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TESTBERICHT: ViewSonic VP2785-4K Teil 3


Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler und verlängerter Belichtung

Bei der Ausleuchtung lässt der ViewSonic nichts anbrennen. Das Schwarzbild wirkt bemerkenswert gleichmäßig. Einstrahlungen an den Rändern sind so gut wie gar nicht auszumachen. Dort, wo man bei normaler Sitzposition (wie in den Abbildungen oben) Aufhellungen sieht, ist das primär blickwinkelbedingt. Schaut man genau senkrecht auf die betreffenden Stellen, verschwinden die Aufhellungen weitestgehend.

Bei extremeren Blickwinkeln ist wie üblich insgesamt eine Aufhellung des Displays zu beobachten – am stärksten von schräg oben. Selbst im Vergleich zu anderen IPS-Panels liegt der ViewSonic VP2785-4K hier aber auf einem sehr guten Niveau.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des VP2785-4K

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 340 cd/m². Das liegt nur knapp unter der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 44 cd/m².

Nach der Kalibrierung steigt die Maximalhelligkeit sogar leicht auf 349 cd/m². Die Minimalhelligkeit steigt ebenfalls marginal auf 46 cd/m². In jedem Fall kann der ViewSonic VP2785-4K ausreichend weit heruntergeregelt werden, um auch ein Arbeiten im Dunkelraum problemlos zu möglichen.

Das Kontrastverhältnis des AH-IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei sehr guten 1076:1.

Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Bei der Helligkeitsverteilung mag der Maximalwert mit 23,08 % noch zufriedenstellen. Eine durchschnittliche Abweichung von 15,46 % ist aber schlichtweg schlecht – da lässt sich auch kein Auge zudrücken. Das Gleiche gilt für die Farbhomogenität. Ein Durchschnittswert von 2,35 kann nicht mehr zufriedenstellen, und eine Maximalabweichung von 4,62 ist bereits sehr bedenklich.

Die ungleichmäßige Darstellung fällt auch mit freiem Auge vor allem bei einfarbigen, hellen Flächen deutlich auf. Beim Arbeiten mit Office-Dokumenten mag das nicht stören, fällt aber auch hier bereits auf, und der ViewSonic VP2785-4K wird schließlich als Grafikmonitor für die professionelle Bildbearbeitung beworben. Gerade hier ist eine möglichst gleichmäßige Darstellung essenziell und einer der Hauptgründe, wieso Grafikmonitore erheblich teurer sind und vergleichsweise mehr Strom verbrauchen.

Das schlechte Abschneiden überrascht umso mehr, da ViewSonic diesen Punkt bei der Präsentation des Gerätes auf der eigenen Homepage ganz besonders herausstellt. Spätestens mittels der zusätzlichen Gleichmäßigkeits-Korrekturfunktion soll präzise die ausgewogenste Luminanz ausgewählt und "durch eine Verbesserung der Luminanzabweichung auf weniger als 5 % eine einheitlichere Helligkeit über den gesamten Bildschirm erzielt" werden.

Diese Gleichförmigkeits-Korrekturfunktion ist aber beim ViewSonic VP2785-4K reichlich gut im OSD versteckt und zudem auch noch abhängig vom gewählten "Standardfarbmodus". Die vollen Anpassungsmöglichkeiten hat man eigentlich nur im "Custom-Modus". Hier ist die GL-Funktion aber gar nicht erst aktivierbar. In den Werks-Presets für sRGB und Adobe RGB dagegen – in denen man ansonsten noch nicht mal die Helligkeit anpassen kann – ist der Regler aktiv und ab Werk auf "On".

Die Helligkeitsverteilung mag hier auch tatsächlich etwas gleichmäßiger sein, die Farbreinheit ist aber bereits mit dem freien Auge sichtbar schlecht. Beim weißen Testbild hat man bei genauerem Hinsehen das Gefühl, als sei es von abwechselnd grünlich-rötlichen Schleierwolken durchzogen.

