NEC 1860NX-BK Vergleichstest TFT vs CRT (Prad.de User)

  • Hallo zusammen, :)


    Nachdem ich seid fast einem Jahr Besitzer des NEC 1860NX-BK bin, möchte ich nun einen kleinen Testbericht im direkten Vergleich zu einem CRT abgeben.
    Die Spieletauglichkeit wurde hier ja schon sehr oft getestet und für gut befunden. Das mag für einen TFT stimmen, aber wie sieht es im direkten Vergleich mit einem CRT-Monitor aus? Dies wollen wir in diesem Test näherbringen:


    1. Systemkonfiguration:


    Der direkte Test findet auf einem Windows-System mit folgender Austattung statt:
    Prozessor: AMD Athlon XP 2400+
    Grafikkarte: ATI Radeon 9800pro
    Maus: Logitech DualOptical
    OS: Windows XP Professional SP1
    TFT: NEC 1860NX-BK
    CRT: AOC 7KLR


    Per DVI wurde der TFT an die Grafikkarte angeschlossen.
    Der CRT wurde an den zweiten Anschluss der Grafikkarte angeschlossen.


    Die Grafikkarteneinstellungen wurden so eingestellt, dass beide Monitore das gleihe Bild anzeigen.


    2. Der Vergleich Desktop / Office-Anwendungen:


    Das TFT-Bild wirkt viel ruhiger und angenehmer als das des CRTs. Die Farben sind kräftig und klar.
    Bei Standbildern wie z.B. bei Office-Anwendungen ist der TFT ganz klar vorne.
    Perfektes Bild und gestochen scharfes Bild.
    Hinzu kommt, dass der TFT augenschonender ist, aufgrund des nicht vorhandenen Flimmereffektes.


    (Kleine Anmerkung: Wenn man mit einer Kamera den TFT anschaut, bemerkt man auch dort Linien, die sich von oben nach unten bewegen. Ich vermute das liegt an den verwendeten Kaltlichtkathoden, welche bei anliegender Wechselspannung sehr schnell flackern. Dieser Effekt tritt bei Glühbirnen aufgrund der Trägheit des Glühfadens nicht auf.)


    Mit dem bloßen Auge sind diese Linien jedoch nicht wahrzunehmen.



    Bei dem Desktopbetrieb macht sich jedoch schon im direkten Vergleich ein Unterschied bemerkbar. Die Maus reagiert etwas träger auf dem TFT, als auf dem CRT.
    Das Problem mit der Maus habe ich bereits damals im Forum geschildert, aber hier nochmal das Grundproblem (bei mir):


    Im Desktopbetrieb und deutlicher bei Spielen ist mir aufgefallen, dass der Mauscursor bei schnellen Bewegungen ein wenig nachzieht. Wenn ich also mit der Hand bereits gestoppt habe, bewegt sich der Cursor noch zur Position hin.
    Im direkten Vergleich bemerkt man, dass dieses Phänomen beim CRT nicht auftritt.


    Diesen Effekt kann man durch die Nutzung eines anderen Mousepads reduzieren. Ich bin von einem Stofpad zu einem Glidepad von Glidetapes gewechselt. Die Verzögerungen kommen mir beim Vergleich dieser beiden Mousepads geringer vor.






    3. Der Vergleich 3D-Spiele:


    Getestete Spiele: UT2004, Sacred, Lineage II, Ultima Online, Battlefield 1942, Half-Life u.v.m.


    Bei den 3D-Spielen UT2004 und Battlefield 1942 macht der TFT einen sehr soliden Eindruck.
    Vergleicht man ihm aber direkt mit dem CRT, so fällt auf, dass die schnellen Bewegungen, wie bereits oben erwähnt, auf dem CRT deutlich präziser durchgeführt werden können.


    Bei Lineage II handelt es sich um ein Online-Rollenspiel indem schnelle Bewegungen kein Thema sind. Daher lässt sich vermuten, dass daher der TFT sehr gut für dieses Spiel geeignet ist, da es auf er Unreal 2-Engine (wie UT2004) basiert.
    Es ist durchaus spielbar und solange man steht kann man die volle Farbenpracht des Spiels genießen.
    Bewegt man sich jedoch (und das tut man sehr viel), fällt einem schon eine gewisse Unschärfe der Landschaft auf. In diesem Spiel sieht man seinen Charakter aus der 3. Person. Die Person ist immer fix an einer Positon beim Laufen, während sich die Landschaft bewegt. Das erklärt auch die leichte Unschärfe.


    Soweit lässt sich das Spiel auch sehr gut spielen. Lediglich die permanente Unschärfe bei stundenlangen Märschen kann ein wenig stören.
    Doch das gravierendste Problem beim dem Spiel sind die Spieler- und Monsternamen zu erkennen. Man muss fast immer erst stehenbleiben, damit man die weiße Schrift mit der schwarzen Umrandungn lesen kann, sofern man nicht direkt auf das Objekt direkt zuläuft, sondern z.B. daran vorbeiläuft.


    Das heißt nun jedoch nicht, dass es nicht spielbar ist. Ich sipele die ganze Zeit mit dem TFT und es ist durchaus möglich nur im Vergleich zu dem CRT doch ein wenig störend.




    Bei dem Rollenspiel Sacred ist wohl die größte Spieleschwäche dieses TFTs zu erkennen:
    Eine 2D-Landschaft mit 3D-Charakteren, in der der Charakter immer in der Mitte des Bildes ist und die gesamte Landschaft sich bewegt.
    Es kommt zu starken verwischungen und auf Dauer strengt das die Augen ziemlich an.
    Ich wollte dieses Spiel gerne auf dem TFT spielen, aber meiner Meinung nach kann man dieses Spiel niemals durchspielen, wenn man mehrere Stunden davor sitzt.


