Test Monitor Eizo CG246
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UDACT („UGRA-Test“)

Vor dem Test haben wir den Bildschirm auf folgende Zielwerte kalibriert, die den Empfehlungen der UGRA für Softproofing-Aufgaben entsprechen (alternativ: L*-Gradation):

Helligkeit Weißpunkt (CCT) Weißpunkt (XYZ) Gradation
Ziel 140 cd/m² 5800K 95.37 100.00 Gamma 1.8

Der CG246 erhält die Zertifizierung problemlos. Aufgrund der Hardwarekalibration werden im ICC-Profil keine LUT-Korrekturen für die Grafikkarte hinterlegt und damit auch keine Tonwertverluste ausgewiesen.

Eizo Cg246 Monitor Udact
Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Softwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Color Navigator 6

Hardwarekalibration

Color Navigator wurde von Eizo konsequent zu einem mächtigen Kalibrationswerkzeug weiterentwickelt, ohne die Bedienbarkeit zu beeinträchtigen. Der Benutzer definiert zunächst ein Ziel und stößt dann die Hardwarekalibration an. Zwischen bereits kalibrierten Zielen kann später einfach per Mausklick gewechselt werden. Die flexible Farbraumemulation ist in diesen Ablauf voll eingebunden.

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Wir beschreiben nachfolgend kurz den Ablauf für das Anlegen eines neuen Ziels mit manueller Eingabe der Daten. Alternativ können bereits vorhandene Ziele verändert oder farbmetrische Daten aus ICC-Profilen ausgelesen werden.

1) Farbumfang: In einem farbmanagementfähigen Workflow wird man meist mit dem nativen Monitorfarbraum arbeiten wollen. Alternativ können die farbmetrischen Daten der Primärfarben aus einem ICC-Profil oder durch Vorgabe der xy-Normfarbwertanteile festgelegt werden.

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2) Leuchtdichte und Weißpunkt: Der Benutzer kann zwischen verschiedenen Voreinstellungen in Kelvin und der individuellen Definition in xy-Normfarbwertanteilen wählen.

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3) Schwarzpegel: Der Schwarzpegel kann auf Wunsch definiert angehoben werden.

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4) Gradation und Graubalance: Für die Kalibration stehen zunächst Gamma-Gradationen (1.0 bis 2.6) und die L*-Charakteristik zur Auswahl. Leider verzichtet Eizo auf eine Direktauswahl der sRGB-Gradationskurve. Individuelle Gradationskurven können aber durch die Vorgabe des entsprechenden Arbeitsfarbraumprofils unter 1) oder das Laden einer Textdatei (CSV) mit entsprechenden Zuordnungen definiert werden.

Die Auswahlmöglichkeiten unter Priority steuern den Kalibrationsvorgang in Bezug auf die Grauachse. Mit der Einstellung Contrast bleibt sie unverändert. Standard optimiert Graubalance und Gradation, hebt den Schwarzpegel aber nicht an. Durch eine Entscheidung für Gray balance wird die maximal mögliche Neutralität erreicht. Das bedingt die Anhebung des Schwarzpegels, um Farbstiche auch in den absoluten Tiefen zu vermeiden.

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5) Targetname und -typ: Abschließend wird ein Name für das Kalibrationsziel vergeben. ICC-Profile können als v2- oder v4-Typ gespeichert werden. Außerdem ist es möglich, die Tonwertkurve auch bei Auswahl einer Gamma-Gradation im Profil als Tabelle mit zahlreichen Stützstellen zu speichern.

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6) Das Ziel wird nun mit einem der zur Verfügung stehenden Messgeräte kalibriert und profiliert und auf Wunsch am Ende validiert.

Profilvalidierung

Die Profilvalidierung in Color Navigator geht in ihrer Funktionalität für Bildschirme der CG-Reihe deutlich über einfache Umsetzungen hinaus. In einem ersten Schritt können simple RGB-Ziele definiert, angezeigt und vermessen werden. Die farbmetrischen Daten dieser Farbmuster werden dann mit den Maßzahlen verglichen, die sich aus entsprechenden Transformationen auf Basis des Bildschirmprofils ergeben. Dieser Soll-Ist Vergleich zeigt, wie gut die Kalibrationsziele erreicht und wie präzise die aktuelle Charakteristik im Profil erfasst werden konnten.

