LG Flatron L1919S (Prad.de User)

  • Nachdem ich vier Jahre lang mit meinem 19" CRT durchs World Wide Web gesurft, unzählige Games gezockt und auch hin und wieder mal einen Film geschaut habe, dachte ich mir, es wird mal Zeit in ein neues Monitorzeitalter vorzustoßen. Da Röhrenmonitore nun mal nicht mehr zeitgemäß sind, war es die logische Konsequenz, dass ein TFT Bildschirm her muss. Zumal mein Rechner an einer Stelle im Raum steht, der eine Dachschräge als Wand hat. Es bot sich also mehr als an, dass man der Platzersparnis wegen zu einen Flachen greift.


    Wie es bei Studenten nun mal üblich ist, sitzt das Geld nicht so locker, also war es ein wichtiges Kriterium, dass der Preis nicht zu hoch gegriffen ist und dass es vll. nicht ganz so verkehrt sein kann, wenn es vll. noch ein Markenname ist.


    Nachdem ich also die letzten Tage durchs Netz surfte, suchte ich die HP meines PC-Dealers auf und stieß auf ein Angebot für einen TFT Bildschirm, der sofort mein Interesse weckte.


    "1280*1024er Auflösung, Helligkeit 300 cd/m², Kontrast 1000:1, 8 ms Reaktionszeit, D-Sub" und das für verführerische 199,95. Eine 250 ml Reinigungsflasche gabs noch als Zugabe dazu.


    Im Netz suchte ich dann nach einigen Tests bzw. Kritiken zu diesem Bildschirm. Viele Berichte fand ich dazu allerdings nicht, lediglich, dass der Monitor erst seit Mitte August auf dem Markt ist, die Preise variierten auch nach Händler zwischen 180,- und 250,- Euro, so dass ich einfach mal den Entschluss fasste einen Blindkauf zu tätigen, die aufgezählten Argumente schienen einfach zu herausragend. Wohlgemerkt, dass ich zuvor noch nie einen TFT hatte.


    Als ich bei meinem Händler ankam, konnte mir dieser sofort bestätigen, dass der Bildschirm auf Lager ist, auf meine Nachfrage, warum denn im Prospekt vor Ort der Kontrast mit 1600:1 ausgewiesen wurde und nicht wie ich dachte mit 1000:1, erwiderte er mir, dass es sich um einen Fehler auf dem Prospekt handle, jedoch das von mir erwähnte Kontrastverhältnis von 1000:1 ebenfalls falsch sei. Der Kontrast wird vom Hersteller mit 1400:1 ausgewiesen.


    Also irgendwo dazwischen. Kann ich also auch mit Leben. ;)


    Mitgenommen habe ich den TFT in seiner üblichen von LG vorgesehenen Standardverpackung. Schick mit Tragegriff etc. Nachdem ich die Packung öffnete, fand ich alle Kabel und Anleitungen etc. ordentlich in Plastiktütchen verpackt und tlw. verschweißt vor. Sehr schön, weiß ich zumindest, dass es sich nicht um eine Reklamation bzw. um ein Vorführgerät handelt.


    Das Zusammenstecken des Standfußes sowie der Halterung konnte ohne Anleitung und viel Sachverstand getätigt werden. Ebenso das Reinhängen sowie das Einstöpseln gingen schnell von der Hand.


    Als der Rechner hochgefahren war, erschrack ich erstmal und war verwundert, was der Hersteller als Werkseinstellung nimmt. Die Helligkeit, der Kontrast selbst das Gamma waren viel zu hoch eingestellt. Die typischen Windowsordner auf dem Desktop wiesen ein extrem weißes gelb auf.


    So war ich also erstmal einige Minuten beschäftigt um eine halbwegs anschaubare Einstellung zu finden. Nervig war dabei, dass die Konfigurationsschalter aus Grund der Platzsparnis des schmalen Randes auf der rechten Innenrückseite zu finden waren. Das führte dazu, dass man halb verkrampft hinter den Moni greifen und rumprobieren musste, da man für ein normales Anschauen des Desktops immer wieder nen Meter zurückweichen musste. So zog sich die Einstellerei ewig in die Länge.


    Nachdem das Bild halbwegs gut eingestellt war, legte ich die Treiber-CD ein um die richtigen Treiber raufzuziehen, ne Autoerkennung durch XP Home war bei einem erst seit ein paar Wochen auf dem Markt befindlichen Bildschirm nicht möglich. Ich mache keinen Heel daraus, die Autoinstallation gelang nicht, die Treiber mussten manuell installiert werden, da eine bebilderte Anleitung dabei war, war das recht schnell erledigt.


    Als das ganze Vorgeplänkel erledigt war, wollte ich den L1919S ein wenig auf Herz und Niere testen.


