Test EIZO CG279X – Bildqualität in Perfektion
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Technik

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 111 W 58,5 W
Betrieb typisch k.A.
140 cd/m² k.A. 34,7 W
Betrieb minimal k.A. 24,5 W
Energiespar­modus (Standby) 1 W < 0,4 W
Ausgeschaltet (Soft Off) k.A. < 0,4 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) 0 W 0 W

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

EIZO nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 111 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Betrieb bei maximaler Helligkeitsstufe im Werksmodus mit 58,5 Watt sogar 47 % darunter.

Im Standby zeigt sich auch beim EIZO CG279X zunächst wie bei seinen Geschwistern eine unschöne Anomalie. Sobald man das USB-Hub-Kabel angeschlossen hat, verbrauchen die Geräte 9 bis 10 Watt. Auch der Soft-off-Schalter ändert daran nichts. Lediglich der Netzschalter kann den Verbrauch tatsächlich auf null senken. Das USB-Hub-Kabel will man aber immer angeschlossen lassen. Nicht nur zur Nutzung der seitlichen USB-Ports, sondern vor allem wegen der notwendigen Datenverbindung für die Hardware-Kalibrierung.

Im Gegensatz zu seinen Geschwistern hat der EIZO CG279X jetzt aber eine Lösung für dieses Problem in petto. Im etwas versteckten Admin-Menü des OSDs sollte man die Option „Kompatibilitätsmodus“ ausschalten. Die Bezeichnung „Kompatibilitätsmodus“ ist leider wenig selbsterklärend. Soweit uns bekannt, soll sie verhindern, dass bei Mehrschirmsystemen nach dem Wiederaufwachen aus dem Standby die mühsam angeordnete Fensterverteilung durcheinander kommt bzw. verloren geht.

Wir haben es mit zwei EIZO-Monitoren im Parallelbetrieb getestet. Die Fenster blieben auch mit ausgeschaltetem Kompatibilätsmodus nach dem Wiederaufwecken an der gewünschten Stelle. Dafür hört man beim CG279X aber jetzt beim Übergang in den Standby ein Relais-Klicken, und der Stromverbrauch wird tatsächlich nahezu auf null reduziert.

Zugegeben, das allein macht die Preisdifferenz zwischen CG2730 und CG279X auch angesichts der aktuell stark steigenden Strompreise noch nicht wirklich wett. Über die Garantielaufzeit von fünf Jahren sind es aber zumindest 89 EUR, die man sich hier spart (8 Stunden Betrieb täglich, 0,305 EUR/kWh).

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 34,7 Watt an. Die Effizienz bei dieser Helligkeit mag mit 0,8 cd/W isoliert betrachtet nicht besonders sparsam erscheinen. Angesichts des hohen Farbumfangs und der exzellenten Flächenhomogenität ist sie dennoch respektabel. Modelle mit einfacher W-LED-Hintergrundbeleuchtung durchleuchten ihr Panel zwar effektiver, allerdings eben mit deutlichen Einbußen im Hinblick auf den Farbumfang.

Gemessen haben wir ferner mit „DUE Uniformity“. Schaltet man den Digital-Uniformity-Equalizer aus (Option „Brightness“), erhöht sich dadurch die Helligkeit und auch die Effizienz, da umgekehrt der Stromverbrauch gleich bleibt.

Anschlüsse

Die Anschlüsse befinden sich links und rechts vom Standbein und sind vorbildlich beschriftet. Mit DisplayPort (HDCP 1.3), HDMI (Deep Color, HDCP 1.4) und DVI-D (HDCP 1.4) sind alle wichtigen Digitaleingänge vorhanden, allerdings nur je einmal. Neu ist der USB-C-Anschluss, mit dem der EIZO CG279X als erster ColorEdge-Vertreter aufwarten kann.

Der USB-C-Anschluss versteht sich zum einen auf den „DisplayPort Alt Mode“ (HDCP 1.3) zur Übertragung von Bildsignalen, zum anderen dient er als separater Upstream für den USB-Hub und kann auch angeschlossene Geräte mit Strom versorgen – allerdings nur mit 15 Watt.

