Test Monitor Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle
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Interpolation

Das Anzeigemodus-Menü, zu erreichen über „Menü -> Bildeinstellung (das zweite Menü ‚Bildeinstellung‘ als Punkt 6 von oben) -> Anzeigemodus“ hält neben „Vollbild“ noch „Seitenverhältnis“, „1 zu 1“ und verschiedene simulierte Bildschirmgrößen bereit. Andere Auflösungen als die native aktivieren die Wahlmöglichkeiten „Seitenverhältnis“ und „1 zu 1“. Bei „Seitenverhältnis“ wird das Bild auf die komplette Panel-Höhe interpoliert und seitengerecht mit Balken rechts und links dargestellt. „1 zu 1“ zeigt das Bild zentriert in der tatsächlich gewählten Auflösung. Zwar wird das Fenster schon bei der HD-Ready-Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten recht klein auf dem großen Display dargestellt, aber es greift tatsächlich keine Interpolation, und das Bild zeigt sich in einer perfekten Schärfe.

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Osd Anzeige
Das Anzeigemenü hält unter anderem simulierte Bildschirmgrößen bereit

Die simulierten Display-Größen beinhalten zusätzlich ein Seitenverhältnis. Bei 17 und 19 Zoll wird das Seitenverhältnis 5:4 angezeigt, während alle anderen ein Seitenverhältnis von 16:9 zeigen. Die Wahl dieser Optionen ergibt demnach nur Sinn, wenn die gewählte Auflösung auch diesem Seitenverhältnis entspricht.

Möglichkeiten existieren also genug, um flexibel auf verschiedene Auflösungen zu reagieren. Wir testen die Interpolation des Iiyama GB2760QSU bei Vollbild anhand eines fein aufgelösten Gitters. Dieses erscheint bei der nativen Auflösung natürlich maximal detailreich. Bei der nächst kleineren Auflösung von 1920 x 1080 Pixel sind auch die feinen Striche im linken unteren Kästchen noch allesamt zu sehen, wirken aber nicht mehr so fein, da bereits weitere graue Pixel hinzugefügt werden mussten, um den Platzgewinn zu kompensieren. Das Gleiche ist bei dem Kreuz mittig der Testgrafik zu beobachten, das dadurch nun leicht unscharf wirkt. Die Qualität der Interpolation ist aber ordentlich. Unter „Bildeinstellung -> Schärfe“ kann die Schärfe von 1 bis 5 angepasst werden. „1“ steht für scharf und „5“ für weich. In den Werkseinstellungen ist die Stärke 3 vorgegeben. Hier konnten wir allerdings auch bei Stärke 1 keine Besserung feststellen. Im Gegensatz wirkt Stärke 5 dagegen sehr matschig.

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Gitter Nativ
Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Gitter 1080
Testgrafik: Links nativ (Vollbild), rechts 1920 x 1080 (Vollbild)

Bei der Textwiedergabe sind die Unterschiede marginaler. Sicherlich wirken die Ränder bei nativer Auflösung klarer und schärfer. Doch auch bei fettem Text in 7 Punkt bleibt Schrift sehr gut lesbar und läuft nur minimal zu. Auch hier bringt eine Schärfung über die Einstellungsebene keine sichtbare Veränderung.

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Text Nativ
Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Text 1080
Textwiedergabe: Links nativ (Vollbild), rechts 1920 x 1080 (Vollbild)

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrophotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Srgb1
Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Srgb2
Abdeckung des sRGB-Farbraums

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Der Iiyama GB2760QSU deckt vor der Kalibrierung 86 Prozent und nach der Kalibrierung 92 Prozent sRGB ab. Das ist eine befriedigende bzw. gute Leistung.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Bildmodus „Aus“, Gamma 2,2, Helligkeit 80 und Kontrast 80.