Die Auswahl beschränkt sich aber nicht nur auf RGB-Farbmuster. Optional können CYMK-Ziele definiert werden. Das erinnert an die Vermessung des ugra/fogra Medienkeils durch das UDACT der Ugra. Die Zielwerte liegen hier aber direkt in Lab vor und werden dann in Bildschirm-RGB transformiert. Eizo greift auf ein externes CMS zurück. Daher müssen Adobe Photoshop (ab CS1) oder Adobe Acrobat (ab Version 7) installiert sein. Die eigentliche Messung erfolgt, nach manuellen Voreinstellungen durch den Benutzer, vollautomatisch. In Adobe Photoshop wird auf die Softproof-Anzeige mit Papierfarbensimulation zurückgegriffen. Damit werden unter anderem alle Dynamikanpassungen bei der Wandlung in Bildschirm-RGB unterbunden.

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CMYK-Validierung über Adobe Photoshop.

Korrektur für Colorimeter

Bei Einsatz eines Colorimeters ist zu beachten, dass diese Geräte zwangsläufig nur auf bestimmte spektrale Normale korrigiert sind. In den „Preferences“ verbirgt sich unter dem Punkt „Measurement Device“ die von Eizo in Color Navigator hinterlegte Korrektur für die unterstützten Colorimeter.

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Wir haben im Folgenden die Auswirkungen der Auswahl „Color Management“ gegenüber „No Compensation“ getestet. Zu diesem Zweck haben wir jeweils eine Kalibration mit dem X-Rite DTP94 durchgeführt und das Ergebnis mit dem X-Rite i1 Pro verifiziert.

Kalibrationsziel DTP94* DTP94 (Korrektur)*
Weißpunkt / CCT Kelvin D65 (~6502K) 6926 6073
Weißpunkt XYZ (normalisiert) 95.04 100.00 108.88 89.05 100.0 104.92 93.64 100.0 99.14
DeltaE in Bezug zum Ziel 11,02 6,63
DeltaE zur Blackbodykurve** 0,08 12,15 3,32

* Messung mit X-Rite i1Pro / ** CCT Bezug

Mit aktivierter Korrektur liefert das X-Rite DTP94 eindeutig exaktere Ergebnisse. Allerdings ist der absolute Fehler – auch unter Berücksichtigung, dass das i1 Pro keine ideale Referenz ist, und das verwendete Colorimeter ebenfalls Schwankungen unterliegt – noch relativ groß. Eine akademische Feststellung: Schließlich wird man in den meisten Fällen auf die gut angepasste interne Sonde zurückgreifen. Andernfalls sollte man ein moderneres Colorimeter einsetzen.

7 KOMMENTARE

  1. Noch ein allgemeiner Kommentar zum Thema Geräuschentwicklung bei (IT-)Geräten. Es ist leider so, dass die Leute, die nicht so empfindliche Ohren haben wie andere, das manchmal als ziemliche „Anstellerei“ wahrnehmen, wenn man sich über ein „flüsterleises“ Geräusch beschwert. Andere Leute haben aber leider empfindlichere Ohren. Und wenn es auch nicht darum geht, dass man vom Lüftungsgeräusch eines Notebooks oder Monitors direkt „weggeblasen“ wird, so nervt es doch einfach tierisch, dieses monotone Surren/Rauschen/Fiepen den lieben langen (in meinem Fall) 8 bis 14 Stunden dauernden Arbeitstag, Tag für Tag für Tag für Tag…, um die Ohren zu bekommen.

    Und für empfindlichere Ohren ist es leider auch keine Alternative, einfach die ganze Zeit mit lauter Musik gegenzusteuern — das nervt ja noch mehr. Nicht in den ersten 15 Minuten, klar. Die ersten 2 bis 3 Stunden werden auch noch OK sein — aber irgendwann geht’s einem einfach auf die Nerven.

    Eine Lösung könnte darin bestehen, mehrere Tage hintereinander die Disco zu besuchen, und die Ohren abwechselnd direkt an die Basslautsprecher zu halten, so lange bis man seine Ohren auf eine einigermaßen „allgemeinverträgliche“ Unempfindlichkeit runtergewirtschaftet hat. 😉 Aber das dürfte für die meisten meiner „Leidensgenossen“ auch keine Alternative sein. Wir *hören* einfach das Surren der Netzteile, das Rauschen der Notebooks und das Fiepen der Lichtdimmer. Das können sich einige Leute nicht vorstellen, weil sie selbst es eben nicht hören, und gehen davon aus, dass sich hier völlig überzogen angestellt wird. Aber wenn man zu den betroffenen „Katzenohren“ gehört, dann ist man für jedes Gerät dankbar, dass keine zusätzlichen Geräusche verursacht.

    Da die neuen EIZOs offenbar alle Lüfter verbaut haben, werde ich nach rund 20 Jahren EIZO-Fanschaft mich wohl leider anderweitig umsehen müssen. 🙁 Sehr schade… wird nicht einfach werden, was adäquates zu finden.

