Test Monitor Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle
7/8

15
49108

60-Hz-Spielbetrieb

Da Spielekonsolen weder mehr als 60 Hz zeigen noch etwas mit FreeSync anfangen können, testen wir das Display zunächst bei dieser Aktualisierungsrate. Sicherlich zeigt es bei solch einer Bildfrequenz nicht das saubere flüssige Bild, wie es diejenigen gewohnt sind, die am Computer schon einmal 144 Hz erlebt haben. Trotzdem zeigt es durch die gute Reaktionszeit ein nicht so verwischtes Bild, wie es schon bei einigen anderen Monitoren zu sehen war. Der Overdrive sollte aber in den Werkseinstellungen auf Stufe „0“ belassen werden, da starke Bildfehler bei den höheren Stufen produziert werden. Hier zeigen sich leichte Bewegungsartefakte, die aber nicht so stark wiegen wie die heftige Korona an kontrastreichen Kanten.

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Korona
Starke Koronabildung bei höchster Overdrive-Stufe („+2“)

Zwar gibt es auch schon bei Stufe „0“ leichte Bildfehler, die sich aber nicht störend auf das Spiel auswirken. Bei den genannten Bedingungen macht der Iiyama GB2760QSU auch an Spielekonsolen eine gute Figur.

144-Hz-Spielbetrieb

Hier erlebt man die sehr gute Performance des Displays mit einer sehr guten Performance. Das Bild fühlt sich durch die Flüssigkeit des Ablaufs und die Klarheit sehr real an. Auch FreeSync macht seine Arbeit sehr gut und eliminiert Tearing zuverlässig im Bereich von 40 bis 144 Hz. Dabei fällt es nicht ins Gewicht, ob die Grafikkarte 80 oder 144 fps liefert, wobei letzteres durch das WQHD-Panel mit 2560 x 1440 Pixel sowieso schwer zu erreichen sein wird. Wer eine schwächere Grafikkarte besitzt, kann auch die Auflösung auf HD-Niveau absenken, um höhere Bildfrequenzen zu erreichen. Der Qualitätsverlust ist hier noch nicht hoch. Auch hier sollte der Overdrive auf „0“ belassen werden, da maximaler Overdrive eine starke Korona um kontrastreiche, schnell bewegte Objektkanten legt.

FreeSync

AMDs FreeSync hat uns in der Vergangenheit nicht immer überzeugt. Bei einigen Spielen trat trotzdem Tearing auf, obwohl die Option aktiviert war. Bei diesem Monitor ist das erfreulicherweise anders und kann selbst bei „Titanfall“ im Trainingsmodus überzeugen. Wichtig ist allerdings, dass grundsätzlich in den Monitoreinstellungen 144 Hz aktiviert ist, um die komplette Range von 40-144 Hz nutzen zu können.

Sound

Die zwei kleinen 2-Watt-Boxen befinden sich direkt unter dem Belüftungsschlitz und strahlen nach oben ab. Für einen guten Klang können sie aber nicht sorgen, da kein Bass vorhanden ist.

DVD und Video

Der Iiyama GB2760QSU kann durch den HDMI-Anschluss direkt an Spielekonsolen, HDTV-Empfängern oder BD-Player angeschlossen werden. Der Ton wird direkt an die internen Lautsprecher oder bei angeschlossenem Kopfhörer an die Audiobuchse weitergeleitet.

Im i-Style-Menü existiert kein Kino- oder Filmmodus, und auch die anderen Presets sind nicht zu gebrauchen. Demnach greifen wir auf die Werkseinstellungen zurück. Mit einem Gamma von 2,17 ist hier schon eine ordentliche Basis geschaffen. Mit einer Farbtemperatur von 7100 Kelvin wirkt das Bild etwas zu kühl. Darauf kann mit den Gain-Reglern Einfluss genommen werden, indem die Blau- und Grünwerte etwas zurückgenommen werden.

Zwar kann durch die Möglichkeit, dass auch Filme in 24 Hz wiedergegeben werden, schon etwas Popcorn-Feeling aufkommen, doch ein Videoabend mit dem Iiyama GB2760QSU wird durch die mäßige Blickwinkelstabilität des TN-Panels nur in sehr kleiner Runde stattfinden können.

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor 24hz
Filme werden auch in 24 Hz wiedergegeben

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

In den Werkseinstellungen ist „Vollbild“ vorgegeben. Full-HD-Auflösungen werden auf dem 16:9-QHD-Display hochskaliert und als einwandfreies Vollbild angezeigt. SD-Material wird ebenso auf die volle Panel-Höhe interpoliert und mit Balken rechts und links unverzerrt dargestellt.

