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TESTBERICHT: ViewSonic VP2785-4K

ViewSonic VP2785-4K kann den Anspruch an einen Profi-Grafik-Monitor nicht erfüllen

Einleitung

Gut ein Jahr nach unserem Test des VP2780-4K präsentiert ViewSonic mit dem VP2785-4K bereits den Nachfolger. Wie gehabt kann das 27 Zoll große IPS-Display mit einer 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) im 16:9-Format aufwarten und soll den hohen Ansprüchen von Fotografen, Grafikdesignern, Video-Editoren, Druckabteilungen und anderen Designern aus dem Profibereich gerecht werden. Schließlich weist das Kürzel "VP" das Gerät als Mitglied von ViewSonics Profiserie aus.

Im Test: ViewSonic VP2785-4K

Neu ist aber nicht nur das deutlich schlankere Design, sondern vor allem die Technik im Inneren. Der ViewSonic VP2785-4K kommt jetzt mit erweitertem Farbraum und soll den Adobe-RGB-Farbraum zu 99 % und DCI-P zu 96 % abdecken. Die Farben werden intern mit einer 14-Bit-3D-LUT verarbeitet und sollen ab Werk mit einem präzisen Delta E < 2 vorkalibriert sein. Um den erweiterten Farbraum auch auf Dauer zu bändigen und akkurat zu halten, ist dabei jetzt auch wie beim VP2786 die von ViewSonic in Zusammenarbeit mit X-Rite entwickelte Lösung zur Hardware-Kalibration mit an Bord.

Moderne Backlight-Sensoren sollen ferner für gleichbleibende Luminanz- und Gammawerte über die gesamte Nutzungsdauer sorgen. In Verbindung mit der integrierten Gleichmäßigkeits-Korrekturfunktion verspricht ViewSonic eine einheitliche Helligkeit über die gesamte Bildschirmfläche mit einer Abweichung von weniger als 5 %.

Und auch bei den Anschlüssen gibt sich der ViewSonic VP2785-4K modern. Neben HDMI, DisplayPort und Mini-DP wird auch ein USB-C-Eingang geboten – HDCP 2.2 wird ebenfalls unterstützt. Mittels PbP und integrierten KVM-Switches können unterschiedliche Eingangsquellen gleichzeitig dargestellt und mit nur einer Tastatur und Maus gesteuert werden. In Verbindung mit der Dual-Color-Engine kann die PbP-Funktion aber auch für die gleichzeitige Anzeige ein und derselben Quelle in unterschiedlichen Farbräumen genutzt werden.

Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis. Zum Zeitpunkt der Testerstellung war der ViewSonic VP2785-4K mit 999 EUR im Online-Handel gelistet. Als Profigerät in dieser Preisklasse muss er sich im Test auch hohen Anforderungen stellen.

Hands on Video ViewSonic VP2785-4K

Lieferumfang

Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Lieferumfang bei den Kabeln abgespeckt. Neben der obligatorischen Stromversorgung und dem Kabel für den USB-3.0-Hub liegen nur ein DisplayPort- (DP auf Mini-DP) und ein USB-C-Kabel im Paket.

Lieferumfang

Auf der CD findet man das Handbuch in mehreren Sprachen sowie Treiber und ein Standard-Farbprofil für den Monitor. Auch die Software zur Hardware-Kalibration ist dort zu finden.

Handbuch und Nutzerfreundlichkeit mussten wir schon vor anderthalb Jahren beim VP2780-4K und VP2768 bemängeln. Daran hat sich dennoch so gar nichts geändert. Ganz offensichtlich hat ViewSonic den europäischen Markt gar nicht ernsthaft im Visier, da sämtliche Sprachen – außer der englischen – mit einer nur 15 Seiten fassenden Handbuchversion abgespeist werden, die noch nicht mal den Anforderungen an eine Schnellstart-Anleitung gerecht wird.

Die englische Version fasst zwar immerhin 90 Seiten, beschränkt sich aber bei dem durchaus erklärungsbedürftigen Funktionsumfang des ViewSonic VP2785-4K primär auf eine Auflistung der OSD-Menü-Struktur. Immerhin ein vager Hinweis auf die Möglichkeit der Hardware-Kalibration ist vorhanden. Ein eigenes Handbuch dazu nach wie vor nicht.

Bei einem einfachen Büromonitor mag man so etwas leicht verschmerzen, da hier die OSD-Funktionen oft eh nur sehr selten ausgeschöpft werden oder die vorhandenen Funktionen im OSD ohnehin selbsterklärend sind. Beim Funktionsumfang des ViewSonic VP2785-4K und insbesondere der Hardware-Kalibrierung ist das aber anders und ein ernstzunehmendes Manko.

Kurzum: ViewSonic wird hier weder den Ansprüchen an ein Profigerät noch an ein Einsteigergerät für Konsumenten gerecht.