Für den USB-Hub steht ein zweiter Upstream-Anschluss mit Steckertyp B zur Verfügung. Auf der Downstream-Seite sind zwei USB-3.0-Ports links im seitlichen Erker und zwei weitere USB-2.0-Ports auf der Rückseite ganz rechts bei den anderen Anschlüssen untergebracht.

Durch die beiden separaten Upstream-Anschlüsse ist die gleichzeitige Verbindung mit zwei Rechnern und damit auch die unkomplizierte Mehrfachnutzung von Maus und Tastatur an zwei Computern möglich. Wechselt man das Eingangssignal für die Bilddarstellung, wird auch der USB-Hub entsprechend umgeschaltet.

Anschlüsse des Eizo CG279X
Anschlüsse

Im Vergleich zum CG2730 stehen seitlich zwar nur zwei statt drei USB-3.0-Ports zur Verfügung. Dafür hat man zusätzlich zwei USB-2.0-Ports auf der Geräterückseite, die für Verbindungen mit Tastatur, Funkmaus und Funkempfänger für das Wacom-Tablet sogar die bessere Wahl sind. Bei Verwendung von Funkempfängern mit USB 3.0 kommt es regelmäßig zu Problemen, da diese Ports oft ungewollt Funkfrequenzen abstrahlen, die sich mit dem 2,4-Ghz-Band der gängigen Funkmäuse etc. beißen.

USB-3.0-Ports für schnellen Datentransfer im seitlichen Erker
USB-3.0-Ports für schnellen Datentransfer im seitlichen Erker

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über sehr zuverlässig reagierende Multifunktions-Touch-Tasten. Die ColorEdge-Geräte haben einen kleinen Lautsprecher eingebaut, der ausschließlich für die akustische Rückmeldung bei der Bedienung des Gerätes dient. Der Signalton ist auch abschaltbar. Aus unserer Sicht wird die Touch-Bedienung durch die akustische Rückmeldung aber spürbar aufgewertet.

Moderne und zuverlässige Touch-Tasten
Moderne und zuverlässige Touch-Tasten

Sobald man eine Taste berührt, wird direkt darüber eine Menüleiste mit den jeweiligen Funktionen auf dem Bildschirm eingeblendet. Die Tasten sind mit weißen LEDs beleuchtet und so auch bei Dunkelheit gut zu finden. Die Beleuchtung empfanden wir bei der Bildbearbeitung nie als störend. Bei Bedarf kann die Helligkeit aber angepasst oder auch ganz abgeschaltet werden.

10 KOMMENTARE

  1. Für einen selten so präzisen Monitor in puncto „Farbleistung und Homogenität“ zahle ich gerne diesen Preis.
    Gerade als Profi, will ich meinen Kunden im ColorGrading nur verlässliche Filme und Trailer abliefern.
    Eine Tagesgage jenseits von 500€ erlaubt und berechtigt gerade zu nur das beste zu kaufen, da sehe ich neben EIZO wohl nur noch NEC Monitore.

    Klar, für den Anfang langt auch ein „farbtreuer“ Monitor anderer Hersteller, aber irgendwann macht man richtige Jobs mit Grading Panels und entsprechende Software.
    Klickt man nur in Premiere in Colorista rum und regt sich über den Preis hier auf, wird man nicht das Klientel für diese Sparte sein.

  2. Sorry
    Der Anschaffungspreis sollte immer abhängig der absoluten Leistung stehen und in Bezug zur Nutzung in Jahren. Persönlichen Einschätzung haben bei einem objektivem Test nichts zu suchen oder sind explizit als solche zu erwähnen.
    Danke.

    • Natürlich fließen in einen Test auch subjektive Beurteilungen ein. Das machen wir seit 17 Jahren so und werden das sicherlich nicht ändern! Alles ist nicht messbar!

  3. die reaktion von herrn Findeis ist schon seltsam, imho fast schon überheblich!