Das Handbuch gibt keine Auskunft darüber, ob der Monitor Interlaced-Signale ausgibt. Angeschlossen an einen HDTV-Empfänger, wird Material in 1080i ohne Probleme wiedergegeben.

Wir haben dem Iiyama GB2760QSU Material in Halbbildfolgen im 3:2- und 2:2-Rhythmus und zusätzlich echtes Videomaterial zugespielt. Material mit einem 2:2-Rhythmus wird dabei noch ordentlich angezeigt. Bei einem ungeraden Verhältnis tritt aber ein deutliches Zeilenflimmern und Moiré-Effekte auf. Auch Videomaterial zeigt die typische Kammbildung, was für einen nicht verbauten Interlacer spricht.

In Sachen Aktualisierungsraten zeigt sich der Iiyama GB2760QSU nicht wählerisch. Es werden Bildwiederholungsfrequenzen von 24 Hz, 48 Hz, 50 Hz, 60 Hz und 75 Hz über den HDMI-Anschluss angenommen. Dabei zeigte nur 24 Hz etwas Judder, was sich bei Filmen aber nicht negativ auswirkt.

Overscan

Overscan bietet das Gerät nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Der Iiyama GB2760QSU nimmt zwar YCbCr-422- und YCbCr-444-Farbmodelle entgegen, allerdings werden beide mit falschen poppigen Farben angezeigt. Das kann sich insbesondere bei alten BD-Playern bemerkbar machen, die keine Möglichkeit bieten, das Farbmodell zu wählen.

Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Ycbcr422
Iiyama Gb2760qsu B1 Red Eagle Monitor Ycbcr444
Farbmodelle YCbCr422 und YCbCr444 werden mit poppigen Farben angezeigt

Einzig das RGB-Farbmodell wird richtig angezeigt. Auch der Signallevel wird nicht richtig gewählt und zeigt an HDMI PC-Level (Wertebereich 0-255) an. Im Menü existiert zwar eine Option „HDMI RGB Bereich kompletter Farbbereich“, die gerade dieses Problem abstellen sollte. Leider lässt sie sich auch an der HDMI-Schnittstelle bei keinem unserer Geräte aktivieren. Die einzige Möglichkeit, gegen ein verwaschenes Bild zu reagieren, besteht in der Einstellungsebene „Schwarzwert“ unter „Bildeinstellung“. Diese Option ist zwar nicht dafür gedacht, doch wird bei einer Stellung von -3 das Bild erheblich verbessert und sieht einfach satter aus.

15 KOMMENTARE

  1. Nach deiner Therorie müsste es also auch den Fall geben, dass ein unwissender Grafiker ein viel kleineres Bild einsetzt als der Monitor tatsächlich darstellen könnte.

    Somit würde das Gegenteil eintreten und man würde durch vermeintliche Unwissenheit im eigenen Haus, das eigene Produkt negativer bewerben.
    Diese Situation schon gehabt?

    Bei Iiyama ist die Täuschung btw identisch wie bei LG.
    Hättet ihr nämlich die Rückseite des Kartons zum Testbericht verwendet, so hättet ihr die manipulierte Grafik auch auf dem Karton gesehen!

    Die Irreführung zieht sich somit von der Iiyama Internetseite, über den Onlineshop von dem der Monitor bestellt wird, bis zur Lieferung nach Hause.
    Erst wenn der Monitor angeschlossen wird merkt
    man den Beschiss…

  2. Keine Frage, ist nicht gut. Aber bei LG war das damals deshalb etwas kritischer, weil sie diese bearbeiten Bilder auch für den Karton des Displays verwendet haben. Wie gesagt auf den Pressebildern und auf den Webseiten ist das tatsächlich üblich, denn hier werden von Grafikern speziell erstellte Motive verwendet. Ich denke auch nicht, dass hier eine offensichtliche Täuschung herbeigeführt werden soll. Der Grafiker hat keine Ahnung, die Leute die die Webseite erstellen auch nicht, hier ist der Hersteller gefordert. Uns hat das deshalb wohl auch etwas abstumpfen lassen.

  3. eine irreführende geschäftliche Handlung ist auch dann gegeben, wenn Informationen bewusst weggelassen werden.
    Da iiyama vermutlich nicht ausversehen das Bild des Monitors bis an den schmalen Rand mappen lässt,
    kann man davon ausgehen, dass man sich damit bewusst vor den Mitbewerbern positionieren möchte.

    Kaufentscheidend kann dies allemal sein.

    Als „üblich“ würde ich diese Geschäftspraktik daher absolut nicht sehen, obgleich es in der Vergangenheit auch schon andere Anbieter getan haben.

