LG L1952S (Prad.de User)

  • Nabend,


    Eigentlich dachte ich nach den üblen reinfällen mit dem Iiyama E-1900S-S2 und dem BenQ FP91GX nicht wirklich dass ich eventuell doch noch ein halbwegs vernünftiges TN Panel finden könnte das kein vermögen kostet. Denn ein sattes schwarz, wirklich guter kontrast, hohe 'klarigkeit' des bildes und kräftige farben sind mir im gegensatz zu einem (mehr oder weniger) sub-optimalen blickwinkel und reinem speed, (da mir 8ms absolut auch zum zocken reichen), bei weitem das allerwichtigste und grade in diesen punkten sind die TNs halt gewöhnlich nicht so gut wie etwa VAs, wie ich inzwischen lernen durfte.
    Umso erstaunter bin ich nun über den LG L1952S/1600:1. Bin mir zwar noch nicht 1000% sicher ob ich ihn endgültig behalte, da es da zwei dinge gibt von denen ich noch nicht weiss ob ich mich auf dauer dran gewöhnen kann, aber zumindest ist er definitiv schonmal sehr, sehr gut. Auf jeden fall werd ich jetzt mal die gelegenheit nutzen um meinen eindruck hier weiterzugeben, auch weil es zu diesem speziellen modell hier noch keine reviews gibt...



    EINLEITUNG:
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    Schick und silber, unaufdringlich mit angenehm dünnem rahmen steht vor mir nun ein wahrhaftig brandneues gerät welches erst vor wenigen tagen das fliessband verlassen hat. (Produktionsdatum Nov.06.) Ein vorteil dieser ganz neuen geräte im vergleich zu den früheren produktionen dieses modells ist das sehr hohe kontrastverhältnis von 1600:1. Besitzer des vorgängers mussten in dieser hinsicht soweit ich weiss noch mit 1400:1 vorlieb nehmen. Der preis war aber der hauptgrund warum ich mich zu einem eingehenderen test des gerätes entschieden habe, denn €199.- für einen 19er LG erschien mir zumindest finanziell ein relativ guter deal zu sein. Er hat zwar keinen DVI anschluss, das ist aber (zumindest für mich) zweitrangig und letztendlich sogar irrelevant, da das bild wirklich einwandfrei ist und wohl auch über DVI kaum besser sein könnte...



    INFOS:
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    Packungsinhalt: Monitor, VGA&Stromkabel, Standplatte, Verbindungshals, Aufbauanleitung, Disk.


    Ständer/Hals: Vollplastik --> Viel zu leicht --> Genug gesagt.


    Verarbeitung/Gerät: Prima.


    Aufbau: Nicht komplizierter als andere auch --> 3 Minuten sache.


    Sonstiges: Keine Pixelfehler - Kein Netzteilbrummen - Kein Fiepen oder ähnlichen Mist.



    NACH DEM EINSCHALTEN:
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    Oh weh...da war er wieder...der gefürchtete 'Nebel des Grauens'...dieser 'weisse schleier' über dem bild welcher mich schon beim Iiyama und BenQ völlig fertiggemacht hatte. Erneuter fehlgriff also? Nun, nicht wirklich, denn es sollte um einiges anders kommen als ich nach dem ersten schrecken erwartete. Denn anders als bei den beiden anderen erwähnten geräten gibt es beim LG die möglichkeit auch den gammawert einzustellen und diese option hat den LG quasi vor dem verfrühten genickbruch bewahrt. Nach dem setzen des wertes auf -50 (minus 50) waren wir nämlich absolut im geschäft und ich konnte mich daran machen das bild auf meine vorlieben anzupassen...


    In dieser hinsicht sei zunächsteinmal der immense funktionsumfang erwähnt welchen dieses gerät beherbergt. Das gerät ist vollgepackt mit guter elektronik, welche teilweise sogar intelligent ins bildgeschehen eingreifen kann. Einstellungen am bild die über die f-engine gemacht werden, können z.b. per 'split-screen' verfahren direkt mit den momentan bestehenden einstellungen verglichen werden, wobei die linke hälfte des bildes das aktuelle erscheinungsbild darstellt, während die veränderungen ausschliesslich auf der rechten bildhälfte zu sehen sind. Das ist das erste mal dass ich sowas gesehen hab.


