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TESTBERICHT: ViewSonic VP2785-4K Teil 5


Wirklich ärgerlich ist das Thema vor allem deshalb, weil wir beim Test des ViewSonic VP2768 bereits das gleiche Phänomen hatten. Im direkten Kontakt hat uns der Hersteller versichert, das Problem sei behoben worden. Das war vor einem halben Jahr. Dennoch werden erneut solche CD-Pakete ausgeliefert. Doch damit nicht genug: Nach Installation der "merkwürdigen" Software auf einem isolierten Rechner kam nach dem ersten Start folgende Meldung:

CD-Auslieferung mit veralteter Version

Da fängt man doch gerne noch mal von vorne an. Die neue Version war dann auch tatsächlich frei von Viren bzw. Virenmeldungen. Mit der Original-Software von X-Rite hatten wir derartige Probleme übrigens noch nie.

Einstieg und Workflow-Optionen (Screenshot Coloribration)

Die Startseite dient primär der Erkennung von Monitor und Kolorimeter und der Wahl des Workflows (Profilieren oder Qualitätsüberprüfung). Wir haben hier den Modus "Erweitert" gewählt, um die maximal vorhandenen Einstellmöglichkeiten zu sehen.

Auf der zweiten Seite wird unter "RGB-Primärfarben" der Farbraum ausgewählt, auf den kalibriert werden soll. Normalerweise würden wir hier "nativ" wählen. Dann ist aber außer der Zielhelligkeit keine weitere Einstellung möglich. Die Anzeige des Farbraums ist hier auch ganz offensichtlich fehlerhaft, da der native Farbraum nicht kleiner als der Adobe-RGB-Farbraum sein kann.

Daher haben wir stattdessen die Option "Benutzerdefiniertes xy" mit der Checkbox "Standardwerte" verwendet. Jetzt kann man auch den Weißpunkt und die Tonwertekurve bestimmen (siehe Abbildung 4).

Monitor-Optionen (Screenshot Colorbration)

Die Profil-Optionen kann man ruhig auf Standardeinstellungen belassen. In den letzten beiden Schritten werden die Anzahl der Messfelder und der im Monitor für die Kalibrierung zu verwendende Speicherplatz ausgewählt und schließlich die Kalibrierung gestartet.

Profil-Optionen und Messfeld-Auswahl (Screenshot Colorbration)

Danach braucht man Geduld. Der Kalibrierungsvorgang läuft vollständig automatisch ab, dauert aber auch bei kleinem Messfeldsatz ca. 15 Minuten. Das erstellte Farbprofil wird automatisch in die Farbverwaltung des Betriebssystems eingetragen. Anschließend hat man noch die Möglichkeit, das Kalibrierungsergebnis zu überprüfen. Zum Abspeichern der Kalibrierungsergebnisse sind drei Speicherplätze bei den Bildmodi vorgesehen. Die Auswahl wird beim Kalibrierungsvorgang getroffen. Somit hat man die Möglichkeit, das Gerät auf unterschiedliche Ziele zu kalibrieren und dann einfach per Knopfdruck hin und her zu schalten.

Allerdings muss man dann auch den Profilwechsel in der Farbverwaltung manuell entsprechend nachziehen. Ansonsten bekommt man in Farbmanagement-fähigen Anwendungen eine falsche Darstellung. Eine Funktion wie beim Color Navigator von EIZO, die diesen Wechsel automatisch übernimmt, bietet ViewSonic nach wie vor nicht an.

Messung und Ergebnis (Screenshot Colorbration)

Damit ist die Lösung von ViewSonic mit nur drei Speicherplätzen nicht nur sehr beschränkt, sondern auch langatmig, kompliziert und fehleranfällig im Handling. Sie besitzt insgesamt bei Weitem nicht den gleichen Funktionsumfang und die gleiche Stabilität wie beispielsweise der Color Navigator von EIZO oder SpectraView II von NEC. Dagegen ähnelt sie der Lösung von BenQ. Kein Wunder: Beide Hersteller setzen auf eine Kooperation mit den Farbmanagement-Experten von X-Rite.

Kommt man auf die eingangs genannten Kriterien für eine gute Lösung zur Hardware-Kalibration zurück, dann wird klar, dass diese Lösungen zwar besser sind als eine reine Software-Kalibration, aber für den professionellen Einsatz vor allem in Verbindung mit einem erweiterten Farbraum kaum taugen.