  2. Na ja wir haben noch Meinungsfreiheit und ich denke jeder wird erkennen, dass es sich hier um eine maßlose Übertreibung handelt. Jeder hat ein anderes Empfinden und solche Monitore werden in der Regel im Kreativ-Büro eingesetzt. Da wird es kaum so still sein, dass man den Lüfter hört. Wer aber einen absolut auf leise getrimmten Rechner hat, vermag den Lüfter bei absoluter Stille wohl wahrnehmen.

  3. 6 Lüfter in meinem PC selbst wenn dieser im Vollastbetrieb läuft…

    solche Behauptungen können geschäftsschädigend sein. Das mit dem Lüfter kann kaum sein und man muss hier aufpassen, dass man nicht wegen unlauterem Wettbewerb drankommt. Ich kann bei meinem EIZO nichts hören und bin sicher nicht schwerhörig. Von wegen 6 Lüfter. Ich bitte Sie, diesen Text zu überprüfen und gegebenenfalls zu entfernen, danke

  4. Das Lüftergeräusch im CG246 macht konzentriertes Arbeiten in ruhiger Umgebung praktisch unmöglich. Ein absolutes No Go für einen Monitor dieser Preisklasse. Das Lüfterrauschen übertönt die 6 Lüfter in meinem PC selbst wenn dieser im Vollastbetrieb läuft. Der Lüfter selbst ist zudem nicht temperaturgeregelt, läuft also unabhängig von der Umgebungstemperatur stets mit voller Lautstärke.

  5. CG246 – Lüftergeräusch! Trotz dieses sehr informativen Test bestand weiter die Unsicherheit wegen der Geräuschwahrnehmung. Denn die Einsatzumgebung ist normal/nicht störend. Bei üblichen Grafikkarten-Test werden Lüftergeräusche in dB gemessen, in diesem Test leider nicht.
    Zum Geräusch dieses Eizo CG246 mit Lüfter. PC unter dem Tisch, Dell XPS 630i (Grafikkarte Quadro 2000) > leises Summen.

    Meßwerte :

    PC AUS – Meßwert 35 dB – CG246 AUS

    PC AN – Meßwert 42 dB – CG246 Aus

    PC AN – Meßwert 43 dB – CG246 AN

    Mein subj. Empfinden, CG246-Lüftergeräusch erhöht nicht das übrige Grundgeräusch, Differenz kaum meßbar, sehr gut!

  6. Die Wahrnehmung ist in diesem Fall doch unterschiedlich. Auch wenn der Lüfter durchaus hörbar ist, von unangenehme kann keine Rede sein. Zumal es sich hier um einen Grafikmonitor für den Produktiveinsatz und weniger für das Schlafzimmer handelt.

    Auch wenn die LED-Technologie weniger Wärme entwickelt, so kommt hier sehr komplexe Technik zum Einsatz. Eine Erwärmung wäre absolut kontraproduktiv für die Bildstabilität und bei der Entwicklung stand die Bildqualität sicherlich vor der Geräuschentwicklung.

  7. Ich habe den fast baugleichen CX240 auf Grund der Geräuschentwicklung sofort wieder zurückgeschickt. Ich bin fast vom Stuhl gefallen nach dem Anschalten. Ein Lüfter hat in einem Monitor von der Größe nicht verloren. Ein Gerät dieser Preisklasse soll einfach ein vernünftiges Bild machen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Jeder aktuelle Aldi-PC ist leiser. Für den Betrieb im Schlafzimmer absolut untauglich. Mein Tinnitus hat sich gleich bedankt, als ich den Monitor wieder ausgeschaltet habe. Das sollte mein dritter Eizo werden und mir den Traum von einem hardwarekalibrierbaren Monitor erfüllen. Leider wurde er zum Alptraum. Wie man bei weniger Wärmeentwicklung (LED Technik) einen Lüfter verbauen kann, der noch dazu unentwegt gleichmäßig pustet (keine Temperaturregelung), ist mir ein Rätsel. Das Geräusch hört man noch in 4 Meter entfernung – meinen Core i2600k mit GeForce 56ooTi nicht. Dazu kommt, dass so ein Monitor im Gegensatz zum Rechner direkt vor der Nase steht. Das es auch anders geht, beweisen CG245 wie auch die entsprechenden NEC-Geräte. Eine diesbezügliche Anfrage an Eizo hat bis heute zu keiner Antwort geführt. Schade, wirklich schade. Ich bin fassungslos (immernoch).

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