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TESTBERICHT: ViewSonic VP2785-4K Teil 2


Anschlüsse

Mit Anschlussmöglichkeiten ist der ViewSonic VP2785-4K gut ausgestattet: Je zweimal DisplayPort 1.4 (1 davon Mini), HDMI 2.0, USB-3.0-Upstream (1 x Typ B, 1 x Typ C) und USB-3.0-Downstream.

Bei den Bezeichnungen zu USB schließt sich ViewSonic dem mittlerweile üblichen Schindluder der Branche an. USB 3.0 (5 Gbit/s) wird jetzt als USB 3.1 (Gen 1) deklariert. USB 3.1 (10 Gbit/s) als USB 3.1 Gen 2. Aus Verbrauchersicht ist das ungut.

Anschlüsse: üppig, aber schlecht zu erreichen

Die Anschlussmöglichkeiten des ViewSonic VP2785-4K sind zwar zahlreich und technologisch auf dem neuesten Stand, werden vom Gerät aber so gekonnt hinter dem Standbein verborgen, dass das Einstecken zum elenden Gefummel wird. Für die Einmal-Einrichtung eines Arbeitsplatzes kann man damit gut leben. Wer aber häufig neue Eingangsquellen anschließen bzw. wechseln will, wird hier ganz sicher nicht glücklich.

Im Zusammenhang mit den Anschlüssen sind wir im Test leider noch auf ein weiteres Problem gestoßen, das uns viele Stunden Zeit gekostet hat. Im Systemmenü stehen "DisplayPort 1.2" und "HDMI 2.0" ab Werk auf "On".

Gemeint ist hier natürlich nicht eine generelle Aktivierung/Deaktivierung des jeweiligen Eingangs, sondern die Unterstützung des jeweiligen Standards. Laut technischen Daten unterstützt das Gerät DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0 – also jeweils die aktuellsten Standards. Das Ausschalten von DisplayPort 1.2 bewirkt also ein Einschalten von DisplayPort 1.4 und das Ausschalten von HDMI 2.0 vermutlich ein Herunterschalten auf HDMI 1.4. Dokumentiert ist der HDMI-Schalter aber nicht. Beim DisplayPort-Schalter kann man das zumindest schlussfolgern.

Wieso im einen Fall der DisplayPort-Standard 1.2 für die Schalterbezeichnung verwendet wird und im anderen Fall der aktuelle Standard HDMI 2.0 – beide ab Werk auf "On" –, ist uns nicht ganz klar. Wir sind uns auch nicht sicher, ob die Bezeichnung für den DisplayPort-Schalter überhaupt richtig ist. In jeder Konstellation kam es zu Problemen, die so einfach nicht sein sollten.

Unser erster Testrechner besitzt sowohl eine dedizierte NVIDIA- als auch eine integrierte Intel-Grafik. Beide unterstützen maximal DisplayPort 1.2. Die Stellung DisplayPort 1.2 auf "On" wäre also die richtige. Der erste Testrechner hat das Windows-Creators-Update noch vor sich, ist sonst aber auf dem neuesten Stand (Windows 10 Pro 1703, Build 15063.674). Die Installation des Monitortreibers war mit der vom Hersteller beschriebenen Methode nicht möglich, ist uns aber auf Umwegen gelungen.

Doch egal, ob mit oder ohne Monitortreiber: Im Menü des Grafikarten-Treibers war das Gerät bei nativer Auflösung maximal mit 30 Hz zu betreiben. Das Umschalten von DisplayPort 1.2 auf "Off" (also aktiviertem DP 1.4) brachte dann schließlich doch die gewünschten 60 Hz zum Vorschein. Die blieben auch nach dem Wiedereinschalten von DP 1.2 erhalten. Doch nach dem Aufwachen aus dem Standby oder spätestens dem nächsten Neustart war regelmäßig – aber nicht immer – wieder alles beim Alten. Das merkt man schnell, da sich bei 30 Hz die Maus nur noch sehr ruckelig bewegt.

Wir haben den Monitor dann auch noch an einen nagelneuen Testrechner mit aktuellster Kaby-Lake-Grafik (Intel HD Graphics 630) angeschlossen und sind erst mal aus allen Wolken gefallen. Der Monitor zeigte hier in den Werkseinstellungen ein völlig anderes Bild mit offensichtlich falschem Gamma und überzogenen Kontrasten. Am ersten Testrechner konnten wir dagegen keinen Unterschied zwischen NVIDIA- und Intel-Grafik sehen. Auf korrekte RGB-Levels wurde selbstverständlich geachtet.

Obwohl die Intel-Grafik auch am neuen Testrechner nur DP 1.2 unterstützt, brachte erst das Ausschalten von DP 1.2 wieder die richtigen Farben zum Vorschein. Dafür konnte das Gerät dann nur noch mit 30 Hz betrieben werden. Die Installation des Monitortreibers scheiterte hier auf jede erdenkliche Weise. Auf der Support-Seite von ViewSonic wundert man sich zunächst, dass der neueste Treiber sowohl signiert als auch unsigniert angeboten wird. Mit der Angabe der Versionsnummern verzichtet ViewSonic komplett.

Also haben wir uns zunächst für den signierten Treiber entschieden, mit folgendem Ergebnis:

Fehlermeldung signierter Treiber

Daraufhin haben wir es dann mit dem unsignierten Treiber versucht:

Fehlermeldung unsignierter Treiber

Insgesamt ein unbefriedigendes Ergebnis. Man kann nur hoffen, dass hinter der im Handbuch angegebenen Support-Hotline eine Heerschar an kompetenten Mitarbeiter auf den Anruf von Kunden wartet.

