Test Monitor Asus PB248Q
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Kalibrierung – Teil 2

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Asus Pb248q Monitor Werk Srgb
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung.

Von einem unkalibrierten sRGB-Modus sollte man fairerweise nicht mehr erwarten als dieser 6500K-Modus bereits bietet. Tatsächlich haben die Entwickler auch nicht mehr herausgekitzelt, für das bloße Auge ist kein farblicher Unterschied zwischen beiden Einstellungen zu erkennen. Die Ergebnisse der Messsonde sind im Rahmen der Toleranzen ebenfalls praktisch identisch.

Im sRGB-Modus muss sich der PB248Q in vollem Umfang nach unseren Kriterien messen lassen, doch auch damit hat er keine Mühe. Spielend sichert er sich erneut eine gute Bewertung – bei unkalibrierten Geräten wird diese Note nur selten erreicht. Der Helligkeitsregler ist nicht gesperrt, es fällt aber auf, dass der sRGB-Modus bei gleicher Stellung des Helligkeitsreglers sichtlich dunkler als der 6500K-Modus ist. Eine Rolle spielt das nicht – wer die 45 cd/m² mehr auch noch braucht, der wechselt einfach zu 6500K.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Asus Pb248q Monitor Kal Srgb
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Vor der Kalibrierung mit iColor 3.8 und Xrite’s Colorimeter i1 Display Pro haben wir zunächst den Weißpunkt im Anwendermodus justiert. Grün und Blau mussten wir ein wenig absenken, die verloren gegangene Helligkeit war mit fünf Punkten beim Helligkeitsregler schnell wieder ausgeglichen. Der anschließend gemessene Gammawert von 2,23 war in Ordnung. Für die Farbkorrektur des Colorimeters wählten wir das von X-rite mitgelieferte White-LED Profil.

Die Charts zeigen, dass die Kalibration sehr gut gelingt. Die Abweichungen bei den Graustufen sind jetzt nur noch minimal, selbst der Rangewert liegt unter 1,0. Die Mischung der Buntfarben ist gleichfalls sehr gut, nur der typische Blau-Balken ragt deutlich hervor. Der Gammaverlauf hält sich jetzt gut an die Normkurve. Der Kontrastwert hat sich durch die Kalibration nicht verschlechtert.

Die große Farbraumabdeckung und die sehr gute Farbwiedergabe nach der Kalibrierung machen den PB248Q auch für farbkritische Anwendungen attraktiv. Trotz der ohnehin schon beachtlich guten Farbwiedergabe ab Werk sollten ambitionierte Käufer in jedem Fall die Beschaffung eines LED-tauglichen Colorimeters erwägen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Der Asus PB248Q löst nativ 1920 x 1200 Bildpunkte auf und bietet damit mehr Pixel in der Höhe als das verbreitete 16:9 HD-Videoformat mit 1920 x 1080. Bei Programmen und Spielen mit anderen Bildformaten oder begrenzten Auflösungen kann die Interpolationsfähigkeit des Monitors genutzt werden und zur Entlastung schwächerer Grafikkarten dienen.

Im Test zeigte sich der Asus eine gute Leistung. Zahlreiche 16:10 und 4:3 Formate werden sauber auf Vollbild interpoliert. Schwächen zeigt er lediglich bei der Interpolation von 16:9 Bildformaten. Hier treten häufiger oben und unten Ränder auf. Das FullHD-Format 1920 x 1080 gibt er recht sauber auf Vollbild interpoliert wieder.

Das einfache HD-Format 1280 x 720 wie auch 1600 x 900 zeigt er hingegen nur stark verzerrt und mit schwarzen Balken auf dem Bildschirm an. Hier kann man mit dem Wechsel von der Option Vollbild auf die 4:3-Darstellung eine verkleinerte, aber entzerrte Darstellung des Bildes erreichen. Leider wirkt damit die einfache HD-Auflösung von 1280 x 720 etwas klein und wird mit einem Rand von rund 4 cm dargestellt.

Im Menü Bildeinrichtung kann die Bildschärfe und das Seitenverhältnis zwischen Vollbild und 4.3 Ansicht gewechselt werden. Der voreingestellte Wert 50 für die Schärfe ist bereits gut gewählt.

Asus Pb248q Monitor Gitter Nativ
Asus Pb248q Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 in der 4:3 Ansicht.
Asus Pb248q Monitor Text Nativ
Asus Pb248q Monitor Text 720
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 in der 4:3 Ansicht.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei der Interpolation werden zusätzlich graue Bildpunkte eingefügt, die naturgemäß zu etwas dickeren Linien führen und einen leichten Unschärfeeindruck bewirken. Insgesamt macht das interpolierte Bild bei allen getesteten Auflösungen einen sauberen Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Texte mit fetten Buchstaben bleiben allgemein gut und sauber leserlich.

Reaktionsverhalten

Den PB248Q haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt gibt die Reaktionszeit mit 6 Millisekunden (GtG) an. Die Overdrive-Option heißt bei Asus TraceFree, wie immer kann sie in 20er Stufen von 0 bis 100 gewählt werden. Nach dem Reset ist TraceFree auf 60 voreingestellt.

In dieser Einstellung messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (rise + fall) mit 14,0 Millisekunden, der schnellste Grauwechsel benötigt 9,8 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 12,4 Millisekunden.

