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TESTBERICHT: ViewSonic VP2785-4K Teil 7


Zusatz-Features

Der ViewSonic VP2785-4K kann neben den bereits in der Einleitung genannten Funktionen noch mit zahlreichen weiteren Features aufwarten. Beispielsweise kann das Gerät über den integrierten Anwesenheitssensor automatisch in den Standby-Modus gehen, wenn man sich vom Gerät entfernt. An sich eine nützliche Funktion.

Sensor zur Abwesenheits-Erkennung und automatischen Helligkeitsanpassung

Die Erkennung der Abwesenheit hat im Test auch gut funktioniert. Nur das Wiedereinschalten blieb dann leider aus. Wir mussten das Gerät über die Power-Taste aus- und wieder einschalten und dann ganz schnell diese Funktion deaktivieren, da der Monitor sich schon nach wenigen Sekunden wieder schlafen legen wollte. Angesichts der fummeligen und verschachtelten Bedienung im OSD brauchten wir einige Anläufe, um weiterarbeiten zu können.

Der Umgebungslicht-Sensor, der die Helligkeit des Gerätes automatisch an das Umgebungslicht anpassen kann und der bei einem professionellen Grafikmonitor zumindest bei der Bildbearbeitung kaum nutzbare Blaulichtfilter mit TÜV-Rheinland-Zertifizierung stehen zusätzlich zur Verfügung, machen bei einem Grafik-Monitor aber wenig Sinn. Nicht ohne Grund bietet EIZO solche Funktionen nur in Büromonitoren an.

In einem Bildbearbeitungsmonitor für Profis will man genau das aber eben nicht. Helligkeit und Farbtemperatur am Monitor sollen so konstant wie nur irgend möglich bleiben. Stattdessen wird dafür gesorgt, dass das Umgebungslicht konstant bleibt und man optimalerweise unter Normlichtbedingungen arbeiten kann.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des VP2785-4K angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Für die Videobearbeitung bietet der ViewSonic VP2785-4K unter "Color Adjust" verschiedene Norm-konforme Presets an, darunter auch Rec. 709. Zu Unterhaltungszwecken kann man auch die Presets im Menü "ViewMode" verwenden, darunter einen Movie-Modus.

Bei der Videodarstellung kann der ViewSonic VP2785-4K nicht nur mit einem sehr scharfen Bild dank 4K-Auflösung überzeugen. Auch Schwarzwert und Kontrast hinterlassen einen guten Eindruck. Je nach Bildinhalt muss man die Fähigkeiten des Geräts auch nicht auf die HDTV-Norm einschränken. Viele Spiele und manche Filme profitieren von der Wiedergabe im erweiterten Farbraum – ohne dabei überzogen zu wirken.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Die HD-Auflösungen 720 und 1080 skaliert der VP2785-4K erwartungsgemäß als einwandfreies Vollbild. Die auf DVDs zu findende SD-Auflösung 720 x 576 kann vom Testmodell dagegen nicht verzerrungsfrei dargestellt werden, da eine 5:4-Option bei der Skalierung fehlt. Die 1:1-Darstellung wäre natürlich auch verzerrungsfrei möglich, aber eben dann winzig und nicht sinnvoll.

Wenn man als Mindestqualität für einen 4K-Monitor die Full-HD-Auflösung ansieht, dann spielt das auch keine Rolle. Aufgrund des ganzzahligen Teilers fällt dem ViewSonic das Hochskalieren von Blu-rays leicht, und das Ergebnis wirkt dennoch wie oben beschrieben schärfer und detailreicher.

Inwieweit sich der ViewSonic VP2785-4K ggfls. noch auf die Entgegennahme von Halbbildmaterial versteht, konnten wir dem Handbuch nicht schlüssig entnehmen und haben diese Möglichkeit auch nicht weiter getestet.
Wichtiger sind hier die Einstellungsmöglichkeiten für die Bildwiederholrate. Im Gegensatz zum Vorgänger ist jetzt auch in der nativen Auflösung eine 24-Hz-Wiedergabe möglich. Die 24-Hz-Wiedergabe einer Blu-ray klappte im Test einwandfrei und ohne Mikroruckler.

Der VP2785-4K unterstützt auch HDR10, allerdings nur bei entsprechendem Videomaterial. Mangels dessen haben wir diese Funktion nicht getestet.

Overscan

Das OSD des VP2785-4K bietet für den HMDI-Anschluss auch eine Overscan-Option an. Sie kann sogar am DisplayPort aktiviert werden. Gewöhnlich ist sie ausgeschaltet, dann wird das Bild ohne Beschnitt in tatsächlicher Größe dargestellt. Eingeschaltet beschneidet diese Option schon recht erheblich und skaliert den verbleibenden Bildanteil mit den entsprechenden Interpolationsverlusten auf Vollbild. Der Umfang dieses Beschnitts ist nicht einstellbar und auch dem Handbuch nicht zu entnehmen.

