Test EIZO CG279X – Bildqualität in Perfektion
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Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Overdrive bei 60 Hz
Overdrive bei 60 Hz

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim EIZO CG279X messen wir mit 9,9 ms eine an sich noch recht ordentliche Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 15,2 ms aber recht gemächlich. Insgesamt macht das 25,1 ms.

Subjektive Beurteilung

Der EIZO CG279X ist ein Arbeitsgerät und kein Spielzeug. Dort, wo es darauf ankommt – also Büro-Anwendungen, Mausbewegungen, Photoshop und Co –, merkt man von den vermeintlich mittelmäßigen Reaktionszeiten nichts. Hier wie auch bei der Videowiedergabe kann der Proband brillieren.

Als Gaming-Monitor ist der CG279X dagegen nur begrenzt geeignet. Das hängt aber immer auch von der Art des Spieles ab. Gelegenheitsspieler können auch mal ein Spielchen auf dem Gerät wagen. Belohnt wird man auf jeden Fall mit einer hervorragenden Bildqualität.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des CG279X leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Flimmerfreies Arbeiten ist somit bei allen Helligkeits-Einstellungen möglich.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Sound

Der EIZO CG279X hat zwar einen kleinen Pieper an Bord, der aber nur für die akustische Rückkoppelung bei der Bedienung der Touch-Tasten dient.

Ansonsten besitzt der CG279X weder eingebaute Lautsprecher noch einen Kopfhörerausgang. Konsequenterweise wird er am DisplayPort auch nicht als Audio-Ausgabegerät erkannt. In jedem Fall muss das Splitting von Bild und Ton vor der Übertragung der Bildsignale an das Display erfolgen, da der Ton sonst ins Leere läuft.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des EIZO CG279X angeschlossen werden. Die Tonsignale müssen allerdings vom Zuspieler getrennt und anderweitig ausgegeben werden, da der Monitor selbst keinerlei Tonwiedergabe bzw. Tonweitergabe unterstützt.

Der CG279X verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Signale. Eine Anpassung des Dynamikbereichs ist über die Option „Eingangsbereich“ möglich. Auf Wunsch kann auch eine Rauschreduktion aktiviert werden (nur bei HDMI).

Die Videowiedergabe zu Unterhaltungszwecken ist angesichts der bereits ausführlich beschriebenen Bildqualität erstklassig und muss nicht weiter kommentiert werden. Eine ruckelfreie 24p-Wiedergabe ist möglich, und auf Wunsch kommt man auch in den Genuss eines erweiterten Farbraums, der sich präzise an gängige Normen anpassen lässt. Die Skalierung von wichtigen Video-Auflösungen gelang – wie im Kapitel „Interpolation“ bereits ausgeführt – ebenfalls einwandfrei.

Spannend ist der CG279X vor allem auch für die Videobearbeitung. Im Gegensatz zum Vorgänger CG277 und zum CG2730 erfüllt der Testkandidat mit HLG- und PQ-Tonwertkurven auch die relevanten Standards für die Anzeige und Bearbeitung von Inhalten in HDR („High Dynamic Range“). Diese kommen dank der optimierten Gammakurven der natürlichen menschlichen Farbwahrnehmung nahe.

HDR-Content wird im Postproduction-Workflow in der Regel mit SDR-Monitoren bearbeitet und erst beim Grading mit echten HDR-Referenzmonitoren wie dem ColorEdge Prominence CG3145 fertiggestellt. In diesen Workflow fügt sich der ColorEdge CG279X mit seinen zahlreichen Film-Presets perfekt ein. Produktions- und Postproduktionsprofis können sich auf die zuverlässige Darstellung mit HDR-Tonwertkurven beim Editing und Color-Grading verlassen.

Zum Testzeitpunkt beschränkte sich diese Unterstützung allerdings noch auf die Bearbeitung. Als HDR-Anzeigegerät wurde der CG279X unter Windows 10 noch nicht erkannt. Ein spezieller Gerätetreiber war ebenso noch nicht verfügbar. Möglicherweise liegt es auch daran, dass er keine 4K-Auflösung besitzt. Die Koppelung von HDR und 4K ist aber Marketing-bedingt und hat keine technischen Gründe.

Ansonsten ist die WQHD-Auflösung für viele Fotografen bei 27 Zoll sogar die bessere Wahl. Videobearbeiter dagegen könnten sich an der fehlenden 4K-Auflösung stören. Ob es Sinn ergibt, auf einen zeitnah erscheinenden und erschwinglichen 27 Zoll großen ColorEdge mit 4K-Auflösung zu hoffen, vermögen wir nicht zu sagen.

10 KOMMENTARE

  1. Für einen selten so präzisen Monitor in puncto „Farbleistung und Homogenität“ zahle ich gerne diesen Preis.
    Gerade als Profi, will ich meinen Kunden im ColorGrading nur verlässliche Filme und Trailer abliefern.
    Eine Tagesgage jenseits von 500€ erlaubt und berechtigt gerade zu nur das beste zu kaufen, da sehe ich neben EIZO wohl nur noch NEC Monitore.