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Native
Graubalance in der Werkseinstellung

Die Graubalance ist „out of the box“ gut gelungen. Mit einem durchschnittlichen Delta C von 1,12 und einer Range von 1,31 kann man bei einem unkalibrierten Gaming-Display absolut zufrieden sein. Auch die Gammakurve verläuft bei einem Mittel von Gamma 2,26 schon hier ordentlich. Einzig die Farbtemperatur ist mit 7100 Kelvin etwas zu kühl geraten.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Srgb
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung

Der Iiyama GB2760QSU verfügt nicht über einen dedizierten sRGB-Bildmodus. Daher haben wir die gleichen Einstellungen verwendet wie bei der Graubalancemessung. Bei den Grauwerten wird dementsprechend auch ein ähnliches Ergebnis erreicht. Die bunten Farben sind nicht so gut gelungen und zeigen mit einem Delta E94 von 3,67 deutliche Abweichungen, die keine befriedigende Wertung mehr zulässt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der Iiyama GB2760QSU aus Quato iColor Display heraus kalibriert (Bildmodus „Aus“, Gamma 2,2) und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

15 KOMMENTARE

  1. Nach deiner Therorie müsste es also auch den Fall geben, dass ein unwissender Grafiker ein viel kleineres Bild einsetzt als der Monitor tatsächlich darstellen könnte.

    Somit würde das Gegenteil eintreten und man würde durch vermeintliche Unwissenheit im eigenen Haus, das eigene Produkt negativer bewerben.
    Diese Situation schon gehabt?

    Bei Iiyama ist die Täuschung btw identisch wie bei LG.
    Hättet ihr nämlich die Rückseite des Kartons zum Testbericht verwendet, so hättet ihr die manipulierte Grafik auch auf dem Karton gesehen!

    Die Irreführung zieht sich somit von der Iiyama Internetseite, über den Onlineshop von dem der Monitor bestellt wird, bis zur Lieferung nach Hause.
    Erst wenn der Monitor angeschlossen wird merkt
    man den Beschiss…

  2. Keine Frage, ist nicht gut. Aber bei LG war das damals deshalb etwas kritischer, weil sie diese bearbeiten Bilder auch für den Karton des Displays verwendet haben. Wie gesagt auf den Pressebildern und auf den Webseiten ist das tatsächlich üblich, denn hier werden von Grafikern speziell erstellte Motive verwendet. Ich denke auch nicht, dass hier eine offensichtliche Täuschung herbeigeführt werden soll. Der Grafiker hat keine Ahnung, die Leute die die Webseite erstellen auch nicht, hier ist der Hersteller gefordert. Uns hat das deshalb wohl auch etwas abstumpfen lassen.

  3. eine irreführende geschäftliche Handlung ist auch dann gegeben, wenn Informationen bewusst weggelassen werden.
    Da iiyama vermutlich nicht ausversehen das Bild des Monitors bis an den schmalen Rand mappen lässt,
    kann man davon ausgehen, dass man sich damit bewusst vor den Mitbewerbern positionieren möchte.

    Kaufentscheidend kann dies allemal sein.

    Als „üblich“ würde ich diese Geschäftspraktik daher absolut nicht sehen, obgleich es in der Vergangenheit auch schon andere Anbieter getan haben.

    Vor Jahren gab es dies auch schon bei der LG Flatron Reihe.
    Hier bei Prad wurde auch eins dieser Modelle getestet, seinerzeit wurde aber gezielt auf diesen
    schwarzen Rahmen hingewiesen im Test.

    http://www.prad.de/new/monitore/test/2012/test-lg-ips277l-bn.html

    Tut mir leid, aber auf so eine Irreführung muss hingewiesen werden und eigentlich auch negativ in die Gesamtwertung einfließen.

    Wie sonst soll der Verbraucher sich ein neutrales Bild von einem Produkt machen?

