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TESTBERICHT: Sony KD-65A1 Teil 2


Bildqualität

Beeindruckender OLED-Einstand

An Bildmodi mangelt es dem Sony KD-65A1 bestimmt nicht. Legt man großen Wert auf neutrale Farben, beschränkt sich die Auswahl allerdings auf "Cinema pro" sowie "Anwender". Zwar ist Weiß mit 6779 Kelvin etwas zu kühl eingestellt, durch leichtes Absenken des Reglers "Blau Gain" im erweiterten Farbtemperatur-Menü lässt sich das Problem aber schnell beheben. Den leicht in Richtung Rot und Grün erweiterten Farbraum empfinden wir als sehr angenehm. Sehr löblich ist, dass die Farben auch von der Seite betrachtet homogen und rein erscheinen, ohne abzudriften.

Selbst die Farbe Gelb erscheint aus schräger Perspektive weitgehend natürlich, während sie bei den bisher getesteten OLED-Fernsehern gerne mal in Richtung Grün wandert. Die Helligkeit bleibt ebenfalls erstaunlich stabil, weshalb der organische Bravia-TV zu den blickwinkelstabilsten Fernsehern überhaupt gehört. Hinzu kommt die wahrlich perfekte Schwarzdarstellung mit einem Wert von 0,002 Candela, so dass Zuschauer auf allen Plätzen eine grandiose Bilddynamik genießen können. Zusätzlich profitiert davon die Kontrastwiedergabe, die mit 3327:1 (ANSI) respektive 1415:1 (Hellraum) auf hervorragendem Niveau liegt – wohlgemerkt im SDR-Betrieb.

Der Bildmodus "Cinema pro" ist am besten voreingestellt. Auf ein detailliertes Farbmanagement verzichtet Sony, doch benötigt man dieses zum Glück nicht wirklich. Die Bewegungsdarstellung lässt sich über das Motionflow-Menü optimieren.

Die leicht erweiterten Farben des Sony KD-65A1 im Bildmodus "Cinema pro" wirken sehr angenehm. Wer möchte, kann die etwas zu kühl eingestellte Farbtemperatur per Weißabgleich korrigieren.

Die bereits ab Werk sehr intensiven Farben werden bei abnehmender Helligkeit teilweise noch stärker erweitert. Dunkle Cyan- und Magentatöne wandern leicht in Richtung Blau.

Auch wenn die Farbtemperatur etwas zu kühl eingestellt ist, reproduziert der Sony KD-65A1 sowohl die Graustufen als auch Mischfarben sehr sauber.

Bei dunklen Graustufen steigt die Farbtemperatur weiter an, ansonsten verläuft sie aber recht gleichmäßig über den gesamten Helligkeitsbereich.

Anders als viele seiner Konkurrenten behält der Sony KD-65A1 die Brillanz in den Farben auch aus seitlicher Perspektive weitgehend bei. Sie bleichen in keiner Weise aus.

Im Blickwinkelbereich von 10 bis 60 Grad verliert der Sony KD-65A1 zwar rund 21 Prozent seiner Helligkeit (rot), doch hält er ausreichend Lichtreserven breit. Der Kontrast (gelb) bleibt absolut stabil.

Generell hat der Sony KD-65A1 düstere Szenen perfekt im Griff, bringt er sie dank intensiver Farben und rabenschwarzer Letterbox-Balken doch bestens zur Geltung. Allerdings sollte man den Helligkeitsregler, der sich Sony-typisch im Expertenmenü unter dem Punkt "Schwarzwert" versteckt, auf etwa 53 erhöhen, da ansonsten dunkle Graustufen und Nuancen gekappt werden. HDR-Filme, auf die wir im nachfolgenden Absatz detailliert eingehen, erfordern noch stärkere Anpassungen. Ärgerlich finden wir, dass das Gerät diese nicht getrennt für SDR- und HDR-Quellen abspeichert. Die Helligkeit erhöht sich in dynamikreichen Videos dramatisch von 217 auf respektable 650 Candela. Im vollen Weißbild fällt die Leuchtkraft jedoch auf 159 Candela zurück und ist damit kaum höher als bei SDR. Ungeachtet dessen saufen dunkle Konturen ab, was sich mangels einer Gamma-Justage leider auch nicht beheben lässt.