    Insgesamt gibt es folgende Parameter, gelistet nach erscheinen im Menu:


    Im Hauptmenu:
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    1.) Helligkeit - Kontrast - Gamma


    2.) Farbeinstellungen: sRGB + 6500k zu 9300K in 3 stufen + User R/G/B


    3.) Horizontale/Vertikale Bildlage


    4.) Takt - Taktrate - Schärfe von 0-10


    5.) Sprache - OSD Position - Auto-Weissabgleich* - Betriebs-LED** - Werkseinstellungen



    Für die f-Engine:
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    1.) Film


    2.) Text


    3.) User --> Veränderbar: Helligkeit - ACE - ACM


    4.) Normal = So wie die Einstellungen im Hauptmenu vorgenommen wurden.


    Ausserdem verfügt das gerät noch über eine automatische helligkeitsanpassung, welche die helligkeit bei komplett dunklem bild deutlich herunterregelt. Dies ist vor allem in filmen bei szenenübergängen entsprechend schön zu beobachten.


    *Dazu sei anzumerken dass das ergebnis des auto-weissabgleiches stark von der im moment der betätigung dominierenden hintergrundfarbe abhängig ist und dadurch mitunter sehr variieren kann. Der farbton bzw. die farbtemperatur des bildes entspricht dann (logisch) auch nicht mehr den werten welche man evtl. zuvor im hauptmenu eingestellt hatte. Die 'persönlichen' (also 'user-') werte im hauptmenu bleiben aber erhalten und können durch anwählen der farbsettings jederzeit wieder übernommen werden.


    **Zur betriebs LED, das finde ich mal wirklich sehr gut gemacht!
    Ist sie eingeschaltet, ist sie im normalen betriebsmodus blau und im standby modus gelb. Ist sie 'ausgeschaltet', ist sie im normalen betriebsmodus zwar völlig aus, wird aber dennoch gelb sobald das gerät in den standby modus geht und jeweils kurz blau beim hoch und runterfahren des PCs. So ist gewährleistet dass man stets den betriebszustand erkennen kann, während die LED im eigentlichen betrieb jedoch immer aus bleibt. Genial!



    ZUM BILD:
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    Es ist schon ein exzellentes bild, welches der LG L1952S da auf den schirm zaubert. Hat man das einstellen erstmal erfolgreich hinter sich gebracht, darf man ein absolut klares, messerscharfes und farbkräftig leuchtendes bild betrachten. Dabei reichen die im gerät verfügbaren mittel zur bildeinstellung völlig aus, das heisst es braucht keine software gesondert zum einsatz kommen. Die schärfe und klarheit und reinheit des bildes zusammen mit der immensen farbkraft der pixel ist wirklich über jeden zweifel erhaben, wodurch der LG sogar meinen Meditec um einiges schlägt, welcher in diesen punkten bisher die referenz für mich war.
    Mit dem gamma auf -50 ist da auch kein weisser schleier oder sonstwas zu sehen, einfach nur ein klares, kräftiges, scharfes, durch-und-durch sauberes bild. Und das egal welche graphik/schrift auf welchem hintergrund. Selbst die problematischsten kombinationen wie kleine schriften mit farben die sich normal mit dem hintergrund 'beissen' lassen hier absolut nichts zu wünschen übrig. Und mehr braucht man dazu auch wirklich nicht mehr zu sagen, das bild ist von der qualität her einfach uneingeschränkt super. Punkt.


    Auch die geschwindigkeit kann überzeugen. Eine ganz leichte unschärfe ist sowieso normal bei TFTs und wenn man davon mal absieht ist das panel mit den angegebenen 8ms wirklich mehr als schnell genug. Kein nachziehen, keine schlieren, etc., alles so dass es keinerlei negativen eindruck macht. Auch beim spielen nicht. Und damit wäre auch hierzu bereits alles gesagt.



    In der hinsicht also wirklich alles paletti, es gibt aber scheinbar kein TFT ohne zumindest ein oder zwei wermutstropfen, was (leider) auch für den LG L1952S gilt. Dies gilt zunächst vorhehmlich für die ausleuchtung, wodurch die untere bildhälfte deutlich heller wirkt als die obere. Dieses ist auf einige 'schwaden' oder 'wolken' zurückzuführen, welche sich vom boden bis etwa zur mitte hin relativ ungleichmässig über das panel verteilen. Im oberen bildbereich ist das schwarz aber erste sahne und wäre die ganze bildfläche so wäre es definitiv ein traumpanel. Selbst bei hauptsächlich dunklen shootern wie Galaxian, MoonCresta oder Phoenix, etc. (über MAME) ist das schwarz oben schön tief und satt während es von der mitte abwärts dann aber doch eher so aussieht als herrschte im wahrstenn sinne des wortes so etwas wie 'bodennebel'. Ich bin noch am überlegen ob ich das akzeptieren werde, aber ob ich das gerät letztendlich behalte hängt auch sehr stark davon ab wie ich auf dauer mit dem folgenden klarkomme...