  4. Bei den Produktbildern setzen die Grafiker einfach Bilder ein. Ungut aber leider üblich, ich denke aber auch auf der Iiyama Webseite wird nirgendwo behauptet, dass das Bild bis an den Rand geht. Obwohl wir das nicht im Text erwähnt haben, da es eben normal ist, kann man es auf dem 1. Bild unter Optik und Mechanik ganz klar erkennen. Noch besser wenn man es vergrößert.

  5. Sehr geehrtes PRAD-Team,

    der Test des „Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle“
    ist ja durchweg positiv ausgefallen,
    scheinbar kann man mit der Wahl dieses Monitors
    nichts falsch machen.

    Was mich dann aber bei all der akribischen Prüfung
    des Monitors stutzig macht, es wird in keiner Zeile darauf hingwiesen, dass Iyama diesen Monitor
    anderst bewirbt als er in Wirklichkeit ist.

    In eurem Artikel steht:
    „… wurde auf ein rahmenloses Design zurückgegriffen. Das heißt, dass das Panel oben und an den Seiten von einem nur 1 mm schmalen Kunststoffrahmen eingefasst wurde.“

    Dass hier aber zusätzlich an den Seiten und dem oberen Rand nochmals, ein nicht zur Darstellung nutzbarer Rand von ca. 5-6mm kommt, wird nicht erwähnt?!?

    Auf der Produktseite wirbt Iyama mit der Darstellung, das Bild des Monitors würde
    bis an den 1mm schmalen Rand hinaus laufen.
    Im direkten Bildvergleich mit anderen Monitoren ein klarer, optischer Vorteil.

    Technisch ist das aktuell nicht möglich, dennoch
    suggerieren die Produktbilder dies.

    Somit ist das irreführende Werbung und nicht zulässig.

    Wieso kein Wort darüber im Testbericht??

  6. laut Messergebnisse nur in geringer Weise. Allerdings sind an HDMI auch nur 60Hz möglich. Die bessere Wahl ist hier entweder DVI oder DP aufgrund der höheren möglichen Aktualisierungsrate, was sich enorm positiv auf das Spielerlebnis niederschlägt!

    Viele Grüße
    Oliver

  7. Hallo paskff,

    wir schließen Messfehler mittlerweile aus, da wir jetzt mit zweierlei Messmethoden arbeiten. Zunächst mit der von uns entwickelten Messmethode und zusätzlich mit dem „Leo Bodnar Lag Tester“ Hier liegen beide Testergebnisse nicht weit auseinander, so dass man von einer Gesamtlatenz zwischen 10,8 und 11,2 Millisekunden ausgehen kann. Ich persönlich habe nichts von einer merkbaren Latenz gespürt. Ich muss allerdings auch erwähnen, dass ich kein professioneller E-Sportler bin. Bei 11 Millisekunden wird dies meiner Meinung nach auch nur solchen Menschen auffallen, wenn überhaupt. Solltest Du also nicht zu dieser Spezies gehören, kannst Du problemlos auf diesen Monitor zurückgreifen. Ich hoffe, dass ich ein wenig behilflich sein konnte.

    Viele Grüße
    Oliver

  8. Hallo @Oliver Jachmann
    wäre für mich interessant, jedoch wirkt die Gesamtlatenz wegen der Signalverzögerungszeit von „11,2“ ms etwas hoch.
    Ist dies für schnelle Spiele als kritisch einzustufen? Der Monitor wird als Gaming-Monitor beworben.
    Die anderen schnellen Monitore die hier getestet wurden, z.B. AOC AG241QX, Asus PG258Q oder Asus PG248Q, weisen Signalverzögerungen von 1,2 – 3,7 ms auf. Selbst der hier getestete AOC AG271QG, mit IPS-Panel und g2g Reaktionszeit von 4 ms, hat eine deutlich geringere Signalverzägerungszeit von 2 ms.
    Kann dies ein Messfehler beim Iiyama GB2760QSU-B1 sein?
    MfG

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