Bedienung

Viele Stunden später konnten wir das Gerät dann ernsthaft in Betrieb nehmen. Die Bedienung erfolgt über moderne Touch-Tasten, die allerdings sehr übereifrig reagieren. Tippt man zu kurz, passiert nichts. Tippt man zu lang, fängt das Gerät an, rasend schnell durch das OSD zu jagen. Eine haptische oder akustische Rückmeldung gibt es nicht. Insgesamt ein weiterer Punkt, mit dem man leben kann, der aber nicht wirklich Spaß macht.

Reaktionsfreudige Touch-Tasten mit Beleuchtung

OSD

Die Beschreibung des OSDs im Handbuch (auch im englischen) ist recht spärlich. Daher können wir hier auch nur mit drei Screenshots aufwarten.

Ein beliebiger Tastendruck bringt zunächst eine Schnellauswahl zum Vorschein, mit der sich Bildmodus, Kontrast/Helligkeit und die Eingabequelle auswählen lassen. Das eigentliche OSD ist auf sechs Hauptmenü-Ebenen verteilt, die horizontal angeordnet sind. Die Unterpunkte befinden sich dann in der Vertikalen.

Die Aufteilung der Unterpunkte ist überwiegend gut gewählt. Im Detail verbergen sich aber einige Tücken, die zumindest reichlich gewöhnungsbedürftig sind. Beispielsweise hat der ViewModus mit dem sonst üblichen Bildmodus als Ausgangspunkt nichts gemein und ist ab Werk ausgeschaltet. Professionelle Benutzermodi verbergen sich hinter dem auch über die Schnellauswahl verfügbaren Punkt "Standard Color". Im Hauptmenü muss man zunächst in die Rubrik "Color Adjust" wechseln. Während in der Schnellauswahl auch die drei Speicherplätze für die Kalibration aufgerufen werden können, ist das im Menü ein eigener Punkt: "Color Calibration".

OSD mit deutlichen Mängeln in der Bedienlogik (Screenshot Handbuch ViewSonic)

Hinter dem Punkt "ViewModus" verbirgt sich eine Art Presets. Teilweise mit Einstellungs-Unterpunkten, die auch unter "Color Adjust" oder "Manuel Image Adjust" vorhanden sind, teilweise mit Einstellungsmöglichkeiten wie "UltraClear", "Advanced Gamma" oder "Advanced Sharpness", die nur hier zu finden sind. Helligkeit und Kontrast kann man anpassen, muss dazu aber in das Menü "Color Adjust" wechseln. Ändert man hier andere Einstellungen außer Helligkeit, Kontrast oder Color-Format, wird man ohne Rückmeldung wieder auf den "ViewModus" geworfen. Also Helligkeit und Kontrast dürfen dort angepasst werden, der Farbraum aber nicht – sonst wird der ViewModus wieder ausgeschaltet und man landet wieder in einem Standard-Color-Modus. Passend zum Einsatzzweck gibt es in den ViewModi auch Modi für Designer und Fotografen. Für Letztere sind die Unterpunkte "Retro", "Photo", "Landscape", "Porträt" und "Monochrome" vorhanden. Nach welcher Logik hier der Punkt "Photo" hineinpasst, erschließt sich uns nicht. Unter Porträt kann man dann doch tatsächlich Schärfe, Hauttöne, TrueTone und Schwarzwert anpassen.

OSD: Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch ViewSonic)

Wer also seine Bildbearbeitung lieber im OSD-Menü des Monitors als im EBV-Programm macht, der wird sich freuen. Aus unserer Sicht haben solche Spielereien auf einem Gerät mit professionellem Anspruch schlichtweg nichts zu suchen.

Die Bedienlogik weist leider auch sonst teilweise gefährliche Lücken auf. Oft ist nicht ganz klar, ob eine Veränderung von Reglerpositionen sofort übernommen wird oder erst noch eine Bestätigung braucht. Hinter dem Punkt "Alles abrufen" im Systemmenü verbirgt sich die Komplettrücksetzung des Gerätes auf Werkseinstellung – ohne weitere warnende Nachfrage. Die englische Übersetzung "All Recall" ist auch nicht viel besser, sodass der Punkt nicht nur von uns in früheren Tests, sondern auch weltweit von anderen Testseiten moniert wurde. Doch ViewSonic zeigt sich hier sehr kritikresistent.

Die Kapitel könnte man jetzt noch beliebig fortsetzen, aber das Fazit bleibt das Gleiche: Die Bedienung und vor allem das OSD des ViewSonic VP2785-4K sind angesichts der Preisklasse und der Zielgruppe schlecht gelöst.

Bildqualität

Sowohl der Panel-Rahmen als auch die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 100
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: Native
RGB: 100/99/93
Color-Gamut: Native bzw. Custom
DUE Priority: k.A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Standard

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Der Grauverlauf ist ab Werk weitgehend einwandfrei. In dem schmalen, horizontalen Streifen unseres Testbildes wirken Grauverlauf und Graustufen völlig farbneutral. In anderen (komplett bildschirmfüllenden) Testbildern werden in feinen Grauverläufen aber bereits Schwächen in der Bildhomogenität sichtbar – dazu später mehr.

Graustufen

Die Graustufen (Streifen oben und unten in der Abbildung) können in den hellsten Stufen vollständig differenziert werden. Die dunkelsten Stufen sind mit gutem Auge bis Stufe 4 noch zu unterscheiden. Dabei ist die Blickwinkelneutralität sehr gut.

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1 Kommentar vorhanden


Oh je, das liest sich wie ein Bericht über meinen LG 32UD99-W.
Die 32 Zoll-Version des hier getesteten wollte ich mir eigentlich als nächsten bestellen, nachdem mein LG so schlecht ist. Damit warte ich dann lieber.

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