Test EIZO CG279X – Bildqualität in Perfektion
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Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung beim Schwarzbild-Test ist Perfektion pur. Das Schwarzbild wirkt völlig gleichmäßig und gehört zum Besten, was wir bislang in Tests gesehen haben. Man muss sich schon extrem anstrengen, um in den Ecken marginale Aufhellungen zu erkennen.

Sicherlich: Mit der Lupe wird man im Bild mit verlängerter Belichtung noch kleine Ungleichmäßigkeiten feststellen. Verglichen mit anderen Testgeräten spielt der EIZO CG279X aber in einer völlig anderen Liga. Das gilt unabhängig von der Preisklasse und auch für Grafikmonitore anderer Hersteller. Erst recht wird das in unserem Video deutlich, wenn man das Bild nicht nur frontal, sondern auch in extremeren seitlichen Blickwinkeln anschaut.

Besonders bemerkenswert ist nämlich, dass sich das Schwarzbild selbst bei extremen Blickwinkeln praktisch nicht ändert. Die sonst übliche Aufhellung der gesamten Bildfläche bleibt vollständig aus. Lediglich ein leichter rötlicher Schimmer wird teilweise sichtbar – vor allem bei extremen vertikalen Blickwinkeln bzw. von schräg oben.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse in der Regel geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt. Für den EIZO CG279X gilt Letzteres nicht, da er bereits ab Werk mit perfekter Weißpunkt-Justage ausgeliefert wird.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Eine Besonderheit beim EIZO CG279X ist hier auch der „Digital-Uniformity-Equalizer (DUE)“ – eine ernst zu nehmende Gleichförmigkeits-Optimierung, die bei allen ColorEdge-Geräten an Bord ist. Mit der Option „DUE Priority“ kann entweder einer möglichst gleichmäßigen Ausleuchtung (Uniformity) oder hohen Helligkeits- und Kontrastwerten der Vorrang gegeben werden. Die Option muss in den Administrator-Einstellungen oder über die Software ColorNavigator geändert werden und bleibt dann von der Rücksetzung auf Werkseinstellungen unberührt.
Die Hardware-Kalibrierung steht immer in Abhängigkeit von dieser Option. Ändert man sie, muss das Gerät auch neu kalibriert werden.

Eine weitere Besonderheit des CG279X ist der Helligkeitsregler an sich. Bei den meisten Monitoren wird der Regelbereich zwischen (nicht definierter) Minimal- und Maximalhelligkeit in 1-Prozent-Schritten von 0 bis 100 eingestellt. Insgesamt sind also 101 Abstufungen möglich.

Bei EIZOs CG-Monitoren wird die Helligkeit dagegen mit einer genau definierten Helligkeitsangabe in cd/m² eingestellt. Beim CG279X beginnt der Regelbereich bei 40 cd/m² und endet bei 400 cd/m². Das ergibt nicht nur einen feinen Regelbereich von 361 Abstufungen. Es handelt sich bei der cd/m²-Angabe auch keinesfalls um eine Pseudo-Angabe. Die eingestellten Werte stimmen verblüffend genau mit unseren Messungen überein.

Überraschend ist dabei der bis 400 cd/m² reichende Reglerbereich, der deutlich über die Herstellerangabe von 350 cd/m² hinausgeht. Tatsächlich färbt sich der Regler im präferierten DUE-Uniformity-Modus ab ca. 323 cd/m² lila. Ein Warnhinweis, den man intuitiv richtig versteht. Ab diesem Wert kann man zwar noch höher regeln, die Angabe ist aber nicht mehr zuverlässig, und die Helligkeit nimmt auch kaum noch zu.

Wir haben trotzdem über den gesamten Wertebereich gemessen. Dadurch entsteht beim Helligkeitsverlauf der Knick ab 80 % Helligkeit (linke Grafik). Im DUE-Brightness-Modus ist das nicht der Fall. Der Warnhinweis kommt hier erst deutlich später (ca. bei 389 cd/m²). Der CG279X kennt sich also selbst recht gut. Wir vermuten, dass sich abhängig von der gewählten Farbtemperatur die Helligkeit von 400 cd/m² auch tatsächlich und ohne Warnhinweis erreichen lässt.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des EIZO CG279X – DUE Uniformity
Helligkeits- und Kontrastverlauf des EIZO CG279X – DUE Uniformity
Helligkeits- und Kontrastverlauf des EIZO CG279X – DUE Brightness
Helligkeits- und Kontrastverlauf des EIZO CG279X – DUE Brightness

Das Kontrastverhältnis des IPS-Wide-Gamut-Panels gibt EIZO mit 1300:1 an, die Maximalhelligkeit mit 350 cd/m². Mit der Option „DUE Brightness“ erzielt der CG279X mit 1214:1 einen erstklassigen Kontrast und kann die Herstellerangabe mit gemessenen 391 cd/m² sogar übertreffen.

In der Regel wird man den CG279X aber mit der Option „DUE Uniformity“, also optimaler Bildhomogenität, betreiben. Hier sinkt die Maximalhelligkeit auf immer noch beachtliche 327 cd/m². Auch das Kontrastverhältnis ist mit 1001:1 weiterhin ausgezeichnet. Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 40 cd/m².

Eine Kalibrierung auf D65 verändert beim Hardware-kalibrierbaren CG279Xdie Werte für Maximal- und Minimalhelligkeit nicht.