    Vor Jahren gab es dies auch schon bei der LG Flatron Reihe.
    Hier bei Prad wurde auch eins dieser Modelle getestet, seinerzeit wurde aber gezielt auf diesen
    schwarzen Rahmen hingewiesen im Test.

    http://www.prad.de/new/monitore/test/2012/test-lg-ips277l-bn.html

    Tut mir leid, aber auf so eine Irreführung muss hingewiesen werden und eigentlich auch negativ in die Gesamtwertung einfließen.

    Wie sonst soll der Verbraucher sich ein neutrales Bild von einem Produkt machen?

  4. Bei den Produktbildern setzen die Grafiker einfach Bilder ein. Ungut aber leider üblich, ich denke aber auch auf der Iiyama Webseite wird nirgendwo behauptet, dass das Bild bis an den Rand geht. Obwohl wir das nicht im Text erwähnt haben, da es eben normal ist, kann man es auf dem 1. Bild unter Optik und Mechanik ganz klar erkennen. Noch besser wenn man es vergrößert.

  5. Sehr geehrtes PRAD-Team,

    der Test des „Iiyama GB2760QSU-B1 Red Eagle“
    ist ja durchweg positiv ausgefallen,
    scheinbar kann man mit der Wahl dieses Monitors
    nichts falsch machen.

    Was mich dann aber bei all der akribischen Prüfung
    des Monitors stutzig macht, es wird in keiner Zeile darauf hingwiesen, dass Iyama diesen Monitor
    anderst bewirbt als er in Wirklichkeit ist.

    In eurem Artikel steht:
    „… wurde auf ein rahmenloses Design zurückgegriffen. Das heißt, dass das Panel oben und an den Seiten von einem nur 1 mm schmalen Kunststoffrahmen eingefasst wurde.“

    Dass hier aber zusätzlich an den Seiten und dem oberen Rand nochmals, ein nicht zur Darstellung nutzbarer Rand von ca. 5-6mm kommt, wird nicht erwähnt?!?

    Auf der Produktseite wirbt Iyama mit der Darstellung, das Bild des Monitors würde
    bis an den 1mm schmalen Rand hinaus laufen.
    Im direkten Bildvergleich mit anderen Monitoren ein klarer, optischer Vorteil.

    Technisch ist das aktuell nicht möglich, dennoch
    suggerieren die Produktbilder dies.

    Somit ist das irreführende Werbung und nicht zulässig.

    Wieso kein Wort darüber im Testbericht??

  6. laut Messergebnisse nur in geringer Weise. Allerdings sind an HDMI auch nur 60Hz möglich. Die bessere Wahl ist hier entweder DVI oder DP aufgrund der höheren möglichen Aktualisierungsrate, was sich enorm positiv auf das Spielerlebnis niederschlägt!

    Viele Grüße
    Oliver

  7. Hallo paskff,

    wir schließen Messfehler mittlerweile aus, da wir jetzt mit zweierlei Messmethoden arbeiten. Zunächst mit der von uns entwickelten Messmethode und zusätzlich mit dem „Leo Bodnar Lag Tester“ Hier liegen beide Testergebnisse nicht weit auseinander, so dass man von einer Gesamtlatenz zwischen 10,8 und 11,2 Millisekunden ausgehen kann. Ich persönlich habe nichts von einer merkbaren Latenz gespürt. Ich muss allerdings auch erwähnen, dass ich kein professioneller E-Sportler bin. Bei 11 Millisekunden wird dies meiner Meinung nach auch nur solchen Menschen auffallen, wenn überhaupt. Solltest Du also nicht zu dieser Spezies gehören, kannst Du problemlos auf diesen Monitor zurückgreifen. Ich hoffe, dass ich ein wenig behilflich sein konnte.

    Viele Grüße
    Oliver

  8. Hallo @Oliver Jachmann
    wäre für mich interessant, jedoch wirkt die Gesamtlatenz wegen der Signalverzögerungszeit von „11,2“ ms etwas hoch.
    Ist dies für schnelle Spiele als kritisch einzustufen? Der Monitor wird als Gaming-Monitor beworben.
    Die anderen schnellen Monitore die hier getestet wurden, z.B. AOC AG241QX, Asus PG258Q oder Asus PG248Q, weisen Signalverzögerungen von 1,2 – 3,7 ms auf. Selbst der hier getestete AOC AG271QG, mit IPS-Panel und g2g Reaktionszeit von 4 ms, hat eine deutlich geringere Signalverzägerungszeit von 2 ms.
    Kann dies ein Messfehler beim Iiyama GB2760QSU-B1 sein?
    MfG

Schreibe einen Kommentar zu paskff Antwort abbrechen