Samsung 2343BW (Prad.de User)

  • Hier ein kleiner Bericht zum Samsung 2343BW am Mac.
    (3D-Spiele benutze ich nicht, deshalb hier nur einige 2D Erfahrungen.)


    Grafikkarte Mac Nvidia Geforce FX5200:
    Ich benutze zwei der Monitore am G5 mit einer original Mac Geforce FX5200 mit 64MB RAM.
    Obwohl (oder weil) es keine Info im Internet gab, dass das funktioniert, habe ich es einfach ausprobiert und war positiv überrascht.
    Man kann diese Monitore mit gesplittetem Desktop in voller Auflösung (also zwei mal 2048x1152 Pixel) am G5 mit der Standardgrafikkarte von damals betreiben.


    Die Grafikkarte hat Mac-typisch zwei digitale Anschlüsse mit integrierter analoger Pinbelegung. Man kann also, wenn es sein muss, auch VGA Monitore per Adapter anschließen. Einer der Anschlüsse hat den damals noch von Apple verwendeten speziellen ADC Anschluss, den man relativ teuer auf DVI adaptieren muss.
    Der ADC-Adapter ist einer "aus einem Guss" von Formac (ca. 30 Euro). Ich glaube, es gibt hierzulande nur dieses eine Modell.
    Es wird auf einigen Webseiten behauptet, der Adapter würde nicht mit Samsung Monitoren funktionieren, das trifft aber jedenfalls nicht für diesen Monitor zu.


    Grafikkarte Intel GMA 500:
    Am "alten" Core2Duo MacMini mit dem Intel Grafikchip lief (logischerweise nur) ein Monitor mit der vollen Auflösung über VGA oder DVI.
    Da der MacMini einen sehr leisen Lüfter hat, wird das leicht hochfrequente Summen der Monitore, bei Helligkeitseinstellungen unter 100, auffällig. Ein Monitor summt etwas lauter als der andere.


    Grafikkarte ATI Mac Radeon 9000 mit 128MB RAM:
    Hier habe ich nur mal schnell einen Monitor analog angeschlossen, er lief ohne Probleme mit der vollen Auflösung. Wenn es Bedarf gibt, teste ich die Grafikkarte gerne mit beiden Monitoren über DVI. Die Monitore funktionieren in voller Auflösung auch mit Mac OS 10.3.9 und Mac OS 9.2.2.


    Geschwindigkeit:
    Durch die zwei Monitore oder die hohe Auflösung gibt es keine Verlangsamung bei Filmen oder bei vielen Fenstern im Vergleich zu meinen alten 19 Zoll Röhren.
    Ich habe 20 Dateien mit jeweils 130 MB Größe in Photoshop gleichzeitig offen gehabt und dazu im Quicktime-Player einen Film in 720p Auflösung abgespielt, ohne dass es zu Verlangsamungen kam. Exposé (in System 10.4) hat alle Funktionen dann noch ohne Ruckeln ausgeführt.
    Fenster lassen sich problemlos von einem Monitor zum anderen bewegen. Wenn jedoch ein Fenster, z.B. in Photoshop, sich über beide Monitore erstreckt, entstehen Darstellungsartefakte, wenn man in dem Fenster scrollt. Trotz der 60 Hz Frequenz des Monitors habe ich noch keine störenden Ruckler bei Schwenks in 25 fps Videos bemerkt.


    Anschlüsse:
    Beide Anschlüsse lassen sich mit der vollen Auflösung betreiben. Allerdings fiel mir auf, dass über mein "gutes altes" dickes VGA-Kabel die Verständigung zwischen Mac und Monitor nicht richtig klappte und die für den Monitor richtigen Auflösungen nicht erreichbar waren. Erst mit den mitgelieferten dünnen VGA Kabeln lief alles problemlos.


    Einstellung des Monitors:
    Der Monitor ist mit dem Standardprofil, das in den Monitor-Systemeinstellungen einfach nur "Syncmaster" heißt, viel zu hell und zu flau. Diese Einstellung habe ich vor der Kalibrierung am Monitor gemacht: Helligkeit 46 / Kontrast 71 / Magic Bright Custom / Magic Color off / Color Tone Custom / Gamma Mode 1. Übrigens kann man nur dann die einzelnen Werte für RGB unter "Color Control" verändern, wenn Magic Color ausgeschaltet ist.


    Samsungs Software "Magic Tune" hilft bei der Einstellung der Monitore, weil man dann nicht die fummeligen und schwer lesbaren Berührungsschalter am Monitor verwenden muss. Leider läuft das Programm aber nicht auf Intel Macs.


    Kalibrierung DVI:
    Wieder einmal musste ich feststellen, dass unterschiedliche Kalibrierungsmethoden verschiedene Ergebnisse liefern. Pantone Huey Pro kalibrierte zwar meine alten Röhrenmonitore gut, das Ergebnis auf den beiden Samsungs fand ich aber zu blaustichig. Ich habe die Ausgabe der Grafikkarte schließlich mit der Apple systemeigenen optischen Kalibrierung auf den Monitor eingestellt (im "Experten Modus").
    Damit ist eine genauere Kalibrierung möglich, als mit Samsungs "MagicTune".
    Die dunklen Werte fand ich danach immer noch zu hell. Erst die ungewöhnliche Einstellung "PC Gamma" bei der Kalibrierung brachte ein besseres Ergebnis. Die Kalibrierung habe ich überprüft, indem ich mehrere Prints aus Fotolaboren mit den Original-Dateien (48-Bit Diascans) in Photoshop verglichen habe. Die "Farb-Proof"-Einstellung in Photoshop ist "Monitor-Gamma". Das Ergebnis sieht sehr gut aus, lediglich das Grün finde ich bei der Apple-Kalibrierung eine Spur zu grell.