Bleibt noch die Hoffnung, eine Verbesserung per Hardware-Kalibrierung zu erzielen. In der Software gibt es einen Schalter, mit dem die Korrektur zusätzlich eingeschaltet werden kann. Zur Auswahl steht dann eine Messung mit 3 x 3 oder 5 x 5 Feldern. Für ein bestmögliches Ergebnis haben wir das 5-x-5-Raster gewählt. Das ist allerdings ein sehr ungewöhnlicher Ansatz.

Zum Vergleich: Bei einem EIZO ist die Gleichförmigkeitspriorität ab Werk aktiv, und auf dieser Basis wird kalibriert. Gemessen wird immer nur in der Bildmitte. Das Abschalten der GL-Priorität ergibt nur in Ausnahmefällen Sinn. Dann kann man auf Kosten der (immer noch guten) Gleichförmigkeit das Maximale an Helligkeit und Kontrast herausholen.

Während die Hardware-Kalibrierung bereits ohne Korrektur und bei nur kleinem Messfeldsatz reichlich zäh verläuft und mindestens 15 Minuten dauert, hatten wir mit Korrektur nach gut einer Stunde keine Hoffnung mehr, dass der Vorgang zu einem Ergebnis kommt. Gemessen wurde bis dato auch nur in der Bildmitte, bis der Vorgang ohne Hinweis bei einem weißen Testbild stehen blieb. Nach einer sehr ausgedehnten Mittagspause nahm die Software dann doch wieder Fahrt auf und verlangte nach weiteren Messungen an den unterschiedlichen Bildpunkten des 5-x-5-Rasters.

Danach war wieder langes Warten angesagt. Sehr langes. So lange, dass man normalerweise wieder vermuten würde, die Software sei abgestürzt. Das war aber doch nicht der Fall. Hier das Ergebnis:

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur

Der Zielwert von 140 cd/m² wurde mit 155 cd/m² jetzt deutlich überzogen. Der Kontrast hat sich von 1076:1 auf 911:1 verschlechtert. Die Ergebnisse bei Helligkeitsverteilung und Farbreinheit sind ziemlich exakt genauso schlecht wie vorher.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Links das Coating des VP2785-4K, rechts das Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic besitzt eine leicht stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des VP2785-4K bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelneutralität des VP2785-4K ist erstklassig. Nicht umsonst hat ViewSonic hier auf ein AH-IPS-Panel gesetzt. Die Farben bleiben auch bei extremen Blickwinkeln stabil und die Sättigung konstant. Das gilt für horizontale wie vertikale Blickwinkel. Wahrnehmbar sind vor allem die verminderte Helligkeit und eine etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Der Kontrasteindruck selbst leidet dennoch kaum. Auch die Farbtemperatur bleibt insgesamt gleich. Insgesamt hier ein sehr gutes Ergebnis.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und steht ab Werk auf Stufe 50. Wir haben für unseren Test die Einstellung so belassen.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der VP2785-4K die Optionen "Fläche ausfüllen" (ggfls. verzerrt), 4:3 und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an.

Testgrafik: Links nativ, rechts 1280 x 720 (Vollbild)

Textwiedergabe: Links nativ, rechts 1280 x 720 (Vollbild)

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei der Interpolation der Full-HD-Auflösung 1080p hat der ViewSonic VP2780-4K leichtes Spiel, da hier lediglich die Pixel in Höhe und Breite dupliziert werden. Das Gleiche gilt für die 720p-Auflösung – hier wird mit Faktor 3 ein ganzzahliger Multiplikator für die Umrechnung verwendet werden. Die notwendige Pixelvergrößerung wird wie üblich hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Eine Option für eine verzerrungsfreie, maximal Bildfläche-füllende Darstellung konnten wir im OSD nicht finden. Wer sein 4K-Display tatsächlich mit Auflösungen außerhalb der nativen Auflösung traktieren will, findet im ViewSonic VP2785-4K nur dann einen guten Partner, wenn diese im 16:9- oder 4:3-Format vorliegen.

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1 Kommentar vorhanden


Oh je, das liest sich wie ein Bericht über meinen LG 32UD99-W.
Die 32 Zoll-Version des hier getesteten wollte ich mir eigentlich als nächsten bestellen, nachdem mein LG so schlecht ist. Damit warte ich dann lieber.

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