    Klar, für den Anfang langt auch ein „farbtreuer“ Monitor anderer Hersteller, aber irgendwann macht man richtige Jobs mit Grading Panels und entsprechende Software.
    Klickt man nur in Premiere in Colorista rum und regt sich über den Preis hier auf, wird man nicht das Klientel für diese Sparte sein.

  2. Sorry
    Der Anschaffungspreis sollte immer abhängig der absoluten Leistung stehen und in Bezug zur Nutzung in Jahren. Persönlichen Einschätzung haben bei einem objektivem Test nichts zu suchen oder sind explizit als solche zu erwähnen.
    Danke.

    • Natürlich fließen in einen Test auch subjektive Beurteilungen ein. Das machen wir seit 17 Jahren so und werden das sicherlich nicht ändern! Alles ist nicht messbar!

  3. die reaktion von herrn Findeis ist schon seltsam, imho fast schon überheblich!

    „dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.“
    wäre der kommentar von „L.H.“ besser, wenn ein name dabei stände?
    scheinbar denkt herr Findeis so, was ich aber nicht nachvollziehen kann.
    der kommentar is doch berechtigt, nüchternere einschätzungen ohne werbetexte wären m.m.n. begrüßenswert! da brauch sich keiner auf den schlips getreten fühlen, oder?
    wo soll den dem scheinbar unterbelichteten kommentar-schreiberIn ein licht aufgehen?

    btw: vielleich ist das im test unglücklich formululiert, aber wenn man (wie der artikelautor) den preis ignoriert kann man keine preis-leistungs-einschätzung machen. das sehe ich genauso wie „L.H.“, oder liege ich da falsch?

    zum monitor: interessant+bestimmt toll, aber außerhalb von meinem bedarf (nicht nur preislich). danke für den test!

    • Es steht dort „vermeintlich hohen Anschaffungspreis“. Das vermeintlich soll zum Ausdruck bringen, dass der Monitor zwar teuer ist, aber der Preis aufgrund der gezeigten Leistung absolut gerechtfertigt ist. Auch ein Redakteur gerät mal ins Schwärmen, wenn der Monitor so restlos überzeugt.

  4. Leider vergessen viele, dass ein Preis-/Leistungsverhältnis eben zwei Seiten hat. Allzu oft wird zuallererst nur auf den Preis geschaut. Geht der über das hinaus, was man im Kopf als „richtig und vernünftig“ empfindet, fällt das Gerät schon durch das Raster. Unterschiede auf der Leistungsseite sind auch nicht immer sofort transparent und werden durch das Marketing der Hersteller nur allzu gerne verschleiert.

    Wir schreiben unsere Tests ferner nicht nur für Leser, die gerne stundenlang nüchterne Zahlenkolonnen miteinander vergleichen oder ihren Monitor sowieso von der Firma bezahlt bekommen.

    Wer als Selbständiger sein Budget genau im Auge haben muss, für den ist die Frage nach dem Preis-/Leistungsverhältnis schon mehr als berechtigt. Wieso sollte man für einen Monitor knapp 2.000 EUR ausgeben, wenn man einen 27-Zoll-WQHD-Monitor auch für 450 EUR kaufen kann? Oder zumindest für knapp 1.000 EUR in Verbindung mit den Schlagworten: Grafikmonitor, Hardware-Kalibrierung, erweiterter Farbraum und 3D-LUT? Bei einem Anschaffungspreis von 1.000 EUR und mehr lohnt es sich, sich erst einmal mit den Unterschieden auf der Leistungsseite auseinanderzusetzen. Und darauf geben unsere Tests mehr als ausführlich Antwort. Hardware-Kalibration ist eben nicht gleich Hardware-Kalibration und 1.000 EUR mit Minimal-Garantie können richtig teuer sein, wenn das Gerät nicht hält, was es verspricht.

    Schaut man also über den Anschaffungspreis des EIZO CG279X von knapp 2.000 EUR erst mal hinweg, dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.

    Wir haben schon seit geraumer Zeit mit zunehmender Tendenz Konsumer-Monitore im Test, die einerseits in immer schwindelerregende Preisregionen aufstrebenden und andererseits eine teils schwer erträgliche Diskrepanz zwischen Marketing-Aussagen und Realität bei uns im Testlabor zeigen. Das kritisieren wir auch regelmäßig in den entsprechenden Test-Berichten.

    Das eher zurückhaltende Marketing von EIZO ist da schon alleine eine Wohltat. Schaut man auf die Leistung des EIZO CG279X kann man sich auch als Redakteur einer gewissen Begeisterung nicht erwehren. Wer unsere Tests tatsächlich liest, der weiß auch, dass wir derart uneingeschränkte PRAD-Empfehlungen höchst selten aussprechen.

  5. „Schaut man über den vermeintlich hohen Anschaffungspreis hinweg auf die Leistung, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei allen drei Modellen kaum zu schlagen.“

    Entschuldigung? Was soll mir dieser Satz sagen? Schaut über den Preis hinweg und betrachtet die absolute, sehr gute Leistung, ist auch die P/L herausragend?!?
    Bitte weniger von diesen Werbesätzen. Allgemein muss ich feststellen, dass ich die sachliche Seriösität und fachliche Distanziert in vielen Artikeln der prad der letzten Jahre zunehmend vermisse.
    Viele grüße

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