Asus Pb248q Monitor Response 60
TraceFree 60: Kurze Schaltzeiten für IPS, deutliche Überschwinger.

Der Helligkeitsverlauf im rechten Chart zeigt den Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent mit TraceFree 60. Die Folgen des schon recht aktiven Overdrive sind deutlich zu sehen, die aufsteigende und die abfallende Signalflanke enden beide in kräftigen Überschwingern. Die dunkleren Bildwechsel sind kaum langsamer als die hellen, das ist gut für die saubere Durchzeichnung schnell bewegter dunkler Szenen, wie sie in Spielen und auch Videos häufig vorkommen.

Asus Pb248q Monitor Response 100
TraceFree 100: noch etwas schnellere Schaltzeiten, starke Überschwinger.

In der höchsten Einstellung 100 verkürzen sich die Schaltzeiten durchschnittlich nur um 20 Prozent, dafür sind allerdings auch deutlich stärkere Überschwinger hinzunehmen (rechtes Chart). Die Gefahr von Bildartefakten bei schnellen Bewegungen wird dadurch sehr viel größer.

Schon in der Werkseinstellung 60 ist die Overdrive-Option für Gamer ausgelegt. Wer auf jede Millisekunde Wert legt, wird sogar die schnellste Einstellung 100 trotz der möglicherweise beeinträchtigten Bildqualität einmal ausprobieren. Den Nicht-Spielern empfehlen wir für statische Bilder ebenso wie für Videos lieber TraceFree 20.

15 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für den super Bericht. Allgemein mal ein Lob an diese tolle Seite, die sich Monitoren widmet, davon gibt es nämlich viel zu wenig!

    Ich habe eine Frage, auch wenn diese schwer zu beantworten sein wird, da es recht subjektiv ist. Ich mache mir etwas Sorgen, dass die Markierungen um den Displayrand sich als störend erweisen könnten. Das fände ich sehr schade, da der Monitor ansonsten voll meinen Anforderungen entspricht.

    Würdet ihr sagen, dass diese Markierungen sehr auffallen, oder sind diese eher dezent? Ich finde es recht schwierig, dies anhand der Fotos zu erkennen.

    Vielen Dank!

  2. No it is not normal 😉 The monitor name in the pdf document is wrong, but the data is correct. So you can ignore the display name.

  3. Hi,

    I beg your pardon, but when i read the „PDF-Datei“ colorimetric report it’s written PB278Q next to Test device, not PB248Q.
    Is it normal?

    Thanks

  4. Besten Dank für den aussagekräftigen Test. Ich wollte mir zum Mac Mini ein Display zulegen und war mir bezüglich der Größe und Preis-Leistung doch unsicher.

    Nach dem sehr positiven Bericht habe ich mir den PB 248q gestern mittag bei Jacobs Elektronik bestellt und heute mittag ist er bereits eingetroffen. Das nenn ich fix. Dank nach Karlsruhe.

    Der erste Eindruck ist „klasse Monitor“. Die Farben sind sehr gut und machen keinen übersätigten Eindruch. Verarbeitung und keinerlei Geräusche überzeugen mich!

    Mal sehen ob er sich für die Hobbybildbearbeitung eignet.

    Harzradler

  5. As we tested the monitors separately, it’s difficult to compare them now directly. Illumination an homogeneity is better on the Eizo. The Asus is a little bit less neutral but more sporty. I would rate the panel coating as medium. Focus setting could be of value but is of restricted range.

  6. Ein Glitzereffekt, wie er vor einigen Jahren bei einigen IPS-Panels zur Steigerung der Brillanz eingesetzt wurde, ist beim Asus nicht auszumachen.

  7. – I am comparing this to the Eizo EV2436W, would you consider them to be at a similar level price / quality wise?
    – The user manual states the possibility of disabling the power led (you wrote no option) can you check that out ?
    – Can you identify the panel maker ? is it a true 8 bit panel or 6bit+frc ? and the LUT ?
    – How would you rate the panel coating, light, medium or hard matte ?
    – If I get this monitor I will not have access to a colorimeter. If I do will you be kind and able to provide a calibrated ICC file and/or brightness, 6 axis hue/saturation, gain and offset settings (semi dark room) ?
    – Does it show true whites or are they tinted ?
    – How about >60hz (70/72Hz etc) refresh rates at the available resolutions on the dp/vga/hdmi/dvi inputs, is it possible?
    – Is pwm on for all brightness levels ?
    – how do you think the panel is able to achieve 9.400Hz (it is so much higher than any other similarly priced offer on the market) ?
    – Is focus setting on the display useful, have you tested it ?

    Thank you for your time

  8. Danke für den tollen Bericht! 🙂

    Darf ich fragen, wie es beim Asus PB248Q um die Entspiegelung bestellt ist? Beim NEC EA244WMi hatten Sie gesondert darauf hingewiesen, dass selbst bei naher Betrachtung kein Glitzern auszumachen ist. Wie sieht es im Vergleich dazu beim Asus aus? (Sofern ich diese Info nicht überlesen habe.)

    Hebt sich der Asus nicht von anderen Monitoren ab, sprich ist das Glitzern so stark, dass es empfindliche Personen stören könnte?

    Vielen Dank schon mal im Voraus!

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