Test EIZO CG279X – Bildqualität in Perfektion
9/12

10
30241

ColorNavigator 7 Farbmanagement

3. Farbraum und Graubalance

In einem Farbmanagement-fähigen Workflow wird man meist auf Basis des nativen Monitorfarbraums arbeiten wollen. Das maximiert die Flexibilität. Alternativ steht eine Vielzahl an Standard-Farbräumen zur Auswahl. Falls das nicht reicht, können die farbmetrischen Daten der Primärfarben auch aus einem ICC-Profil extrahiert oder durch Vorgabe der xy-Normfarbwert-Anteile festgelegt werden.

Die Auswahlmöglichkeiten unter „Priority“ steuern den Kalibrationsvorgang in Bezug auf die Grau-Achse. Mit der Einstellung „Kontrast“ bleibt sie unverändert. Die LUT wird entsprechend nur im Hinblick auf den gewünschten Weißpunkt angepasst. „Standard“ optimiert Graubalance und Tonwertkurve, hebt den Schwarzpegel aber nicht an. Durch eine Entscheidung für Graubalance wird die maximal mögliche Neutralität erreicht. Das bedingt die Anhebung des Schwarzpegels, um Farbstiche auch in den absoluten Tiefen zu vermeiden.

ICC-Profile können dabei nach wie vor als v2- oder v4-Typ gespeichert werden. Allerdings wird diese Option jetzt global in den übergreifenden Einstellungen und nicht mehr pro Ziel getroffen. Ändert man später diese Option, ist keine neue Kalibrierung erforderlich. Die ICC-Profile im Farbmanagement des OS werden dann einfach von CN V7 ausgetauscht.

LUT-Profile werden nicht generiert (nur Shaper/Matrix). Angesichts der ausgezeichneten Linearität ist das verschmerzbar, zumal die Charakterisierung optional den tatsächlichen Schwarzwert des Monitors widerspiegelt.
Nach Verlassen der Kalibrierziel-Verwaltung kann man das neue Ziel einem Farbmodus zuordnen und dann den Kalibrierungsvorgang anstoßen.

CN V7: Graubalance und Farbraum (Screenshot)
CN V7: Graubalance und Farbraum (Screenshot)
CN V7: Zuordnung Ziel zu Farbmodus (Screenshot)
CN V7: Zuordnung Ziel zu Farbmodus (Screenshot)

Sofern vorhanden, kann man anstelle der internen Sonde auch ein externes Messgerät verwenden. Danach läuft der Kalibrierungsvorgang flott und selbsterklärend ab. Über den Verlauf wird man durch hübsch gemachte Animationen auf dem Laufenden gehalten. Die Zeit haben wir hier nicht mitgestoppt. Sie dürfte aber für einen kompletten Kalibrierungsdurchlauf deutlich unter fünf Minuten liegen. Verglichen mit vielen anderen Herstellern ist das ein Unterschied von Weltklasse-Athlet zu Altherrenmannschaft.

CN V7: Auswahl Messgerät (Screenshot)
CN V7: Auswahl Messgerät (Screenshot)
CN V7: Animierter Kalibrierungsvorgang (Screenshot)
CN V7: Animierter Kalibrierungsvorgang (Screenshot)

Am Schluss wird die Erreichung von wichtigen Parametern der Zielvorgabe gegenübergestellt. Optional kann man gleich noch eine Validierung anstoßen. Der Verlauf sämtlicher Vorgänge (Kalibrierung, Selbstkalibrierung, Validierung) wird dauerhaft gespeichert und ist übersichtlich einsehbar. So kann man sich auch später noch einen ausführlichen PDF-Bericht zu einem bestimmten Vorgang erstellen lassen.

Im professionellen Umfeld kann das Vorlegen eines Validierungsberichts in Verbindung mit farbkritischen Arbeiten im Kundenkontakt bares Geld wert sein. Die generelle Fogra-Zertifizierung des CG279X als Softproof-Monitor hatten wir ja schon erwähnt.

CN V7: Ergebnis und optionaler Start der Validierung (Screenshot)
CN V7: Ergebnis und optionaler Start der Validierung (Screenshot)
CN V7: Verlaufsanzeige pro Bildmodus (Screenshot)
CN V7: Verlaufsanzeige pro Bildmodus (Screenshot)

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus ColorNavigator heraus kalibriert (Color-Gamut „native“, Gamma 2,2, Farbtemperatur 6500 K, DUE „Uniformity“) und profiliert.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der EIZO CG279X zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance und die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Die Grafiken sprechen für sich. Insgesamt ist das Ergebnis sowohl bei den Farbwerten als auch bei den Grauwerten exzellent.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)
Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Auch die Grafiken zum Vergleich mit dem Adobe-RGB-Farbraum muss man eigentlich nicht mehr kommentieren. Ein in jeder Hinsicht erstklassiges und präzises Ergebnis. Das Gleiche gilt für den Vergleich mit dem DCI-P3-Farbraum, zu dem wir uns an dieser Stelle die Grafik sparen. Die Farbraumabdeckung liegt jetzt bei 97 % und ist ohne Wenn und Aber ebenfalls sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)
Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)

In sRGB, Adobe RGB und DCI-P3 treten aufgrund des großen Farbumfangs beim EIZO CG279X faktisch keine Out-of-Gamut-Farben auf. Einige gesättigte Tonwerte in ECI-RGB v2 können dagegen nur näherungsweise durch eine Abbildung auf die Farbraumgrenze dargestellt werden. Damit steigt auch die Gefahr von Tonwertabrissen in diesen Bereichen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

10 KOMMENTARE

  1. Für einen selten so präzisen Monitor in puncto „Farbleistung und Homogenität“ zahle ich gerne diesen Preis.
    Gerade als Profi, will ich meinen Kunden im ColorGrading nur verlässliche Filme und Trailer abliefern.
    Eine Tagesgage jenseits von 500€ erlaubt und berechtigt gerade zu nur das beste zu kaufen, da sehe ich neben EIZO wohl nur noch NEC Monitore.