    Erwähnenswert ist, dass der TFT nach dem Einschalten sofort gleichmässig beleuchtet ist, dunkle Pixelfehler konnte ich auf die schnelle auch nicht finden. Das Bild ist selber auch recht scharf dargestellt, so dass man auch ohne einen Kasper zu kriegen, rauf schauen kann.


    Wenn man den Blickwinkel horizontal bzw. vertikal verändert, kann man auch ohne Probleme das Bild erkennen, lediglich ab einen bestimmten Winkel werden die Farben matt. Ist also ratsam, möglichst immer direkt frontal raufzuschauen, da der Bilschirm nicht höhenverstellbar ist, man das Display aber neigen kann, ist es möglich bei geeignetem Bürosessel etc. eine optimale Sichtposition zu erzielen.


    Was mir aufgefallen ist, wobei ich nicht weiß, ob es bei TFTs üblich ist, ist die Tatsache, dass die Schrift beim schnellem verschieben einzelner Fenster schnell undeutlich wird und nicht sofort hinterherkommt.


    Ich habe dann mal ein Video mit einer hohen Qualität laufen lassen, wo schnelle Bewegungen gezeigt werden, da konnte der Monitor erstaunlicherweise mitziehen und ein hinken oder schlieren war nicht zu erkennen. Scheint also für Multimediaanwendungen funktionstüchtig zu sein.


    Als nächstes legte ich ein Spiel ein, genauer gesagt einen Egoshooter um zu schauen, ob der Monitor die Generalprobe übersteht. Hier muss ich sagen, war mein Eindruck mehr als gemischt. Zur Probe lag UT 2004 drin, ein Spiel was sehr hohe 3-D Anwendungen hat. Ich stellte fest, dass das Spiel im Verhältnis zu meinen gespeicherten In-Spiel Konfiguration für meinen CRT doch recht dunkel war. Musste ich Anfangs um den Desktop mit dem LG überhaupt ertragen zu können, das Gamma ganz runterschrauben, musste ich das bei UT komischerweise um eine ganze Länge nach obenschrauben, da sonst die Figuren etc. kaum sichtbar waren.


    Hab dann gleich mal schwere Geschütze aufgefahren und 16 Bots auf einer sehr weitläufigen Karte getestet. Der Monitor war im Spiel durchaus in der Lage alles ohne Probleme wiederzugeben. Ab und zu kam es mal vor, dass er leicht nachzog, was bei dem Rechner normalerweise nicht passieren sollte und daher auf den TFT zurückzuführen ist, der ab einer bestimmten Anzahl an Bewegungen und Bots etc. an seine Grenzen stößt.


    Auch sah die gesamte Optik nicht ganz so klar wie bei der Röhre aus, man merkt also wieder mal deutlich, dass ein CRT Farben feiner darstellen kann.


    Was bleibt letztendlich also als Fazit zu sagen? Im Grunde genommen kann man bei diesem Flatron eigentlich nichts falsch machen. Der Preis ist mehr als fair. Wenn man nicht plant mit dem Monitor das Egoshootergenre komplett auszureizen, lohnt sich eine Anschaffung für einen kleinen Geldbeutel allemal. Ich werde ihn zumindest behalten.


    Ach ja, erwähnenswert ist zudem noch, dass der Bildschirm über ein interessantes Tool verfügt. Ich weiß nicht, ob das bei anderen TFTs ebenso ist, aber der Bildschirm verfügt über "intelligentes Bildprozessing", das heißt indivduell für einzelne Programme ändert er die Bildschirmeinstellungen und optimiert sie.

  • Tja, jetzt ist der Monitor ein Tag alt und ich muss sagen, dass mein erster Eindruck doch arg getäuscht hat.


    Da ich häufig am Rechner mit Videos und Photos zu tun hatte, merkte ich heute nach einigen Stunden arbeiten, dass der TFT da doch erhebliche Macken hat. Im Verhältnis zu einem CRT werden viele Bilder und Videos (vor allem welche in einer schlechten Auflösung) doch recht unklar dargestellt. Die Farben din undeutlich und nicht klar dargstellt, sieht alles leicht unscharf aus. Auf Dauer stört das halt.


    Ein Grund ihn morgen oder am Freitag zu meinem Händler zurückzubringen und mir ein anderes Modell auszusuchen. Hatte überlegt den LG L1970H zu nehmen. Kostet nen 100er mehr und soll ja recht tauglich sein, was die Schärfe angeht.

  • Mir geht es ähnlich wie Aaron. Nach anfänglich postiven Eindruck, zeigt der TFT nach ausgiebigen Tests doch erhebliche Schwächen. Die Ausleuchtung und Farbtreue ist wirklich nicht optimal. Einige der voreingestellten Bildmodi verursachen bei Bildwechel ein unschönes Flimmern. Die Fußkonstruktion ist instabil und die seitlichen Funktionstasten sind nervig. Habe das Geräte gestern im MM zurückgegeben und werde nun nach etwas besserem ausschau halten.



    MfG