Die Bewegungsunschärfe hat mit der Reaktionszeit nichts zu tun. Mit Bewegungsunschärfe sind nicht die Schlieren gemeint, die bei einem 4ms TFT sicher minimal sind.
Ich habe mal den Text aus unsere FAQ kopiert:
"Bei einem Röhrenbildschirm blitzt jeder Pixel einmal pro Vertikalzyklus kurz auf. Beim TFT Monitor dagegen, bleibt die Helligkeit der Pixel während dem gesamten Zyklus gleich. Dieser Umstand bewirkt bei TFT's den sogenannten "Sampling-and-Hold"-Effekt; hierdurch erscheinen flüssig bewegte Grafiken unscharf, wenn man mit dem Auge der Bewegung folgt. Die so entstehenden Schlieren (Bewegungsunschärfe) haben nichts mit der Trägheit der Flüssigkristalle zu tun, d.h. selbst wenn die Flüssigkristalle verzögerungsfrei schalten würden, hätte man immer noch diese S&H-Schlieren."
Also selbst bei einem Gerät mit 0ms Schaltzeit nimmt das menschliche Auge technologiebedingt eine Bewegungsunschärfe wahr. Wie stark, das hängt eben individuell von der Wahrnehmung ab.
Die einzige Möglichkeit, diese Bewegungsunschärfe technisch zu umgehen wäre ein ultraschnell blinkendes Backlight (Flash-Light), dass sich beim Drehen der Flüssigkristalle ausschaltet und erst wieder leuchtet, wenn sie ihre neue Position eingenommen haben.
Nachteil einer solchen Technik ist der Verlust der Flimmerfreiheit von LCDs und damit deren größter Vorteil.
So, jetzt zur eigentlichen Kaufberatung: Es gibt kaum etwas schnelleres als den Hyundai L90D+. Ob jetzt 12ms oder 8ms oder 4ms, Schlieren sehen die wenigsten noch. Was bleibt ist die Bewegungsunschärfe. Entweder kommst Du damit zurecht und gewöhnst Dich daran oder Du musst zwangsläufig beim CRT bleiben oder zu einer Dual-Screen Lösung greifen. Allerdings erfahrungsgemäß gewöhnen sich die meisten Gamer an einen TFT und nehmen die Bewegungsunschärfe nach einiger Zeit überhaupt nicht mehr wahr. Versprechen kann ich Dir das natürlich nicht.
Viele Grüße
Rinaldo