    Klar, für den Anfang langt auch ein „farbtreuer“ Monitor anderer Hersteller, aber irgendwann macht man richtige Jobs mit Grading Panels und entsprechende Software.
    Klickt man nur in Premiere in Colorista rum und regt sich über den Preis hier auf, wird man nicht das Klientel für diese Sparte sein.

  2. Sorry
    Der Anschaffungspreis sollte immer abhängig der absoluten Leistung stehen und in Bezug zur Nutzung in Jahren. Persönlichen Einschätzung haben bei einem objektivem Test nichts zu suchen oder sind explizit als solche zu erwähnen.
    Danke.

    • Natürlich fließen in einen Test auch subjektive Beurteilungen ein. Das machen wir seit 17 Jahren so und werden das sicherlich nicht ändern! Alles ist nicht messbar!

  3. die reaktion von herrn Findeis ist schon seltsam, imho fast schon überheblich!

    „dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.“
    wäre der kommentar von „L.H.“ besser, wenn ein name dabei stände?
    scheinbar denkt herr Findeis so, was ich aber nicht nachvollziehen kann.
    der kommentar is doch berechtigt, nüchternere einschätzungen ohne werbetexte wären m.m.n. begrüßenswert! da brauch sich keiner auf den schlips getreten fühlen, oder?
    wo soll den dem scheinbar unterbelichteten kommentar-schreiberIn ein licht aufgehen?

    btw: vielleich ist das im test unglücklich formululiert, aber wenn man (wie der artikelautor) den preis ignoriert kann man keine preis-leistungs-einschätzung machen. das sehe ich genauso wie „L.H.“, oder liege ich da falsch?

    zum monitor: interessant+bestimmt toll, aber außerhalb von meinem bedarf (nicht nur preislich). danke für den test!

    • Es steht dort „vermeintlich hohen Anschaffungspreis“. Das vermeintlich soll zum Ausdruck bringen, dass der Monitor zwar teuer ist, aber der Preis aufgrund der gezeigten Leistung absolut gerechtfertigt ist. Auch ein Redakteur gerät mal ins Schwärmen, wenn der Monitor so restlos überzeugt.

  4. Leider vergessen viele, dass ein Preis-/Leistungsverhältnis eben zwei Seiten hat. Allzu oft wird zuallererst nur auf den Preis geschaut. Geht der über das hinaus, was man im Kopf als „richtig und vernünftig“ empfindet, fällt das Gerät schon durch das Raster. Unterschiede auf der Leistungsseite sind auch nicht immer sofort transparent und werden durch das Marketing der Hersteller nur allzu gerne verschleiert.

    Wir schreiben unsere Tests ferner nicht nur für Leser, die gerne stundenlang nüchterne Zahlenkolonnen miteinander vergleichen oder ihren Monitor sowieso von der Firma bezahlt bekommen.

    Wer als Selbständiger sein Budget genau im Auge haben muss, für den ist die Frage nach dem Preis-/Leistungsverhältnis schon mehr als berechtigt. Wieso sollte man für einen Monitor knapp 2.000 EUR ausgeben, wenn man einen 27-Zoll-WQHD-Monitor auch für 450 EUR kaufen kann? Oder zumindest für knapp 1.000 EUR in Verbindung mit den Schlagworten: Grafikmonitor, Hardware-Kalibrierung, erweiterter Farbraum und 3D-LUT? Bei einem Anschaffungspreis von 1.000 EUR und mehr lohnt es sich, sich erst einmal mit den Unterschieden auf der Leistungsseite auseinanderzusetzen. Und darauf geben unsere Tests mehr als ausführlich Antwort. Hardware-Kalibration ist eben nicht gleich Hardware-Kalibration und 1.000 EUR mit Minimal-Garantie können richtig teuer sein, wenn das Gerät nicht hält, was es verspricht.

    Schaut man also über den Anschaffungspreis des EIZO CG279X von knapp 2.000 EUR erst mal hinweg, dann wird vielleicht auch dem anonymen Kommentarschreiber noch ein Licht aufgehen.

    Wir haben schon seit geraumer Zeit mit zunehmender Tendenz Konsumer-Monitore im Test, die einerseits in immer schwindelerregende Preisregionen aufstrebenden und andererseits eine teils schwer erträgliche Diskrepanz zwischen Marketing-Aussagen und Realität bei uns im Testlabor zeigen. Das kritisieren wir auch regelmäßig in den entsprechenden Test-Berichten.

    Das eher zurückhaltende Marketing von EIZO ist da schon alleine eine Wohltat. Schaut man auf die Leistung des EIZO CG279X kann man sich auch als Redakteur einer gewissen Begeisterung nicht erwehren. Wer unsere Tests tatsächlich liest, der weiß auch, dass wir derart uneingeschränkte PRAD-Empfehlungen höchst selten aussprechen.

  5. „Schaut man über den vermeintlich hohen Anschaffungspreis hinweg auf die Leistung, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei allen drei Modellen kaum zu schlagen.“

    Entschuldigung? Was soll mir dieser Satz sagen? Schaut über den Preis hinweg und betrachtet die absolute, sehr gute Leistung, ist auch die P/L herausragend?!?
    Bitte weniger von diesen Werbesätzen. Allgemein muss ich feststellen, dass ich die sachliche Seriösität und fachliche Distanziert in vielen Artikeln der prad der letzten Jahre zunehmend vermisse.
    Viele grüße

Schreibe einen Kommentar zu Andreas Roth Antwort abbrechen