Das erklärt auch, wieso wir den VP2785-4K hier und bei den Aspekten Bedienung und OSD deutlich kritischer sehen, als den VP2768, der sich auf den sRGB-Farbraum beschränkt. Ist der VP2768 einmal auf den sRGB-Farbraum kalibriert, braucht man sich auch außerhalb von Photoshop & Co keine großen Gedanken um Farbprofile und falsche Farben zu machen – schließlich wird dort sRGB stillschweigend als Standard unterstellt.

Profilvalidierung

Der ViewSonic VP2785-4K zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, und die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Bei den Farben sind keinerlei Auffälligkeiten zu beobachten. Farbraum-Abdeckung (99 %) und Farbabweichungen (Delta-E94-Average: 0,35) sind ausgezeichnet. Ein sehr gutes Gesamtergebnis bleibt jedoch durch die Range bei der Graubalance verwehrt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Praktisch das gleiche Bild finden wir beim Vergleich mit dem Adobe-RGB-Farbraum. Farbraum-Abdeckung (99 %) und Farbabweichungen (Delta-E94-Average: 0,36) sind ausgezeichnet. Die Graubalance ist insgesamt gut. Auffällig ist der ab 80 % Helligkeit nach unten wegknickende Verlauf der Gammakurve.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)

Selbst der ECI-RGBv2-Farbraum wird noch zu 87 % abgedeckt – ein durchaus respektables Ergebnis. Während in sRGB und Adobe RGB aufgrund des großen Farbumfangs beim VP2785-4K faktisch keine Out-of-Gamut-Farben auftreten, ist das hier natürlich anders. Damit erklären sich auch die erhöhten Farbabweichungen bei bestimmten Farben. Einige gesättigte Tonwerte in ECI-RGB v2 können nur näherungsweise durch eine Abbildung auf die Farbraumgrenze dargestellt werden. Damit steigt auch die Gefahr von Tonwertabrissen in diesen Bereichen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Farbraum-Emulationen

Farbraum-Emulationen dienen dazu, den Farbraum des Monitors auf einen gewünschten Zielfarbraum zu begrenzen. Das ist immer dann notwendig, wenn eine genaue Farbwiedergabe gefordert ist, aber die verwendeten Anwendungen bzw. Signalquellen kein Farbmanagement unterstützen. Das wären z. B. Office-Anwendungen, die meisten Internetbrowser oder externe Signalquallen wie BD-Player.

Mit den Werks-Presets für sRGB und Adobe RGB bringt der VP2785-4K praktisch bereits zwei Farbraum-Emulationen ab Werk mit. Wir haben im Folgenden getestet, ob sich diese mit Hilfe von Color Navigator noch einmal verbessern lassen.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Die eigene Kalibration verbessert das Ergebnis insgesamt. Vor allem die Range bei der Graubalance verbessert sich von "Zufriedenstellend" auf "Gut". Sie bleibt dennoch bestimmend für das Gesamtergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB

Auch die Emulation auf Adobe RGB erzielt etwas bessere Messwerte, ohne jedoch die Gesamtwertung zu erhöhen. Im Vergleich zu den Werks-Presets ist man bei der Emulation auf jeden Fall frei bei der Wahl der Zielhelligkeit.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Selbstverständlich können hier auch praktisch beliebig andere Farbraumziele verwendet werden. Alle getesteten Farbraumtransformationen wurden wunschgemäß umgesetzt. Das ermöglicht eine definierte Darstellung auch abseits von Abläufen auf Basis von ICC-Profilen.

Als Weißpunkt haben wir in beiden Fällen D65 verwendet. Nicht nur, weil es der Norm entspricht, sondern auch zugunsten des ViewSonic, weil es vermutlich recht nahe bei der "nativen" Farbtemperatur des Gerätes liegt. Während man bei einem Grafikmonitor von EIZO das Gefühl hat, den Farbraum des Monitors in seinen nativen Farbraumgrenzen praktisch beliebig modellieren zu können, hatten wir diesen Eindruck beim ViewSonic nämlich nicht.

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1 Kommentar vorhanden


Oh je, das liest sich wie ein Bericht über meinen LG 32UD99-W.
Die 32 Zoll-Version des hier getesteten wollte ich mir eigentlich als nächsten bestellen, nachdem mein LG so schlecht ist. Damit warte ich dann lieber.

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