Test Monitor BenQ BL2411PT
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Benq Bl2411pt Monitor Srgb 1
Benq Bl2411pt Monitor Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Die Farbraumuntersuchung zeigt, dass der sRGB-Farbraum mit 99 Prozent sehr gut abgedeckt wird.
Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Modus Standard, Farbeinstellung Normal, Gamma 3, Helligkeit 100 und Kontrast 50.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Benq Bl2411pt Monitor Werk Std
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung Standard Normal.

Die Werkseinstellung Standard Normal trifft die vorgegebene Farbtemperatur von 6500K recht genau. Sie bleibt bei allen gemessenen Graustufen in einem Bereich von +/- 100K, die deltaC-Abweichungen und auch der Rangewert sind dementsprechend sehr schön klein. Die Gammakurve ist flach bei 2,2 und somit nicht ganz normgerecht, aber akzeptabel. Bei den Buntfarben fallen nur die etwas erhöhten Abweichungen der drei Grundfarben RGB auf.

Für normale Arbeiten im Bereich Office, Internet und auch Video ist die Farbwiedergabe tadellos, selbst für farbverbindliches Arbeiten bekommt sie schon eine gute Bewertung, was bei Consumer-Monitoren recht selten vorkommt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der sRGB-Einstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Benq Bl2411pt Monitor Werk SRGB
Farbwiedergabe in der sRGB-Einstellung.

Der sRGB-Modus im OSD liefert exakt den gleichen Bildeindruck wie der zuvor beschriebene Standardmodus. Der Rückgang der Helligkeit im Messprotokoll ergibt sich nur, weil der Helligkeitsregler im sRGB-Modus auf 90 statt 100 voreingestellt ist. Die übrigen Messergebnisse variieren lediglich um kleinste Beträge.

Trotz unserer verschärften Bewertungskriterien im sRGB-Modus glänzt der BL2411PT schon ab Werk mit einer guten Note. Sehr gut auch: der Helligkeitsregler kann nach Belieben eingestellt werden, was viele Hersteller sperren. Für gelegentliches farbverbindliches Arbeiten ist diese Einstellung durchaus geeignet, solange man die kleinen Unregelmäßigkeiten beim Gammaverlauf und den RGB-Primärfarben einzuschätzen weiß.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Benq Bl2411pt Monitor Kal Srgb
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Vor der Kalibrierung mit iColor 3.8 und Xrite’s Colorimeter i1 Display Pro haben wir zunächst den Weißpunkt im Benutzermodus justiert, dafür mussten die Grün- und Blau-Regler um 1 bzw. 3 Punkte abgesenkt werden. Der anschließend gemessene Gammawert von 2,17 passte schon sehr gut. Für die Farbkorrektur des Colorimeters wählten wir das beigepackte White-LED Profil.

Die Charts zeigen, dass die Farbwiedergabe durch die Kalibration nochmals verbessert wird. Die Gammakurve folgt jetzt dem leicht ansteigenden Normverlauf, die Abweichungen bei den Graustufen sind durchweg noch etwas kleiner geworden. Noch viel deutlicher ist dies bei den Farben, hier bleibt nur der typische lange Blau-Balken übrig. Der Kontrastwert zeigt sich von der Kalibration völlig unbeeindruckt.

Nach der Kalibrierung kann der BL2411PT mit guter Farbwiedergabe auch bei farbkritischen Anwendungen überzeugen. Für die meisten Anwender werden die Verbesserungen gegenüber der ohnehin schon guten Werkseinstellung allerdings nicht den Kauf eines Colorimeters rechtfertigen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Der BL2411PT gibt einem eine einfache Möglichkeit des Bildformates: 16:10 wird automatisch im Vollbild angezeigt. Andere Seitenverhältnisse werden bei seitengerechter Darstellung auf die passende Größe skaliert, weitere Auflösungen wie das bekannte 1080p (1920 x 1080) leiden stark unter der Mini-Skalierung durch die Umrechnung der Pixel.