    Weiterer Nachteil: Die fixe Auflösung des TFTs. Das Spiel unterstützt nur eine maximale Auflösung von 1024*768. Entweder man nimmt also schwarze Balken in Kauf oder man vergrößert das Bild und hat dadurch gerade bei den detailreichen 2D-Landschaften Qualitätseinbußen. Diese wirken umso schlimmer, wenn man sich dann direkt daneben das Bild auf dem CRT anschaut.


    Ultima Online, ebenfalls ein 2D-Spiel bei dem sich die gesamte Landschaft bewegt, anstatt der Charakter selbst, ist von diesem Problem auch betroffen. Aber nicht so starkt.
    Ultima Online ist wiederum noch spielbar. Ich vermute es liegt an den Farben und am geringerem Detailreichtum was z.B. die Landschaften angeht.



    Zu allerletzt wollen wir noch auf die Half-Life-Engine eingehen.
    Grundsätzlich kann man sagen, dass diese Engine mehr schlieren auf dem TFT verursacht als beispielsweise UT2004.
    Generell kann man es auch durchaus mit Spaß spielen, aber im Vergleich zum CRT wechselt man seinen Blick schnell auf den CRT.
    Gerade die Map aus dem Mod Action-Half-Life "ahl_cliff_2_snow.bsp" sieht aus, als würde man die gesamte Zeit mit dem Verwischeffekt aus "Need for Speed: Underground" nutzen. Es ist eine Schnee-Map, bestehend aus den Farben weiß und vielen hellen Blautönen. Absolut unspielbar die Map.


    Wo ich gerade NFSU erwähne: Das Spiel hingegen wirkt auf dem TFT besser als auf dem CRT, da sich die aus dem Spiel gewollten Verwischeffekte mit den vom TFT ungewollten Verwischeffekten vermischen und so ein noch atemberaubenderes Bild zustande kommt :)
    Wer das Spiel hingegen professionel im Internet spielt, wird wohl eher auf diese Effekte verzichten wollen...



    4. Fazit:
    Für Office-Anwendungen und Internet ist der TFT ganz klar die bessere Wahl.


    Für Hardcorespieler, die gerne 3D-Shooter spielen, kann ich diesen TFT jedoch nur bedingt empfehlen, da es sich eindeutig auf dem CRT besser spielen lässt.


    Ihr werdet das warscheinlich selbst feststellen, wenn ihr wirklich einen TFT und CRT nebeneinander stellt und dann direkt vergleicht. Man merkt dann doch schon einige Unterschiede mehr, als wenn man einen TFT ohne einen CRT testet.


    Ein lustiges Schlierenbeispiel ist übrigens Winamp (egal welche Version, hauptsache ihr benutzt die 2D-Classic-Oberfläche):


    Stellt die Hintergrundfarbe des Desktops auf das WinXP-Standart-Blau.
    Nun startet ihr Winamp und zieht das Winampfenster mit der Maus in langsamen, kreisenden Bewegungen über den Desktop. Die Kreisbewegungen sollten ungefähr so groß sein, dass die Ecken des Winampfensters immer ca. 2cm Abstand vom TFT-Rand haben.


    Bei mir entstehen dann unfassbar starke Schlieren. Das zeigt u.a., dass die Schlierenbildung bei Spielen sehr von den verwendeten Farben abhängig ist.


    Und nun stelle man sich vor, wie dieser Effekt bei der gleichen Farbkombination in einem Spiel sich auswirken kann...



    Achja, ein weiterer sehr guter Test ist das bekannte Programm pixperan, um TFT und CRT direkt zu vergleichen.


    Der Test mit der Laufschrift zeigt beeindruckend, welche Probleme ich z.B. bei Lineage II mit der Schrift über den Monstern beim TFT meine:
    Während die Schrift schon sehr schnell bei dem TFT unscharf (aber noch leserlich) wird, ist sie beim CRT noch einwandfrei zu lesen.


    Auf dauer kann man sich sicherlich vorstellen, dass unscharfe Schrift, Landschaften, Figuren auf Dauer anstrengend für die Augen sein können.


    Schädlicher für die Augen bleibt ein CRT natürlich, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob z.B. eine permanente Unschärfe in 3D-Spielen beim Laufen nicht auch Konsequenzen mit sich bringen kann.



    Troz der genannten Nachteile bleibt der TFT spieletauglich, aber nur eingeschränkt, da es je nach Spiel unterschiedlich ist.


    Als nicht-spieletauglich würde ich Sacred und die Map "ahl_cliff2_snow" ansehen.


    Wo ich wiederum kaum Probleme mit Schlieren finde ist UT2004. Je nach Map fallen sie mal stärker, mal schwächer auf, aber im Großen und Ganzen ist es recht gut spielbar.
    Der einzigste Kritipunkt, der alle Spiele und Anwendungen betrifft, ist die leichte Mausverzögerung, die aber anscheind nur ich bisher als störend empfinde. Zumindest hab es hier bisher keine weiteren Fälle, die über das Phänomen klagen.


    Doch ich meine, wenn man mit einem CRT direkt vergleicht, kann man die Trägheit des Mauscursors z.B. im UT2004 Menü sehr schön sehen.


    Testet es einfach mal selbst und schreibt eure Erfahrungen hier hinein.


    Ich bin gepsannt :)



    Gruß
    Kataris


    Edit:
    Habe den Titel korrigiert :)