    Denn bei filmen gibt es da einen sehr seltsamen effekt den ich selbst bei meinem billig Meditec panel nie beobachtet habe. Und zwar sehen einige stellen (meisst dort wo es zu artefakten durch die enkodierung kommt) exakt so aus als ob ein äusserst detailreiches 32bit-bild nur mit 16bit angezeigt wird. Das ganze äussert sich vor allem darin, dass es durch die codec-artefakte stellenweise zu einer starken kästchenbildung kommt, wobei diese kästchen (ugf. 10-cent-stück grösse) dann vom panel über die komplette fläche hinweg die exakt selbe farbe verpasst bekommen. Und dadurch sticht das natürlich raus wie nichts gutes. Es scheint fast als ob da sowas wie eine 'bildverbesserungstechnologie' im LG am werke wäre, welche jedoch (zumindest bei filmen) im endeffekt genau das gegenteil zu bewirken scheint. Denn mein Meditec zeigt diese kästchen im grundsatz zwar auch, sie sind jedoch dort nicht völlig gleich-, bzw. einfarbig, wodurch der effekt bei weitem nicht so stark auffällt wie es beim LG der fall ist. Im gegenteil, es ist sogar so, dass mir das vorher noch nie aufgefallen ist und ich erst jetzt überhaupt darauf aufmerksam wurde. Ich werde wenn ich die zeit und lust finde mal ein bild davon machen und es dann hier anhängen. Dann kann man sicher besser verstehen wovon ich spreche. Dieses ist aber wie gesagt nur bei filmen so, bei spielen, etc. ist dieser effekt (zum glück), nicht zu beobachten. (Zumindest bis jetzt nicht.)



    ZUSAMMENFASSUNG:
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    Brilliantes bild, viele einstellungs möglichkeiten, zum preis von 199.- viel mehr als ich eigentlich erwartet hätte. Intelligente aktiv-technologien wie z.b. das automatische herunterregeln der helligkeit bei komplett schwarzem bild, etc. sind sicher nicht die norm in dieser preisklasse. Die ausleuchtung hat zweifellos ihre schwächen, mit diesem umstand haben aber scheinbar auch viel teurere geräte zu kämpfen. Einzig die sache mit den gleichfarbigen kästchen bei codec-artefakten in filmen ist wirklich sehr ärgerlich, da ich von meinem 17er Meditec her weiss dass das absolut nicht sein muss. Dieses gilt im übrigen auch für die ausleuchtung und das schwarz insgesamt, welches beim Meditec ebenfalls alles sehr gleichmässig erscheint und von daher kein problem darstellte sich daran zu gewöhnen. Es würde vom technologisch machbaren her also schon gehen das panel gleichmässig so zu beleuchten dass das schwarze den bildschirm dominiert und es keine hellen wolken gibt und von daher ist es wirklich sehr schade dass ansonsten durch-und-durch exzellente geräte wie der LG L1952S durch solche dinge in letzter instanz ein 'Exzellent' verpassen...




    Soweit also zum LG L1952S/1600:1. Wie gesagt, ich werde jetzt erstmal sehen ob ich mich daran gewöhnen kann bevor ich mich endgültig für eine rückgabe entscheide, denn mit solchen dingen muss man scheinbar immer rechnen und ein anderer könnte weiss gott wieder viel schlechter sein. (Wie ich ja schon durch Iiyama und BenQ lernen durfte.) Der plan ist nun während ich den LG noch habe einen BenQ mit VA panel zu testen (FP91GP) und falls der auch nix taugt dann (sobald verfügbar) evtl. noch den neuen 19 zoll Meditec, welcher wenn er wie mein 17er Meditec wäre wohl mein traumgerät schlechthin wäre. Den besten dieser 3 werde ich dann wohl behalten...



    Gruss,
    Phoenixx