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REPORTAGE: "Aus 2 mach 1" - Deinterlacing Teil 4

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
Was ist Deinterlacing und warum braucht man es?
Progressive Zuspielung
Gutes und schlechtes Deinterlacing
Methoden des Deinterlacings
Schlusswort

Methoden des Deinterlacings

Nun geht es ans Eingemachte. Bislang wurden nur die verschiedenen Varianten des vorliegenden Materials genannt und die absoluten "Basics" erläutert. Nun können heutige Displays, im Gegensatz zur guten, alten Röhre, aber zunächst einmal nichts mit Interlaced-Material anfangen, da sie aufgrund ihrer Technik gezwungen sind, ausschließlich Vollbilder darzustellen.

Wie aus einem Interlaced-Signal die erforderlichen Frames gewonnen werden, soll im folgenden Abschnitt erklärt werden. Jetzt wird auch deutlich, warum so genau zwischen Film- und Videomaterial unterschieden werden muss.

Zunächst kann man sich berechtigterweise die Frage stellen, ob es nicht einfach ausreichend ist, stur zwei Halbbilder zu einem Vollbild zusammenzufügen. Hierbei gibt es grundsätzlich zwei Hindernisse:

a) Liegt Videomaterial vor, das ja direkt in Halbbildern aufgenommen wird, zeigen sich unschöne Kammeffekte bei Bewegungen im Bild. Das ist nur logisch, weil es keinen direkten "Partner" für ein Field gibt - ein bewegtes Objekt verändert schließlich seine Position von Field zu Field. Oder mit anderen Worten: Fügt man ein Halbbild mit dem nächsten Halbbild zu einem Vollbild zusammen, ergibt das nicht immer einen Sinn!

b) Bei Filmmaterial kann dieses Vorgehen zwar tatsächlich zum Erfolg führen, wenn eine 2:2-Kadenz vorliegt. Denn hierbei wurde ja ein Vollbild konstant in zwei Halbbilder aufgeteilt. Allerdings wird es u. a. dann problematisch, wenn die Kadenz nicht sauber durchgehalten wird. In dem Fall kommt es wieder zu den gefürchteten Kämmen, weil zwei Halbbilder zusammengesetzt werden, die von unterschiedlichen Vollbildern stammen. Gleiches gilt für 3:2-Material, weil hier das Verteilungsschema ohnehin nichtlinear ist.

Interlaceartefakte

Kammbildung durch "falsches" Deinterlacing (Bild ist zur vergrößerten Ansicht anklickbar)

Ganz so trivial ist das Deinterlacing also nicht - die wichtigsten Methoden werden nun im Folgenden kurz vorgestellt:

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Fieldscaling (BOB):

Jedes eintreffende Halbbild wird direkt auf die Zielauflösung skaliert, also die Auflösung des eingesetzten Displays (meist 1.366 x 768 oder 1.920 x 1.080). Problem: Ein Halbbild hat die volle horizontale Auflösung verglichen mit dem entsprechenden Vollbild (ausgehend vom Filmmaterial), aber natürlich nur die halbe vertikale Auflösung.

Faktisch wird beim Fieldscaling also jedes Field zum Frame skaliert, was einen Verlust an vertikaler Auflösung bedeutet. Eine Kammbildung wird vermieden. Dieses Verfahren kommt teils immer noch bei Flachbildschirmen und Interlaced-Zuspielung von HD-Quellen (1080i) zum Einsatz.

Fieldscale

Fieldscaling bei 1080i-Signal (Bild ist zur vergrößerten Ansicht anklickbar)

Wenngleich Fieldscaling in keiner Beziehung optimal ist (z.B. wird auch nicht zwischen Film- und Videomaterial unterschieden), stellt es gerade für WXGA-Geräte (1.366 x 768) bei der Verarbeitung von HD-Material doch eine durchaus gangbare Alternative dar. Der Auflösungsverlust wiegt hier nicht so schwer. Es bleibt aber in jedem Fall ein Verlust an Bildruhe über, gerade bei feinen Strukturen.

Skip Field:

Hier wird jedes zweite Halbbild einfach weggelassen und die verbleibenden Halbbilder auf die Panelauflösung skaliert. Bei Videomaterial hat man also zusätzlich auch einen Verlust an zeitlicher Auflösung: Nach einer Zuspielung von Material mit 50 fields/s bleiben nach dem Deinterlacing bei Einsatz von Skip Field nur 25 fps. Um auf 50 fps für die übliche 50Hz PAL-Zuspielung zu kommen, wird jeder Frame dann zweimal hintereinander angezeigt.

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