    Kalibrierung VGA:
    Hier musste extra ein neues Monitorprofil angelegt werden. Die "Fine" Einstellung ist bei Benutzung des VGA Eingangs einstellbar und verbessert das Bild erheblich. Eine weitere Verbesserung lässt sich über "Sharpness" erzielen. Was genau hier technisch verändert wird, kann ich nicht genau einschätzen. Je nach Grafikkarte sind andere Einstellungen für "Fine" und "Sharpness" sinnvoll.
    Leider hat man ein kleines Problem, wenn man zwischen VGA und DVI umschaltet. Die Sharpness Einstellung von 100 ist für den MacMini mit Intel GMA 500 und VGA gut. Beim Umschalten auf den DVI Eingang am G5 allerdings sieht das Bild schlecht aus, denn diese Einstellung wird, im Gegensatz zur "Fine" Einstellung, auch bei DVI angewendet. Hier ist aber 60 der ideale Wert. Man muss also nach dem Umschalten des Eingangs die Sharpness Einstellung immer wieder korrigieren. Der Samsung-Support sagt, hier gibt es keine andere Möglichkeit. Das Bild über VGA sieht schon sehr gut aus. Wer noch etwas mehr Geld sparen will, kann vielleicht auf die DVI-Version des Monitors verzichten.


    Blickwinkel:
    Da dies meine ersten TN-Monitore sind, habe ich keinen guten Vergleich. Im Laden zeigten die TN-Displays aber immer eine ähnliche Problematik, die ist hier schon öfter beschrieben worden. Der Blickwinkel von der Seite ist noch erträglich, von unten gesehen nimmt die Helligkeit extrem ab. An das farbverbindliche Betrachten von Bildern muss man sich erst sehr gewöhnen. Besonders dunkle Farben erscheinen etwas irriterend. Ich habe mal kurz ein Apple Cinema Display in 23 Zoll neben dem Monitor stehen gehabt und fand die Farbdarstellung des Samsung subjektiv nicht schlechter, bis auf die Veränderungen durch den Blickwinkel.


    Helligkeitsverteilung:
    Durch die Kalibrierung treten auch Helligkeitsunterschiede auf der Monitorfläche stärker hervor. Durch Erzeugen eines Grauverlaufs in Photoshop konnte ich grob feststellen, dass die Unterschiede um 5% betragen. In der Mitte ist der Monitor heller und am oberen Rand, besonders oben links, noch etwas dunkler als am unteren Rand. Bei komplett schwarzem Bild und vor allem Nachts sieht man einen hellen Schein von den Seiten, insbesondere aus der Ecke rechts unten. Bei einem dunkelgrauen Schreibtischhintergrund fällt das besonders auf, bei helleren farbigen Flächen weniger und bei Bildern noch weniger. Die Monitore müssen auch erst eine Weile "warmgelaufen" sein, um eine konstante Darstellung zu zeigen. Die Monitore sind ganz leicht unterschiedlich, was sich aber durch die RGB- und Helligkeitseinstellung ausgleichen lässt.


    Nutzwert:
    Die Monitore haben im Vergleich zu einem 1920x1200 Pixel Monitor 48 Pixel weniger in der Höhe. In After Effects passt ein Full-HD Bild im Komposition-Fenster voll auf den Bildschirm, in Final Cut leider nicht (hier hilft aber die Funktion "Digital Cinema Desktop Preview"). Auch ein Monitor mit 1200 Pixel Höhe hätte den Film in FCPs "Canvas" Fenster nicht mit allen Pixeln dargestellt.


    Mit einer Enttäuschung endete der etwas naive Versuch, eine HDV-Kamera über HDMI zu DVI Adapter an den Monitor anzuschließen. Aus dem HDMI Ausgang der Kamera kommt ein Signal mit 1440x1080 Pixeln. Dieses Bild wird vom Monitor mehr schlecht als schön, mit Treppchen auf die volle Auflösung des Monitors gestreckt. Vielleicht hat ein Blu-Ray Player hier bessere Chancen?


    Der höhenverstellbare und kippbare Fuß des Monitors ist, wie bei anderen Samsung Modellen auch, angenehm schlicht, solide und wackelstabil. Zum Filme schauen müsste er aber noch etwas mehr nach vorne kippbar sein, um die schlechte Untersicht besser auszugleichen.
    Auch der schmale und flache Rahmen ist angenehm und der Monitor sieht auch von hinten o.k. aus. Der angegebene Stromverbrauch mit 45 Watt ist sparsam und erscheint glaubwürdig, der Monitor wird nicht sehr warm. Neben den teureren HP-Monitoren finde ich das Design von Samsung im Billigpreisbereich super.


    Eine DIN A4 Seite im Hochformat kann nicht in Originalgröße dargestellt werden. Dafür ist der Monitor zu klein.


    Die Feinheit des Pixelabstandes ist eine große Stärke des Monitors. Das Bild wirkt dadurch sehr angenehm. Selbst das Apple Cinema Display, das schon feiner als die meisten (nicht nur Samsung) Monitore mit 1920x1200 Pixeln ist, kam mir dagegen grob vor. Es entsteht dadurch auch ein besserer Schärfeneindruck


    Fazit:
    Wer weiß, worauf er sich bei einem TN-Display einlässt, bekommt mit dem Monitor für wenig Geld eine Menge Pixel und ein optisch ansprechendes Display mit feinem Pixelabstand. Damit kann man schon einiges anfangen, auch am Mac.