Farbmodelle und Signallevel

Der ViewSonic VP2785-4K unterstützt RGB und YUV, und der Signallevel kann in beiden Fällen sogar am DisplayPort angepasst werden.


Bewertung
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988,28 €
++ sehr gut, + gut, +/- zufriedenstellend, - schlecht, -- sehr schlecht

Datenblatt

Diskussion im Forum


Fazit

Der VP2785-4K wird von ViewSonic als Profigerät beworben, das die Ansprüche von Fotografen, Grafikdesignern, Video-Editoren, Druckabteilungen und anderen Designern erfüllen soll. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger kann er dazu nicht nur mit einem schlankeren Design, sondern vor allem mit einem erweiterten Farbraum und der Fähigkeit zur Hardware-Kalibration aufwarten. Die Farbräume sRGB und Adobe RGB werden auch im Test praktisch vollständig abgedeckt und auf einem IPS-Panel mit ausgezeichneter Blickwinkelstabilität präsentiert. Auch der Umfang der Ergonomiefunktionen und die äußere Verarbeitung sind ordentlich.

Während zwar die Ausleuchtung des Schwarzbildes bemerkenswert gut gelingt, gilt das leider nicht für die Bildhomogenität insgesamt. Trotz der speziell beworbenen Helligkeitskorrektur patzt der ViewSonic VP2785-4K bei der Helligkeitsverteilung wie bei der Farbreinheit massiv. Für den beworbenen Einsatzzweck bedeutet das bereits ohne Wenn und Aber ein K.-o.-Kriterium. Gerade in diesem Bereich trennt sich die Spreu vom Weizen, und hier wird der hohe Preis von Grafikmonitoren gerechtfertigt – oder auch nicht.

Wer nur auf Wertungstabellen und Labortests schielt, mag das leicht übersehen. Wir unterziehen die Geräte bei PRAD aber darüber hinaus einem ausführlichen Praxistest. Unabhängig von der Wertung bei der Homogenität ist die Erfahrung mit dem ViewSonic VP2785-4K hier leider – von Handbuch über Bedienung und OSD bis hin zu der Treiberunterstützung und dem Vorgang der Hardware-Kalibrierung – durchgängig unbefriedigend. Man hat nicht den Eindruck, ein ausgereiftes Produkt vor sich zu haben.

Würde der Monitor nur die Hälfte kosten, wäre vielleicht der eine oder andere Amateurfotograf bereit, über die Schwächen hinwegzusehen. ViewSonic will für das Gerät aber knapp 1.000 EUR haben. Ein EIZO ColorEdge CS2730 ist bereits für 972 EUR gelistet, spielt praktisch in jeder Hinsicht gleich mehrere Ligen oberhalb des ViewSonic und bietet zudem eine Herstellergarantie von fünf Jahren (inkl. Vor-Ort-Austauschservice). Die Wettbewerbsfähigkeit des VP2785-4K erscheint uns beim gleichen oder gar höheren Preis doch sehr fraglich.

Selbst mit besseren Werten bei der Homogenität wäre aus unserer Sicht das Gesamtpaket des ViewSonic VP2785-4K zum gleichen Preis wie ein EIZO einfach nicht wettbewerbsfähig. Professionellen Ansprüchen kann das Gerät so oder so nicht wirklich genügen. Da nützt es auch nichts, das Gerät mit Zusatz-Features zu bestücken – vor allem, wenn sie dann noch nicht einmal ordnungsgemäß funktionieren.

Den ViewSonic VP2785-4K in Betracht zu ziehen, kann man aktuell guten Gewissens nur dann empfehlen, wenn 4K-Auflösung und HDR10 wichtiger sind als alles andere. Selbst dann gibt es aber spannende Alternativen von BenQ, die wir in Kürze in den Test nehmen.

Die Gesamtbewertung anhand der im Test erworbenen Teilergebnisse wäre noch knapp befriedigend. Allerdings wird dieser Monitor als Profi-Grafik-Monitor beworben und als solcher muss er sich auch der Konkurrenz stellen. In Bezug auf diesen speziellen Einsatzzweck reichen die Testergebnisse leider nicht mehr für eine befriedigende Wertung.

Gesamturteil: AUSREICHEND


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1 Kommentar vorhanden


Oh je, das liest sich wie ein Bericht über meinen LG 32UD99-W.
Die 32 Zoll-Version des hier getesteten wollte ich mir eigentlich als nächsten bestellen, nachdem mein LG so schlecht ist. Damit warte ich dann lieber.

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