Kurios ist, dass beim Anschluss des DP-Kabels vom Computer automatisch die Auflösung 1920 x 1080 statt der nativen 1920 x 1200 gewählt wird, so muss man in den Einstellungen erst die native Auflösung auswählen. Dies liegt vielleicht aber auch an den Treibern. Per DVI tritt dies nicht auf und es wird sofort die native Auflösung gewählt.

Der vorhandene Bildschärferegler wirkt an allen Eingangssignalen, gelbe Farbsäume sind nicht wahrzunehmen. Der Einstellungsbereich geht von 1 bis 10, jedoch nimmt man ab Stufe 5 keine Veränderung der Schärfe mehr wahr, auch empfanden wir diese Stufe als optimale Einstellung.

Benq Bl2411pt Monitor Gitter Nativ
Benq Bl2411pt Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.
Benq Bl2411pt Monitor Text Nativ
Benq Bl2411pt Monitor Text 720
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.

Bei nativer Auflösung gibt es keine Klagen über die Schärfe, sie ist als sehr gut zu bezeichnen. Die Skalierung bei 1280 x 720 ist sehr leicht anhand der in grau angezeigten Pixel zu erkennen, welche durch die Umrechnung entstehen und eingefügt werden. Diese Skalierung ist im Falle des BL2411PT als doch sehr auffallend zu betrachten. Farbsäume sind dennoch keine wahrzunehmen.

Geht man andere Auflösungen durch, so sind die Ergebnisse durchgehend auf einem Niveau: Schriften, auch als fette Buchstaben ausgeführt, sind gut zu lesen, durch die Skalierung entstehen aber stärkere Füllungen der ansonsten leeren Räume.

10 KOMMENTARE

  1. Bei dem ATI CCC gibt es unter Farbtemperaturregelung eine Option „Extended Display Identification Data“. Bei anderen Treibern vermutlich ebenso. Wurde diese bei dem Test aktiviert?

  2. „Can you give us a little more information about the panel? Is it 6,8,10 bits, producer?“
    they use a LG LM240WU8-SLD1. 6-bit + Hi-FRC.
    kind regards – GV

  3. So you don’t have any information about the panel, no? (producer, number of bits, etc) Sorry for being so insistent, but I am considering this monitor in the near future! 🙂
    Thanks for the „moiré pattern“ info, it was a nice reading. 🙂

  4. Can you give us a little more information about the panel? Is it 6,8,10 bits, producer?

    PS: Why does the image flickers in the presentation video (at 2.00)?

  5. @semknot:
    Check page 3 where it says:
    „Betriebsgeräusch
    Während des Tests gab der Monitor im Betrieb keinerlei hörbare Geräusche von sich, weder bei maximaler noch bei abgedämpfter Helligkeit. Dies ändert sich aber, sobald der Eco-Modus sich einschaltet und der Monitor auf Stand-By und Auto-Aufwachen gestellt wird. Dann ertönt das von älteren Netzteilen bekannte hochfrequente Fiepen“

    This means (in free translation): „The monitor did not make any hearable noises during the tests, neither when checking with maximal, nor with minimal brightness settings. But this changed, as soon as the monitor activated it’s „Eco-Mode“ and when the monitor had been set to stand-by and auto-wake-up. In those cases the typical high-frequency cheeping occured, which is typical for some old-fashioned power supplies.“

    HTH!

  6. Nein sicher nicht 😉 Das ist ein Fehler in der Bildunterschrift, ich habe das entfernt. Wir testen alle Monitore mit digitaler Verbindung und kalibrieren sie natürlich auch. Die Ergebnisse sind ja im Test zu finden.

  7. Teil 4: Bildunterschrift „Menü Bild, Farbtemperatur (Nur VGA).“

    Bedeutet das etwa, dass man die RGB-Regler nur erreichen kann, wenn man den Monitor über DSUB angeschlossen hat?!
    Sprich: Ist eine anschließende Kalibrierung mit einem Colorimeter lediglich über die Grafikkarte möglich, wenn man DVI oder DP verwendet, ohne vorher den Monitor wenigstens über die RGB-Regler halbwegs einstellen zu können?

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