    „dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.“
    wäre der kommentar von „L.H.“ besser, wenn ein name dabei stände?
    scheinbar denkt herr Findeis so, was ich aber nicht nachvollziehen kann.
    der kommentar is doch berechtigt, nüchternere einschätzungen ohne werbetexte wären m.m.n. begrüßenswert! da brauch sich keiner auf den schlips getreten fühlen, oder?
    wo soll den dem scheinbar unterbelichteten kommentar-schreiberIn ein licht aufgehen?

    btw: vielleich ist das im test unglücklich formululiert, aber wenn man (wie der artikelautor) den preis ignoriert kann man keine preis-leistungs-einschätzung machen. das sehe ich genauso wie „L.H.“, oder liege ich da falsch?

    zum monitor: interessant+bestimmt toll, aber außerhalb von meinem bedarf (nicht nur preislich). danke für den test!

    • Es steht dort „vermeintlich hohen Anschaffungspreis“. Das vermeintlich soll zum Ausdruck bringen, dass der Monitor zwar teuer ist, aber der Preis aufgrund der gezeigten Leistung absolut gerechtfertigt ist. Auch ein Redakteur gerät mal ins Schwärmen, wenn der Monitor so restlos überzeugt.

  4. Leider vergessen viele, dass ein Preis-/Leistungsverhältnis eben zwei Seiten hat. Allzu oft wird zuallererst nur auf den Preis geschaut. Geht der über das hinaus, was man im Kopf als „richtig und vernünftig“ empfindet, fällt das Gerät schon durch das Raster. Unterschiede auf der Leistungsseite sind auch nicht immer sofort transparent und werden durch das Marketing der Hersteller nur allzu gerne verschleiert.

    Wir schreiben unsere Tests ferner nicht nur für Leser, die gerne stundenlang nüchterne Zahlenkolonnen miteinander vergleichen oder ihren Monitor sowieso von der Firma bezahlt bekommen.

    Wer als Selbständiger sein Budget genau im Auge haben muss, für den ist die Frage nach dem Preis-/Leistungsverhältnis schon mehr als berechtigt. Wieso sollte man für einen Monitor knapp 2.000 EUR ausgeben, wenn man einen 27-Zoll-WQHD-Monitor auch für 450 EUR kaufen kann? Oder zumindest für knapp 1.000 EUR in Verbindung mit den Schlagworten: Grafikmonitor, Hardware-Kalibrierung, erweiterter Farbraum und 3D-LUT? Bei einem Anschaffungspreis von 1.000 EUR und mehr lohnt es sich, sich erst einmal mit den Unterschieden auf der Leistungsseite auseinanderzusetzen. Und darauf geben unsere Tests mehr als ausführlich Antwort. Hardware-Kalibration ist eben nicht gleich Hardware-Kalibration und 1.000 EUR mit Minimal-Garantie können richtig teuer sein, wenn das Gerät nicht hält, was es verspricht.

    Schaut man also über den Anschaffungspreis des EIZO CG279X von knapp 2.000 EUR erst mal hinweg, dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.

    Wir haben schon seit geraumer Zeit mit zunehmender Tendenz Konsumer-Monitore im Test, die einerseits in immer schwindelerregende Preisregionen aufstrebenden und andererseits eine teils schwer erträgliche Diskrepanz zwischen Marketing-Aussagen und Realität bei uns im Testlabor zeigen. Das kritisieren wir auch regelmäßig in den entsprechenden Test-Berichten.

    Das eher zurückhaltende Marketing von EIZO ist da schon alleine eine Wohltat. Schaut man auf die Leistung des EIZO CG279X kann man sich auch als Redakteur einer gewissen Begeisterung nicht erwehren. Wer unsere Tests tatsächlich liest, der weiß auch, dass wir derart uneingeschränkte PRAD-Empfehlungen höchst selten aussprechen.

  5. „Schaut man über den vermeintlich hohen Anschaffungspreis hinweg auf die Leistung, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei allen drei Modellen kaum zu schlagen.“

    Entschuldigung? Was soll mir dieser Satz sagen? Schaut über den Preis hinweg und betrachtet die absolute, sehr gute Leistung, ist auch die P/L herausragend?!?
    Bitte weniger von diesen Werbesätzen. Allgemein muss ich feststellen, dass ich die sachliche Seriösität und fachliche Distanziert in vielen Artikeln der prad der letzten Jahre zunehmend vermisse.
    Viele grüße

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