nur noch zufriedenstellend. Mit den oben genannten Einstellungen erreichten wir ein "noch gut" anstelle eines "fast sehr gut". Die Farbwerte sind etwas schlechter, aber immer noch sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Hat die Hardware-Kalibration dann hier gar keinen Sinn? Doch, auf jeden Fall. Das sieht man abseits der Messwerte sehr gut in feinen Farbverläufen. Nach der Software-Kalibration sieht man hier bei genauem Hinsehen teils deutliche Banding-Effekte. Das sieht auch wie abwechselnd grünlich-rötliche Schlieren aus. Sowohl vorher in Werkseinstellungen als auch nach Hardware-Kalibration ist das dagegen nicht der Fall, und auch feine Grauverläufe sind perfekt.

Wie stark solche Effekte durch eine Software-Kalbration ausfallen, hängt zum einen davon ab, wie stark man per RGB-Regler den Monitor anpassen muss. Darüber hinaus aber auch stark von der verwendeten Grafikkarte, da bei der Software-Kalibration die noch erforderlichen Anpassungen in der LUT der Grafikkarte berechnet werden. Rechnet die Grafikkarte hier nur in 8 Bit, fällt die unerwünschte Beschneidung von Farbabstufungen auf jeden Fall deutlich stärker ins Gewicht. NVIDIA-Grafikkarten schneiden hier erfahrungsgemäß schlechter ab, als AMD-Grafikkarten.

Insgesamt hat die Lösung zur Hardware-Kalibration von ViewSonic auf dem derzeitigen Entwicklungsstand zwar noch keinen sonderlich ausgereiften Eindruck hinterlassen und ist mit professionellen Lösungen wie z. B. von EIZO oder NEC nicht zu vergleichen. Im Vergleich zu einer reinen Software-Kalibration bringt sie dennoch einen sichtbaren Vorteil.

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