Test Monitor BenQ BL3200PT
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Automatische Drehung

Eine Besonderheit stellt die automatische Drehung des Bildes im Pivotbetrieb dar, ohne dass die Drehung manuell im Treiber der Grafikkarte aktiviert werden muss. Der Monitor besitzt dafür einen Lagesensor, der dies automatisch erkennt.

Hellblaues Licht

Der Hersteller hat sich beim Modus „Hellblaues Licht“ eine Möglichkeit einfallen lassen, um längeres Arbeiten ohne Anstrengung der Augen zu ermöglichen. Anstrengend soll danach vor allem das hellblaue Licht des Monitors sein, welches entsprechend reduziert wird. Wählbar sind vier unterschiedliche Modi mit einer entsprechend immer stärkeren Reduktion des hellblauen Anteils am Bild: Multimedia (-30 Prozent), Webbrowsen (-50 Prozent), Büro (-60 Prozent) und Lesen (-70 Prozent).

Subjektiv betrachtet war das Lesen in diesem Modus wirklich angenehmer, die Farbdarstellung war allerdings nicht mehr mit einer natürlichen Darstellung vergleichbar, so wurde weiß zum Beispiel eher gelblich dargestellt. Zum ausschließlichen Lesen reiner Texte, dürfte der Modus hilfreich sein.

CAD/CAM Modus

Dieser Modus ist uns bereits durch den kleinen Bruder BL2710PT bekannt und er funktioniert auch bei dem 32 Zoll Gerät gut. Der subjektive Kontrast wird in diesem Modus stark erhöht, um alle Details in einem Bild deutlich sichtbar zu machen. Dies funktionierte im Prinzip gut, allerdings werden die Farben dadurch stark verfälscht wiedergegeben, nicht unbedingt der Farbton selber, sondern vor allem die Sättigung.

Der Anwender muss sich daher entscheiden, ob er alle Details, zum Beispiel bei einer technischen Zeichnung, genau betrachten möchte oder ob eine farbverbindliche Darstellung erfolgen soll. Beide Bildmodi lassen sich aber auf eine Taste der Fernbedienung legen und so bei Bedarf schnell wechseln.

Bildqualität

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein: Helligkeit 100, Kontrast 50, Schärfe 5, Gamma 3 und die Farbtemperatur Normal. Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung der Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Wie üblich wurde die Helligkeit zu hoch voreingestellt, alle anderen Werte konnten aber überzeugen. Die Farben wirkten kräftig, der Kontrast hoch und die Darstellung insgesamt scharf. Bei der subjektiven Betrachtung kann das Bild voll überzeugen.

Benq Bl3200pt Monitor Grau
Graustufen und -verlauf.

Bei den Graustufen konnten im hellen und dunklen Bereich jeweils die letzten beiden Balken nicht mehr vom Hintergrund unterschieden werden, was ein gutes Ergebnis darstellt.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so wie man es mit bloßem Auge sieht, hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Die Ausleuchtung des Gerätes ist grundsätzlich sehr gut. Durch den sehr hohen Kontrast von deutlich über 2000:1 wirkt ein schwarzes Bild auch tatsächlich schwarz und nicht leicht aufgehellt, wie es bei Konkurrenzprodukten mit geringerem Kontrast häufig der Fall ist. Durch die Größe der Bildfläche kann aber schon bei frontaler Sicht ein Unterschied zwischen dem mittigen Bild und den beiden Seiten festgestellt werden. Der Kontrast nimmt seitlich deutlich ab und das Bild wird entsprechend aufgehellt angezeigt.

Benq Bl3200pt Monitor Schwarz1
Benq Bl3200pt Monitor Schwarz2
Ausleuchtung bei normaler und verlängerter Belichtung.

Um zu verdeutlichen, dass es sich dabei nicht um Lichthöfe handelt, haben wir bei gleicher verlängerter Belichtung zwei Aufnahmen mit einem seitlichen Blickwinkel aufgenommen. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Ausleuchtung nur ganz leicht wolkig ist, aber grundsätzlich auf einem guten Niveau liegt und die Abweichungen alleine durch den Blickwinkel erzeugt werden.

Benq Bl3200pt Monitor Schwarz3
Benq Bl3200pt Monitor Schwarz4
Ausleuchtung bei seitlicher Sicht und verlängerter Belichtung.

Bei einer Betrachtung von schräg oben wird eine mittige Abweichung im unteren Bereich verdeutlicht, die ansonsten aber nicht ins Auge gesprungen ist. Bis auf eine leicht wolkige Ausleuchtung ist ansonsten auch aus dieser Position eine gute Ausleuchtung zu erkennen. Der Kontrast nimmt bei extremeren Blickwinkeln aber entsprechend immer weiter ab. Klassische Lichthöfe sind uns dagegen nicht ins Auge gefallen.

Benq Bl3200pt Monitor Schwarz5
Ausleuchtung bei einer Betrachtung von schräg oben.nn

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Benq Bl3200pt Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf in der Werksauslieferung.

Der Hersteller gibt den Kontrast mit 3000:1 und die Helligkeit mit 300 cd/m² an. Beide Werte konnten im Test nicht ganz erreicht werden. Die maximal gemessene Helligkeit lag bei unserem Testgerät bei 284 cd/m², bei geringster Helligkeitsstufe waren noch 58 cd/m² messbar. Wenn die ersten beiden Messpunkte ignoriert werden, lag der Kontrast durchgängig über 2200:1 und konnte als Spitzenwert knapp 2600:1 betragen.