Optik und Mechanik

Bei der Montage des Standbeins wird mittlerweile von vielen Herstellen (z. B. ASUS, Dell, EIZO, LG etc.) ein sich sehr ähnelndes Druckknopfsystem eingesetzt. Damit ist nicht nur die werkzeugfreie Montage des Standbeins, sondern auch ein schneller Wechsel auf einen Schwenkarm möglich. Beim ViewSonic VP2785-4K wird das Standbein zwar zunächst ähnlich in Haltungsschlitze geschoben, muss dann aber mit vier Schrauben fixiert werden. Glücklich wird hier nur, wer das Gerät nach der Erstmontage für den Schreibtisch nicht mehr ändert.

Montage des Standbeins

Im Vergleich zum VP2780-4K ist das Design des ViewSonic VP2785-4K deutlich schlanker geworden, wirkt aber auch nicht mehr so robust. Dafür ist das Design der gesamten VP-Profiserie jetzt einheitlich, und das Gewicht hat sich von 8,4 auf 6,4 kg reduziert. Zur grazileren Optik trägt zum einen das zweigeteilte Standbein bei, vor allem aber der seitlich und oben kaum noch 2 mm breite Rahmen.

Ansichten: vorne und hinten in der höchsten Stellung

Ansichten: vorne und hinten in der niedrigsten Stellung

Gut gefallen haben uns der Umfang der Ergonomiefunktionen und die Leichtgängigkeit der Verstellung. Allerdings kann die Stabilität nur eingeschränkt überzeugen, da das Display nach Betätigung der Tasten sehr lange nachwackelt. Seitlich lässt es sich großzügig um je 60° nach links und rechts verschwenken. Die Höhenverstellung dürfte mit 13 cm genauso wie die Neigung (-5 bis +21 Grad) für die meisten Anwender ausreichen.

Ansichten: Drehung nach links und rechts

Die Drehung um 90° für das Arbeiten im Hochformat ist ebenfalls möglich. Zur Langlebigkeit der Mechanik im harten Profi-Alltag können wir aber auch nach mehreren Tagen Praxistest keine Aussage machen. Jedenfalls steht der positiven Leichtigkeit bei der Einstellung ein deutliches Nachwackeln des Displays gegenüber.

Ansichten: seitlich, Neigungswinkel und Pivot-Stellung

Die Zweiteilung des Standbeins hat neben den Design-Aspekten auch noch den Sinn, die Kabel gebündelt durchzulassen. Keine schöne, aber eine durchaus praktikable Lösung für das Kabelmanagement.

Die hoch glänzenden Zierelemente im Standfuß mögen auf Herstellerfotos gut ausschauen, in der Realität wirkt das Ganze subjektiv weniger schön und wird in der Praxis auf jeden Fall schon nach wenigen Tagen durch Fingerabdrücke und Staub recht unschön. Der Materialmix ist für ein Profigerät durchaus ungewöhnlich.

Davon abgesehen hinterlassen Verarbeitung, verwendete Materialien und Spaltmaße einen guten und angemessenen Eindruck.

Standbein

Die Stromversorgung ist im Gegensatz zu den meisten speziellen Grafikmonitoren in ein externes Netzteil ausgelagert. Auf der Rückseite sind dennoch großzügige Lüftungsschlitze vorhanden. Im Betrieb ist in diesem Bereich auch eine leichte Erwärmung zu spüren.

Lüftungsschlitze

Das Netzteil ist dafür vergleichsweise groß und schwer und wird zumindest bei voller Helligkeitsstufe ordentlich handwarm. Bei der Aufstellung sollte man ihm auf jeden Fall sicherheitshalber genügend Luft zur Kühlung lassen.

Das externe Netzteil ist vergleichsweise groß und schwer

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim ViewSonic VP2785-4K keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby als auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos, unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

  Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 67 W 60,5 W
Betrieb typisch 55 W -
140 cd/m² k.A. 36,0 W
Betrieb minimal k.A. 22,9 W
Energiesparmodus (Standby) k.A. 0,5 W
Ausgeschaltet (Soft Off) k.A. < 0,2 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) - -

*Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

ViewSonic nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 67 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 60,5 Watt 10 % darunter. Der Powerbutton senkt den Verbrauch fast auf null, es sind lediglich noch < 0,2 Watt messbar. Im Standby-Modus messen wir 0,5 Watt, das Betätigen der Soft-off-Taste erübrigt sich damit eigentlich. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der VP2785-4K nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 36 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu recht mäßigen 0,8 cd/W. Für einen Hardware-kalibrierbaren Grafikmonitor mit Gleichförmigkeitskompensation ist der höhere Stromverbrauch im Vergleich aber durchaus normal und – sofern vorhanden – der besseren und gleichmäßigeren Bildqualität geschuldet.

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1 Kommentar vorhanden


Oh je, das liest sich wie ein Bericht über meinen LG 32UD99-W.
Die 32 Zoll-Version des hier getesteten wollte ich mir eigentlich als nächsten bestellen, nachdem mein LG so schlecht ist. Damit warte ich dann lieber.

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