Eine Gamma-Justage fehlt dem Sony KD-65A1 bedauerlicherweise, doch lässt sich mithilfe der im erweiterten Bildmenü versteckten Funktion "X-tended Dynamic Range (Pro)” immerhin die Helligkeit von Spitzlichtern steigern.

Schade finden wir außerdem, dass sich die Bewegungsglättung nicht getrennt für TV-Material und Kinofilme einstellen lässt. Die 24p-Wiedergabe gelingt nämlich nur im Motionflow-Preset "Echtes Kino" originalgetreu, Details in Sportübertragungen verschmieren dann allerdings. Einen guten Kompromiss erzielt die Stufe 2 des fünfstufigen Reglers "Glättung": Sie sorgt in Sportinhalten für eine hervorragende Bewegungsschärfe, wobei höhere Einstellungen keine Steigerung mehr bringen, ohne den originalen Filmlook von Kinostreifen allzu stark zu verändern. Der Regler "Klarheit" ermöglicht noch etwas schärfere Sportszenen, doch halbiert er einerseits die Helligkeit und erzeugt andererseits mit PAL-TV starkes 50-Hertz-Flackern.

Auch wenn das OLED-Display von LG kommt, unterstützt der Sony KD-65A1 kein Dolby Vision. Entsprechende Videos spielt er zwar mit Bild und Ton ab, zeigt sie aber nur in SDR-Qualität.

Empfehlenswerte Bildeinstellungen

Bildmodus: Cinema Pro, Helligkeit: Max, Gamma: -2, Schwarzabgleich: aus, X-tended Dynamic Range: mittel, Farbe: 50, Farbraum: autom., Bildschärfe: 50, Reality Creation: manuell, Glättung: 2, Filmmodus: 2, Autom. Anzeigebereich: aus, Zuf. Rauschen red.: aus, Dig. Rauschen red.: aus, Lichtsensor: aus, Kontrast: Max, Schwarzwert: 53, Kontrastverstärker: aus, Farbtemperatur: Experte 1, Farbton: 0, Farbbrillanz: aus, Motionflow: Anwender, Klarheit: niedrig, Wide-Modus: Wide und Anzeigebereich: Vollpixel.

Die vorgeschlagenen Werte wurde ermittelt bei einem abgedunkelten Raum und HDTV-Wiedergabe über den HDMI-Eingang. Abweicheungen wegen einer eventuellen Serienstreuung sind nicht auszuschließen.

HDR-Wiedergabe

Mehr Helligkeit und noch sattere Farben

Leuchtdichten zwischen 1000 und 1500 Candela sind für die aktuellen LCD-TVs der Oberklasse kein Problem, was zuletzt der Sony KD-55XE9305 bewiesen hat. Sein OLED-Bruder Sony KD-65A1 ist mit bis zu 651 Candela zwar weit davon entfernt, liegt aber nichtsdestoweniger vor den meisten anderen organischen Fernsehern. Ähnlich hell war bisher nur der Philips-OLED 55POS901F. Den Helligkeitssprung gegenüber SDR sieht man natürlich mit bloßem Auge, leuchten HDR-Spitzlichter doch rund dreimal und das 25-Prozent-Weißfenster gut doppelt so intensiv (433 statt 204 Candela). Im vollflächigen Weißfeld entlockt der Bildmodus "Cinema pro" den organischen Leuchtdioden wie bereits erwähnt in etwa die gleichen Werte, zumal sich das Display beim Maximieren des SDR-Kontrasts von 123 auf rund 160 Candela steigert. Prinzipiell klappt das auch mit HDR-Quellen, doch clippen beziehungsweise übersteuern dann zum Beispiel Lichtreflexe in Gesichtern. Senkt man den Kontrast auf 78 ab und hebt man den Schwarzwert auf 62 an, werden helle Nuancen besser differenziert. Der weiße Hintergrund hinter der Person in unserem Testclip gewinnt subjektiv sogar an Leuchtkraft, was auf eine komplexe dynamische OLED-Ansteuerung im HDR-Modus hinweist.

Hebt man im Bildmodus "Cinema pro" den Schwarzwert an und reduziert man den Kontrast, meistert der Sony KD-65A1 auch diese hell ausgesteuerte HDR-Szene.

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