10 KOMMENTARE

  1. Für einen selten so präzisen Monitor in puncto „Farbleistung und Homogenität“ zahle ich gerne diesen Preis.
    Gerade als Profi, will ich meinen Kunden im ColorGrading nur verlässliche Filme und Trailer abliefern.
    Eine Tagesgage jenseits von 500€ erlaubt und berechtigt gerade zu nur das beste zu kaufen, da sehe ich neben EIZO wohl nur noch NEC Monitore.

    Klar, für den Anfang langt auch ein „farbtreuer“ Monitor anderer Hersteller, aber irgendwann macht man richtige Jobs mit Grading Panels und entsprechende Software.
    Klickt man nur in Premiere in Colorista rum und regt sich über den Preis hier auf, wird man nicht das Klientel für diese Sparte sein.

  2. Sorry
    Der Anschaffungspreis sollte immer abhängig der absoluten Leistung stehen und in Bezug zur Nutzung in Jahren. Persönlichen Einschätzung haben bei einem objektivem Test nichts zu suchen oder sind explizit als solche zu erwähnen.
    Danke.

    • Natürlich fließen in einen Test auch subjektive Beurteilungen ein. Das machen wir seit 17 Jahren so und werden das sicherlich nicht ändern! Alles ist nicht messbar!

  3. die reaktion von herrn Findeis ist schon seltsam, imho fast schon überheblich!

    „dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.“
    wäre der kommentar von „L.H.“ besser, wenn ein name dabei stände?
    scheinbar denkt herr Findeis so, was ich aber nicht nachvollziehen kann.
    der kommentar is doch berechtigt, nüchternere einschätzungen ohne werbetexte wären m.m.n. begrüßenswert! da brauch sich keiner auf den schlips getreten fühlen, oder?
    wo soll den dem scheinbar unterbelichteten kommentar-schreiberIn ein licht aufgehen?

    btw: vielleich ist das im test unglücklich formululiert, aber wenn man (wie der artikelautor) den preis ignoriert kann man keine preis-leistungs-einschätzung machen. das sehe ich genauso wie „L.H.“, oder liege ich da falsch?

    zum monitor: interessant+bestimmt toll, aber außerhalb von meinem bedarf (nicht nur preislich). danke für den test!

    • Es steht dort „vermeintlich hohen Anschaffungspreis“. Das vermeintlich soll zum Ausdruck bringen, dass der Monitor zwar teuer ist, aber der Preis aufgrund der gezeigten Leistung absolut gerechtfertigt ist. Auch ein Redakteur gerät mal ins Schwärmen, wenn der Monitor so restlos überzeugt.

  4. Leider vergessen viele, dass ein Preis-/Leistungsverhältnis eben zwei Seiten hat. Allzu oft wird zuallererst nur auf den Preis geschaut. Geht der über das hinaus, was man im Kopf als „richtig und vernünftig“ empfindet, fällt das Gerät schon durch das Raster. Unterschiede auf der Leistungsseite sind auch nicht immer sofort transparent und werden durch das Marketing der Hersteller nur allzu gerne verschleiert.

    Wir schreiben unsere Tests ferner nicht nur für Leser, die gerne stundenlang nüchterne Zahlenkolonnen miteinander vergleichen oder ihren Monitor sowieso von der Firma bezahlt bekommen.

    Wer als Selbständiger sein Budget genau im Auge haben muss, für den ist die Frage nach dem Preis-/Leistungsverhältnis schon mehr als berechtigt. Wieso sollte man für einen Monitor knapp 2.000 EUR ausgeben, wenn man einen 27-Zoll-WQHD-Monitor auch für 450 EUR kaufen kann? Oder zumindest für knapp 1.000 EUR in Verbindung mit den Schlagworten: Grafikmonitor, Hardware-Kalibrierung, erweiterter Farbraum und 3D-LUT? Bei einem Anschaffungspreis von 1.000 EUR und mehr lohnt es sich, sich erst einmal mit den Unterschieden auf der Leistungsseite auseinanderzusetzen. Und darauf geben unsere Tests mehr als ausführlich Antwort. Hardware-Kalibration ist eben nicht gleich Hardware-Kalibration und 1.000 EUR mit Minimal-Garantie können richtig teuer sein, wenn das Gerät nicht hält, was es verspricht.

    Schaut man also über den Anschaffungspreis des EIZO CG279X von knapp 2.000 EUR erst mal hinweg, dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.

    Wir haben schon seit geraumer Zeit mit zunehmender Tendenz Konsumer-Monitore im Test, die einerseits in immer schwindelerregende Preisregionen aufstrebenden und andererseits eine teils schwer erträgliche Diskrepanz zwischen Marketing-Aussagen und Realität bei uns im Testlabor zeigen. Das kritisieren wir auch regelmäßig in den entsprechenden Test-Berichten.

    Das eher zurückhaltende Marketing von EIZO ist da schon alleine eine Wohltat. Schaut man auf die Leistung des EIZO CG279X kann man sich auch als Redakteur einer gewissen Begeisterung nicht erwehren. Wer unsere Tests tatsächlich liest, der weiß auch, dass wir derart uneingeschränkte PRAD-Empfehlungen höchst selten aussprechen.

  5. „Schaut man über den vermeintlich hohen Anschaffungspreis hinweg auf die Leistung, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei allen drei Modellen kaum zu schlagen.“

    Entschuldigung? Was soll mir dieser Satz sagen? Schaut über den Preis hinweg und betrachtet die absolute, sehr gute Leistung, ist auch die P/L herausragend?!?
    Bitte weniger von diesen Werbesätzen. Allgemein muss ich feststellen, dass ich die sachliche Seriösität und fachliche Distanziert in vielen Artikeln der prad der letzten Jahre zunehmend vermisse.
    Viele grüße

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