Der etwas unruhige Verlauf im Diagramm zeigt aber auch die Problematik der Messreihe. Mit unseren Messgeräten kann nur ein Schwarzwert mit zwei Nachkommastellen erfasst werden, für eine gleichmäßigere Verteilung wären aber drei Stellen sinnvoll. Es handelt sich daher eher um Messungenauigkeiten als um schlechte Einstellungen des Gerätes. Ein Kontrast von mindestens 2200:1 kann aber auch mit dieser Messmethode eindeutig belegt werden, wodurch eine sehr gute Note in diesem Bereich erzielt wird.

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... ist seit 2010 im Team und verfasst Testberichte für Monitore. Neben seinen Vorlieben für die Fotografie und der koreanischen Küche hatte er schon immer eine Leidenschaft für Computerspiele. Früher als reiner PC-Spieler und heute als Gamerscore-Jäger auf der Xbox.

15 KOMMENTARE

  1. Guter Test. Ich habe mir letzte Woche dieses Gerät zugelegt.
    Leider musste ich feststellen dass 2 oder mehr senkrechte Linien (Wie z. B. bei dem Namen „Willi“ die beiden Ls, bei gewissen Fonts mit wenig Abstand), die sehr nahe beieinander dargestellt werden, bei meinem Gerät zu Farbsäumen um die Linien führen, die ich mit den Einstellung bestenfalls abmildern aber nicht ganz beseitigen konnte.

  2. Mich würde interessieren, wieviele Farben der BenQ darstellen kann und auf welcher Technologie das beruht. Laut Produktdatenblatt sollen es 1,07 Milliarden sein, aber beruhen die auf einer 10-bit Technik? Ist eine entsprechende Grafikkarte wie NVidia Quadro erforderlich, um den vollen Farbumfang darstellen zu können?

  3. Danke.
    Also sind alle Monitore über 27″ für Gelegenheitsspieler.Frage ja nur weden dem Fazit.Demnach ist für Pro Gamer bei 27″ Ende.Oder ist das villeicht ein Kritikpunkt, den man „streichen“ sollte?Denn ich kann auch keinen über 27″ mit 120Hz geschweige denn 144Hz finden.
    LG.

  4. 32 Zoll Monitore mir 120 oder 144 Hz kenne ich nicht. Da dies unser erstes 32 Zoll Modell war, ist es schwierig in diesem Test Alternativen zu nennen. Für Hardcoregamer ist wohl eher die Latenz eine KO Kriterium.

  5. Schöner Testbericht.
    Es wäre schön wenn es auch Beispiele für Alternativen geben würde.
    Sie schreiben der Monitor ist nicht für „Hardcoregamer“ geeignet.Wegen der fehlenden 120Hz Unterstützung.
    Nun, welcher 32″ Monitor ab dieser Auflösung macht das denn?
    Lg.

  6. Also Schrift und Icons sind beim BenQ kleiner als beim Dell. Der Dell hat ein Pixelgröße von 0,303 und der BenQ von 0,276 – also eher wie ein 24 Zoll-Gerät. Wenn es noch größer sein soll, dann käme nativ ein Full HD 28 Zoll Gerät in Frage, was eine Pixelgröße von 0,32 besitzt.

  7. Hallo @ all,

    Danke für den Test. Ich besitze noch einen guten alten Dell 2709W mit S-PVA Panel und 16:10. Duch altersbedingte Weitsichtigkeit fällt es mir schwieriger ohne Brille am PC zu arbeiten. Deshalb suche ich einen größeren Monitor, der aber eine nicht zu hohe Auflösung besitzt. Sind Icons und Systemtexte bei so einem Gerät eigentlich physikalisch größer oder kleiner in der nativen Auflösung (DPI-Skalierung kommt für mich nicht in Frage)?

    Ist die Panelqualität (Schwarzwert, Gleichmäßigkeit der Beleuchtung, Kontrastumfang) mit der meines Monitors mit S-PVA Panel vergleichbar, oder müsste ich da große Abstriche machen?

    MfG

    Black Widowmaker

  8. Danke für den Test. Der Monitor ist aber in Deutschland seit ca. 6 Wochen nicht mehr zu bekommen. Hab den seit dem 25.06. bei einem Händler in Vorbestellung.

    Auf Anfrage bei Benq Deutschland erhielt ich folgende Antwort: “ Aufgrund einer Panelshortage und der großen Nachfrage kommt es leider zu Lieferengpässen bei diesem Model. Bitte entschuldigen sie die Verzögerung…“

    Weiterhin leider kein Liefertermin.

    Traurig für einen Hersteller dessen Kerngeschäft unter anderem Monitore sind.

  9. Sehr guter Test, ich habe schon lage darauf gewartet. Danke.

    Beim Video „Big Bucks Bunny“ ist beim Wechsel zu besonders hellen Szenen eine Änderung der Helligkeit sichtbar. Ist diese Änderung auf die Kamera, die das ganze filmt, zurückzuführen oder ändert der Monitor die Helligkeit eigenständig.

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

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