Test BenQ SW240 – günstiger Grafik-Monitor überzeugt
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Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Ein“
60 Hz, Overdrive „Ein“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim BenQ SW240 bleibt die Signalverzögerung mit 12 ms noch in einem guten Bereich. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 5,3 ms ebenfalls erstaunlich gut. Insgesamt macht das 17,3 ms.

Das macht den BenQ SW240 über sein Spezialgebiet hinaus zu einem sehr guten Allrounder, der auch nach getaner Arbeit problemlos zum Spielen verwendet werden kann.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Diagramm: Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60Hz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, weshalb schmale Unterbrechungen im Lichtstrom entstehen. Das verwundert etwas, da BenQ den Monitor mit der Eye-Care-Technologie bewirbt und diese enthält die Flicker-free Spezifizierung.

Ein störendes Flackern dürfte aber auch bei reduzierter Hintergrundhelligkeit nicht auftreten, weil die PWM-Frequenz im hohen Kilohertz-Bereich liegt und auch von empfindlichen Personen nicht als Flackern wahrgenommen werden sollte.

Diagramm: LED-Backlight mit PWM
LED-Backlight mit PWM

Subjektive Beurteilung

Obwohl der BenQ SW240 eigentlich ein EBV-Spezialist ist, kann er hinsichtlich Reaktionszeiten nicht nur in Photoshop und Co überzeugen, sondern zeigt auch in Spielen ein erstaunlich gutes Reaktionsverhalten.

Sound

Eingebaute Lautsprecher besitzt der BenQ SW240 nicht. Tonsignale verarbeitet das Gerät am HDMI-Eingang wie auch am DisplayPort. Die Wiedergabe ist am Kopfhörerausgang möglich, an den natürlich auch externe Lautsprecher angeschlossen werden können.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des SW240 angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Auf die umfangreichen PiP-/PbP-Funktionen wie bei seinen beiden größeren Geschwistern SW271 und SW320 muss man beim BenQ SW240 verzichten.

Ansonsten überzeugt auch die Videowiedergabe des BenQ SW240 am PC mit sehr guten Farben und einem tollen Kontrast. Gelegentlich ist uns hier aber ein Flimmern in feinen Strukturen bzw. Mustern aufgefallen. Auch eine 24p-Option haben wir am PC vermisst, sodass man mit den üblichen Mikrorucklern leben muss. Sie wird weder via DP noch HDMI im Treiber angeboten.

Sofern man 1080p bei der Auflösung als zeitgemäßen Mindeststandard betrachtet, muss man sich auch beim Anschluss externer Zuspieler um die im Kapitel „Interpolation“ beschriebene Skalierungsschwäche keine Gedanken machen.

Bewertung



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4.3

SEHR GUT
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Fazit

Auch der Einstieg in die Welt der Grafikmonitore bei BenQ kann mit dem neuen PhotoVue SW240 rundum überzeugen. Mag man auch den Eindruck haben, dass das Gerät etwas kostengünstiger als die großen Geschwister produziert wird, so gibt es dennoch an der Verarbeitung nichts auszusetzen. Die Ergonomiefunktionen sind wie von BenQ gewohnt nicht nur sehr umfangreich, sondern können auch mit einer perfekten Mischung aus leichter Verstellbarkeit und Stabilität begeistern.

Bei der Bildqualität kann der BenQ SW240 teilweise sogar seine größeren Geschwister in den Schatten stellen. Für die Bildbearbeitung bietet der BenQ SW240 somit (fast) alles, was man sich wünschen kann: ein blickwinkelneutrales IPS-Panel mit akzeptabler Homogenität, einen enorm großen Farbraum und auch die Fähigkeit zur Hardware-Kalibrierung.

Auch wenn die Werks-Presets der Hersteller heute meist schon recht gut sind, so ist die Erstellung eines gerätespezifischen Profils für die Bildbearbeitung dennoch sehr wichtig und die Möglichkeit zur Nachjustierung ein wesentliches Feature. Hier liegt die Lösung von BenQ zwar nach wie vor nicht auf dem Niveau von EIZO, dennoch kann sie angesichts der auf Fotografen definierten Zielgruppe überzeugen.

Den Sweetspot für die Bildbearbeitung stellen allerdings heute aus unserer Sicht Displays mit 27-Zoll-Diagonale und WQHD-Auflösung dar. Hier muss man aber eben auch noch tiefer in die Geldbörse greifen. Der BenQ SW240 bietet dank seines 16:10-Formates zumindest in der Höhe ein paar Zeilen mehr Platz und eignet sich daher neben der EBV auch für alle Office-Arbeiten ganz ausgezeichnet. Das Sahnehäubchen ist dann noch die erstaunlich gute Reaktionszeit.

Sollte der BenQ SW240 noch die 400-Euro-Marke unterschreiten, dann würden wir auch das Preis-Leistungs-Verhältnis mit „sehr gut“ beurteilen. Auf jeden Fall kann man Fotografen das Display nicht nur als Einstieg guten Gewissens empfehlen.

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1 KOMMENTAR

  1. Was ich bei ca. 1:45 im Video sehe, scheint alle aktuelleren IPS-Displays zu übertreffen. Das Bild verändert sich anscheinend nicht stärker als bei meinem alten Eizo mit S-PVA. Im Grunde kein stumpfes Glänzen erkennbar. Vielleicht muss ich doch nicht erst auf OLED-Monitore warten. Der könnte wirklich was für mich sein. Oder gibt es da noch andere, die das vergleichbar gut können?

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